Mit Porsche, aber ohne Führerschein: Sozialhilfeempfänger rast durch Unna

dzGericht

Autofahren ohne Führerschein ist verboten, jemanden ohne Führerschein fahren lassen ist es auch. Auf der Anklagebank im Amtsgericht Unna saß ein notorischer Schwarzfahrer nun mit Beifahrerin.

von Jana Peuckert

Unna

, 23.05.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das regelmäßige Fahren ohne Führerschein ist nicht nur für einen 35-jährigen Mann aus Bönen zum Problem geworden, sondern auch für seine Ehefrau. Obwohl der Angeklagte bereits in der Vergangenheit einfach Autoschlüssel an sich genommen hatte und verbotener Weise gefahren war, hatte seine Ehefrau die Wagenschlüssel für einen auf sie zugelassenen Porsche offen liegen gelassen. Das hätte sie nicht tun dürfen.

Der Gatte nutzte die Gelegenheit aus und unternahm sowohl am 9. als auch am 19. September vergangenen Jahres Spritztouren durch Unna – und das viel zu schnell. In beiden Fällen gab es Fotos als Erinnerung.

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Auf den Bildern der Blitzanlage war der 35-Jährige aus Bönen zwar nicht richtig zu erkennen, doch statt die Situation auszunutzen, stellte er sich. Er gab gegenüber der Polizei zu, dass er gefahren war und schob direkt hinterher, dass er gar keine Fahrerlaubnis hat.

An das Fahrzeug gekommen war die von Sozialhilfe lebende Familie durch die Schwester des Angeklagten. Inzwischen sei der Wagen aber verkauft, so die Ehefrau.

300 Euro für das freie liegen Lassen des Autoschlüssels

Für sie endete der Prozess mit einer Verurteilung wegen fahrlässigen Zulassens des Fahrens ohne Fahrerlaubnis und mit einer Geldstrafe von 300 Euro. Ihr Mann kam dank elf Eintragungen im Vorstrafenregister nicht mehr mit einer Geldstrafe davon. Er ist in der Vergangenheit nicht nur wegen mehrfachen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, sondern auch wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz, gefährlicher Körperverletzung, Diebstahls und Raubes auffällig geworden. Mehr als vier Jahre saß er bereits im Gefängnis.

Da die letzte Tat aber länger zurück liegt und die Familie kein Auto mehr hat, gab der Richter dem Bönener eine allerletzte Chance und setzte zehn Monate Haft zur Bewährung aus. Als Auflage muss der 35-Jährige mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeiten, 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit ableisten – und er hat nun eine Sperre von zwei Jahren zur Erlangung einer Fahrerlaubnis.

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