Beim Public Viewing im Freibad Bornekamp wurde am Mittwochabend gemeinsam gezittert. © Nogaj Vivien
Public Viewing

Spannung beim gemeinsamen Fußballgucken im Freibad Bornekamp

Beim EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn am Mittwochabend blieb es bis zuletzt spannend. Besucher des Public Viewings im Unnaer Freibad Bornekamp haben gemeinsam gezittert, geflucht und gejubelt.

Viele Stühle, ein paar Bierzeltgarnituren und einen großen Flachbildschirm: Vielmehr brauchte nicht, um das Freibad Bornekamp zur Fußball-Europameisterschaft in ein kleines Fußballstadion zu verwandeln. Zwar waren am Mittwochabend nicht ganz so viele Menschen vor Ort, wie beim vergangenen Deutschlandspiel am Samstag, dennoch haben rund 30 Fußballfans bei der Partie Deutschland gegen Ungarn gemeinsam gebangt, gezittert und gejubelt.

Im Vordergrund stand dabei nicht nur der Sport – sondern besonders auch das Gefühl, endlich wieder gemeinsam zu feiern und Emotionen zu teilen.

Erstes Public Viewing im Freibad bei der WM vor drei Jahren

Das war auch einer der Gründe, weshalb sich der Verein überhaupt dazu entschieden hatte, die Fußball-Europameisterschaft aus dem Freibad zu übertragen: „Ich finde es schöner, mit mehreren Menschen Fußball zu gucken; außerdem haben wir hier die passende Umgebung“, sagte Vereinsvorsitzende Jessica Mense. Vor drei Jahren hatte das Freibad bereits die Fußball-Weltmeisterschaft öffentlich gezeigt, bei der diesjährigen Europameisterschaft wollte es nicht drauf verzichten: „Umso schöner, dass so eine Veranstaltung jetzt tatsächlich stattfinden kann“, sagte Mense.

Gleicher Meinung war auch Besucher Tobi Wollermann aus Unna: „Gemeinsam mit anderen das Spiel zu sehen, an einem Ort wo es ein frisch gezapftes Bier gibt – das ist großartig. Man hat sich nach all der Zeit wirklich danach gesehnt“, sagte er. Und auch Franziska Bader, die sonst kein großer Fußballfan ist, kam gemeinsam mit ihren Eltern zum Public Viewing ins Freibad Bornekamp vorbei: „Die Gemeinschaft macht es eben aus“, sagte sie.

Verkauf von Speisen und Getränken für die Vereinskasse

Der Verein selbst kann gleichermaßen von seinem Angebot profitieren: Zwar verlangt er keinen Eintritt für die Veranstaltungen, doch durch den Verkauf von Getränken und Gegrilltem generiert er Einnahmen, die in die Vereinskasse fließen. „Das ist für uns nach der Krisenzeit auch wichtig“, sagte Vereinsmitglied Alexandra Engler.

Auch angesichts der Spannung beim Spiel war die ein oder andere Nervennahrung bei den Besuchern gefragt – zumindest so lange, bis der gemeinsame Jubel die zwischenzeitliche Stille abgelöst hatte. Schließlich ging es am Mittwochabend im Freibad Bornekamp neben dem Sport auch um das Gefühl, in der Menge mitzufiebern, zu bangen – und letztlich, sich zu freuen.

Über die Autorin
Geboren 1992 mitten im Ruhrgebiet (Bottrop) und aufgewachsen am Rande des Münsterlandes (Dorsten), hat es sie zum Studieren nach Bielefeld verschlagen (die Stadt gibt es wirklich ;-)). Nach beruflichen Zwischenstationen in Braunschweig, Berlin und Aachen ist sie froh, wieder zurück im Pott zu sein und Geschichten für Unna zu schreiben. Wenn sie nicht journalistisch unterwegs ist, hört sie gerne Musik, wandert im Grünen oder faulenzt mit einem guten Buch im Café.
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Vivien Nogaj

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