Vermeintliches Datenleck: Wieso sich Stadtwerke-Kunden trotzdem keine Sorgen machen müssen

dzStadtwerke Unna

Den Stromzähler selbst ablesen: Dazu fordern die Stadtwerke Unna derzeit ihre Kunden mit einem Brief auf. Einige sind verwirrt: Die Rückantwort-Karte enthält Kundennummer und PIN – gut sichtbar für jeden, der die Karte in die Finger bekommt.

Unna

, 11.12.2019, 09:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Per Brief fordern die Stadtwerke derzeit ihre Kunden auf, ihren Stromzähler selbst abzulesen und den Stand den Stadtwerken mitzuteilen. Das spart aufwendige Terminvereinbarungen zum Stromablesen. Den Zählerstand können die Kunden entweder online oder per Rückantwort-Karte mitteilen, die dem Schreiben der Stadtwerke angehängt ist. Und die sorgt für Irritationen.

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Denn die Karte enthält vorgedruckt nicht nur die Adresse der Stadtwerke und den Hinweis, dass die Stadtwerke das Porto zahlen – im oberen Teil der Karte sind gut lesbar zwei Zahlenfolgen gedruckt, die als „Kundennummer“ und „PIN“ gekennzeichnet sind. Dabei handelt es sich um dieselben Daten, die auch im Begleitbrief angegeben sind und mit denen sich die Stadtwerke-Kunden im Online-Portal zur Zählerstanderfassung anmelden können.

Das verunsichert viele Kunden: „Kann dann nicht jeder, der die Karte in die Finger bekommt, sich einloggen und meine Daten einsehen?“, fragt ein besorgter Stadtwerke-Kunde im Gespräch mit unserer Redaktion. Auch sei es doch so möglich, einen fiktiven und völlig überzogenen Zählerstand einzutragen – und der ahnungslose Kunde bekäme dann im nächsten Jahr eine saftige Rechnung, so die Sorge.

„Sollte tatsächlich ein absurd hoher Zählerstand plötzlich bei einem unserer Kunden auftauchen, dann fällt das im Rahmen unserer Plausibilitätsprüfung auf. Da schauen wir natürlich drauf und haken nach.“
Jürgen Schäpermeier, Geschäftsführer der Stadtwerke Unna

Doch die Stadtwerke beruhigen. „Bei den Nummern in dem Brief und auf der Rückantwort-Karte handelt es sich nicht um die normale Kundennummer, hinter der das komplette Konto des Kunden samt aller Daten hinterlegt ist“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Schäpermeier. Die Nummer und auch die PIN seien von dem Dienstleister angelegt worden, den die Stadtwerke mit der Zählerstanderfassung beauftragt hätten. „Damit sind diese Kundennummern und auch die PIN nur für die Zählerstanderfassung gültig. Niemand bekommt dadurch Zugang zu den allgemeinen Daten unserer Kunden“, betont Schäpermeier.

Ohnehin käme die Karte nur durch die Hände des Kunden, des Zustellers und des Dienstleisters, der sie für die Stadtwerke entgegennimmt. „Nur ein unseriöser Zusteller könnte damit tatsächlich etwas machen“, verweist Schäpermeier darauf, dass der die Gefahr, dass jemand die Zählerdaten eines Stadtwerke-Kunden manipuliere, sehr gering sei.

Dass die Daten überhaupt auf der Karte stehen, sei notwendig, damit der Dienstleister sich mit der jeweiligen Kundennummer und PIN in das Portal zur Zählerstandserfassung einloggen könne. Und Jürgen Schäpermeier beruhigt seine Kunden: „Sollte tatsächlich ein absurd hoher Zählerstand plötzlich bei einem unserer Kunden auftauchen, dann fällt das im Rahmen unserer Plausibilitätsprüfung auf. Da schauen wir natürlich drauf und haken nach.“

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