Toiletten zu ekelig: Kind geht wieder mit Windeln in die Schule

dzSonnenschule Massen

Auf neue Toiletten müssen die Schüler der Sonnenschule länger warten als erhofft. Derweil rufen Eltern die Stadt zum Handeln auf. Sie schildern eine Situation, die für Menschen unwürdig sei.

Unna

, 13.12.2019, 11:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Forderung nach neuen Toiletten tragen Eltern und Schüler der Massener Sonnenschule schon seit einigen Jahren an die Stadt heran. Im Prinzip schien ihr Ruf auch gehört worden zu sein. Doch passiert ist bislang nichts, obwohl es längst passiert sein sollte. Nun fragten Eltern nach, warum das so ist. Und sie schilderten eine Situation, die bedenklich und unwürdig erscheint.

Kinder trinken nichts mehr, um nicht aufs Klo zu müssen

Die sanitären Anlagen der Grundschule in Obermassen seien in einem Zustand, den die Kinder als ekelhaft empfinden, erklärte eine Elternvertreterin nun in der Einwohnerfragestunde des Stadtrates. Manche Kinder vermieden das Trinken, um nicht auf die Toilette gehen zu müssen und kämen nach dem Unterricht mit Kopfschmerzen nach Hause. In einer ersten Klasse trage ein Kind inzwischen wieder Windeln, die es zuvor längst abgelegt habe.

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Eltern und Schulleitung der Sonnenschule war bereits für den Herbst dieses Jahres eine Sanierung der Toiletten zugesagt worden, die dann aber nicht erfolgt ist. Gründe dafür waren der Elternschaft nicht mitgeteilt worden, weshalb sie sich nun an Politiker und Stadtverwaltung wandte. „So fühlt es sich ein wenig nach einem leeren Versprechen an“, erklärte eine Elternvertreterin vor dem Stadtrat.

Asbest macht die Sanierung aufwendiger und teurer

Unnas Technischer Beigeordneter Jens Toschläger lieferte die vermisste Erklärung: Eine wirklich grundlegende Sanierung der sanitären Anlagen werde deutlich aufwendiger und dadurch auch teurer als zunächst angenommen. Die Stadt müsse mehr planen und die Finanzierung darstellen. Vermutlich laufe es auf Kosten von mehr als 250.000 Euro hinaus, so Toschläger. Ein Konzept für die Sanierung solle im März vorgestellt und dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt werden.

Hauptgrund für die Entwicklung ist die Verwendung von Asbest beim Bau der Toilettenanlage. Derzeit sei der Schadstoff gebunden und daher unbedenklich, so Toschläger. Anders sehe es aus, wenn bei Bauarbeiten ins Material gegangen wird. Und: Für Asbest gebe es auch ein Überdeckungsverbot. Neue Kacheln auf die alten aufzukleben, verbiete sich daher etwa.

Statt Kosmetik eine Sanierung von Grund auf

Konsequenz ist, dass der Aufwand entsprechend höher ist. Und wenn die Stadt schon einmal gründlich arbeitet, macht sie es auch richtig gründlich: Am Ende soll das Gebäude nun nahezu entkernt und einschließlich der Leitungen erneuert werden. Ob dies im Jahr 2020 erfolgen kann, ist noch nicht absehbar. Sicher ist nur, dass die Arbeiten zu umfangreich werden, um sie außerhalb der Schulzeiten in den Ferien zu erledigen, so Toschläger.

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