Sorge um die Sicherheit der Kinder: Pläne für Unnas neue Schule stoßen auf massive Kritik

dzHertinger Tor

Die Pläne für den Grundschulneubau am Hertinger Tor erfahren plötzlich massiven Widerstand. Die Anwohner des Bereichs stellen die Sicherheit der Schulkinder infrage. Schon jetzt sei der Autoverkehr dort enorm gefährlich.

Unna

, 31.10.2019, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ich habe den Eindruck, dass hier der zweite Schritt vor dem ersten gemacht wird“ – für diese Aussage bekam eine Anwohnerin des Bereichs am Hertinger Tor viel Applaus auf der Bürgerversammlung am Mittwochabend. Eigentlich wollte die Verwaltung an diesem Abend den Bebauungsplan vorstellen und diskutieren, der im Sommer 2020 vom Rat beschlossen werden soll. Eigentlich. Denn die über 70 Bürger, die zu diesem Anlass in den Ratssaal gekommen waren, wollten vor allem eines: Wissen, wie trotz des zusätzlichen Verkehrs, den die neue Schule und die neue Kita mit sich bringen, die Sicherheit der Kinder in diesem Bereich gewährleistet wird.

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„Der Bereich ist schon jetzt so stark befahren, dass ich da niemals ein Grundschulkind alleine mit dem Fahrrad lang fahren ließe“, merkte ein Anwohner an, „das kann doch nicht besser werden, wenn dort noch eine Schule und ein Kindergarten gebaut werden.“ Konkrete Pläne, wie das von den Anwohner befürchtete Verkehrschaos gelöst werden könne, gab es an diesem Abend jedoch noch nicht.

Sorge um die Sicherheit der Kinder: Pläne für Unnas neue Schule stoßen auf massive Kritik

Die Hertingerstraße hat nur auf einer Seite einen Schutzstreifen für Fahrradfahrer – mehr Platz gibt die Straßensituation nicht her. Schon jetzt sei die Situation auf der Straße für Radfahrer gefährlich, sagen Anwohner, die einen massiven Verkehrszuwachs durch die neue Schule befürchten. © Anna Gemünd

„Natürlich betrachten wir das alles in unseren Planungen; die Sicherheit der Kinder ist dabei das Wichtigste. Aber da ist noch nichts spruchreif“, versuchte Baudezernent Michael Ott, die aufgeheizte Stimmung zu beruhigen und kündigte für das Frühjahr 2020 eine weitere Bürgerversammlung an, in der das Verkehrskonzept präsentiert und diskutiert werden soll.

Sorge um die Sicherheit der Kinder: Pläne für Unnas neue Schule stoßen auf massive Kritik

Wäre hier Platz für einen Kreisverkehr? Dies ist zumindest eine der Optionen, die die Stadtverwaltung für den Kreuzungsbereich Hertingerstraße/Brockhausstraße prüft. © Anna Gemünd

Wirklich zufrieden gaben sich die Anwohner damit nicht, sie kritisierten wiederholt, dass der Standort nicht ideal für einen Schulneubau sei. Die Nähe zur B1 und die bereits jetzt überlastete Hertingerstraße hätten Ausschlusskriterien für einen Schulneubau an dieser Stelle sein müssen. „Die Sicherheit der Kinder ist das Wichtigste. Dann muss man aber doch auch erst schauen, ob man diese Sicherheit mit diesem Neubau gewährleisten kann, bevor man anfängt zu planen“, warf ein Anwohner der Stadtverwaltung die falschen Prioritäten vor.

„Eine Lösung für die gesamte Hertingerstraße werden wir nicht finden.“
Michael Ott, Baudezernent Stadt Unna

Baudezernent Ott signalisierte, dass man die Sorgen der Anwohner ernst nehme. Die Hertingerstraße sei ohne Frage schwierig, weil sie kaum Platz für Veränderungen biete. „Die Hauptmöglichkeiten haben wir an den Kreuzungen“, so Ott. So überlege man beispielsweise, im Einmündungsbereich der Brockhausstraße eine zusätzliche Linksabbiegerspur oder sogar einen Kreisverkehr einzurichten. Ott sagte aber auch: „Wir werden keine Wunder vollbringen können. Eine Lösung für die gesamte Hertingerstraße werden wir nicht finden.“

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