Katholiken in Königsborn in Sorge: Sanierung des Kirchturms wäre teurer als Abriss

dzTurm der Herz-Jesu-Kirche

Katholiken in Königsborn sind besorgt um den Turm der Herz-Jesu-Kirche. Nichts deutet auf eine baldige Sanierung hin. Vielmehr stehen die Zeichen auf Abriss. Dieser wäre für die Gemeinde die günstigste Lösung.

Königsborn

, 12.08.2019, 12:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Dezember 2017 schweigen die Glocken von Herz Jesu. Von der Fassade bröckelt der Putz. Schwingungen des Geläuts würden das Problem verschärfen, deswegen ist der Kirchturm stumm. Dass das Gebäude baufällig ist, lässt ein Gerüst erkennen. Seit Herbst vergangenen Jahres stellt die Gemeinde damit sicher, dass Jugendräume gefahrlos betreten werden können.

Wie es wann weitergeht mit dem Kirchturm, ist weiterhin unbekannt. Im Raum stehen eine Sanierung oder ein Abriss. Und bisher deutet alles darauf hin, dass sich die Kirche von dem Kirchturm trennen wird. Im Februar dieses Jahres hatten der Kirchenvorstand und der Gemeinderat über den baufälligen Kirchturm beraten. Es gab eine Trendabstimmung: Zwölf Personen sprachen sich für eine Sanierung aus, 13 für den Abriss. Der Kirchenvorstand werde diesen Trend für sein weiteres Vorgehen heranziehen, so wurde es im März in einem Pfarrbrief veröffentlicht.

Noch immer keine Entscheidung

Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht getroffen worden. Und daran hat sich bisher nichts geändert. Das bestätigte unserer Redaktion die Pressestelle des Erzbistums Paderborn. Das Bistum werde sowohl die Sanierung als auch den Abriss genehmigen, teilte die Pressestelle mit. Die Entscheidung müssen also die Gremien in der Pfarrei St. Katharina fällen, zu der Herz Jesu gehört.

Paderborn bezahlt nur den Abriss komplett

Wichtig ist aber die Frage der Finanzierung. Und dabei spricht Paderborn durchaus ein Wörtchen mit: Das Erzbistum würde den Abriss des Turms komplett bezahlen. Eine Sanierung würde es nur bezuschussen. Dazu liegt eine Kostenschätzung vor: Von 813.000 Euro müsste die Pfarrei 300.000 Euro übernehmen.

Vorschlag: Günstigere Teilsanierung

So teuer müsse das Projekt aber gar nicht sein, meint Josef Lunghard. Der heute 83-Jährige war lange engagiert in der katholischen Gemeinde in Königsborn. Wie viele andere Katholiken würde er den Turm schmerzlich vermissen, wie er die Pfarreileitung und das Erzbistum in Schreiben wissen ließ. Nach Rücksprache mit Baufachleuten schlägt er vor, den maroden Klinker zu entfernen und den Turm neu zu verputzen, was erheblich günstiger sei.

Doch eine Teilsanierung komme weder für das Erzbistum noch für die Kirchengemeinde infrage, heißt es von der Paderborner Pressestelle. Es gebe „zu viele Risiken und Unsicherheiten, wie die Flächen hinter dem Klinker letztendlich verarbeitet sind und in welchem Zustand sie sich befinden“.

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