Soldaten aus Unna stehen vor großen Herausforderungen

dzNeujahrsempfang

Das Jahr 2019 wird für die Soldaten des Versorgungsbataillons 7 ein herausforderndes. Das erklärte Oberstleutnant André Rosarius am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang in der Glückauf-Kaserne.

Königsborn

, 17.01.2019, 20:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein herausforderndes Jahr 2018 für die Soldaten des Versorgungsbataillons 7. Doch das neue Jahr wird der Einheit nicht weniger abverlangen, sondern eher noch mehr. Das stellte Oberstleutnant André Rosarius, seit knapp vier Monaten Kommandeur des Bataillons, beim Neujahrsempfang in der Glückauf-Kaserne klar.

War 2018 wesentlich geprägt durch die Einsätze in Afghanistan, so werden es in diesem Jahr die Herausforderungen in der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF), einer schnellen Eingreiftruppe der Nato, sein.

Jetzt lesen

Rosarius erinnerte im Knappensaal daran, dass das Versorgungsbataillon 7 von März bis Juli beauftragt war, die logistische Versorgung des deutschen Einsatzkontingentes in Afghanistan sicherzustellen. Dafür habe das Bataillon mehr als 250 Soldatinnen und Soldaten, Führungskräfte und logistisches Fachpersonal an den Hindukusch verlegt, um über einen Zeitraum von vier Monaten die logistische Unterstützung in Masar-e-Sharif sicherzustellen. Rosarius betonte, er sei froh, den Gästen „berichten zu können, dass alle Angehörigen des Bataillons gesund zurück in der Heimat sind.“ Das Weihnachtsfest verbrachten mehr als 20 Soldatinnen und Soldaten des Bataillons nicht bei ihren Familien, sondern am Hindukusch.

Auslandseinsätze bedeuten Doppelbelastung

Rosarius betonte, dass ein Auslandseinsatz für einen Verband eine Doppelbelastung bedeute. Es gelte, „die Soldatinnen und Soldaten bestmöglich auszubilden, während der einsatzbedingten Abwesenheit aber auch deren originären Aufgaben im Heimatland zu übernehmen.“ Das habe das Team Heimat bewältigt.

Die VJTF, so Ropsarius, sei „das Ergebnis des sicherheitspolitischen Paradigmenwechsels, den die NATO in den letzten Jahren vollzogen hat.“ Eine schnelle Reaktionsfähigkeit auf sich entwickelnde Krisen habe lange nicht im Fokus gestanden. Das hat sich geändert. Die Nato beschloss die Aufstellung von schnell verlegbaren und durchhaltefähigen Eingreifkräften für eine Landes- und Bündnisverteidigung beschlossen. An dieser VJTF beteiligt sich Deutschland mit mehreren Tausend Soldaten. Die Unnaer Einheit stellt eine Versorgungskompanie bereit.

Mehr als 250 Soldaten in Rufbereitschaft

Das bedeutet: Bereits 2018 waren mehr als 250 Soldatinnen und Soldaten in einer 45-Tage-Rufbereitschaft. Auch an der größten Nato-Übung der vergangenen Jahre im Oktober und November waren Soldaten aus Unna beteiligt. Rosarius: „Ich habe mich persönlich davon überzeugen dürfen, was es bedeuten, einen Gefechtsverband feldmäßig und nicht aus einem Feldlager heraus zu versorgen – und das unter extremen klimatischen Bedingungen. Hierfür zolle ich allen beteiligten Soldatinnen und Soldaten meinen Respekt.“

Seit dem 1. Januar hat das eingeplante Personal eine Rufbereitschaft von fünf bis sieben Tagen. Für die betroffenen Bundeswehrangehörigen bedeute das, auf gepackten Kisten zu sitzen, so Rosarius. Eine Urlaubsplanung ist ihnen so kaum möglich.

Soldaten aus Unna stehen vor großen Herausforderungen

Unnas Bürgermeister Werner Kolter und Oberstleutnant André Rosarius betonten die Nähe zwischen den Soldaten und der Gesellschaft in Unna. © Dirk Becker

So groß die militärischen Herausforderungen auch sind, so wichtig ist der Einheit auch eine enge Verbindung mit der Gesellschaft. Sowohl Rosarius wie auch später Unnas Bürgermeister Werner Kolter betonten das gute Miteinander von Soldaten und Bürgern. Rosarius erinnerte an ein Zitat von Bundespräsident a.D Horst Köhler. Das von ihm 2005 attestierte „freundliche Desinteresse der Bevölkerung an der Bundeswehr“ könne er für den Standort Unna in keinster Weise bestätigen, so der Kommandeur.

Tag der offenen Tür am 7. Juli

Bester Beweis ist das große Interesse der Bürger an der Bundeswehr. Deshalb wird es in diesem Jahr wieder einen Tag der offenen Tür in der Glückauf-Kaserne geben. Am 7. Juli will die Bundeswehr den Standort Unna, die Dienststellen, die Vereine und Förderer vorstellen. Rosarius: „Wir werden so unseren Beitrag für einen Dialog mit der Gesellschaft anbieten.“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Betroffene erzählt

Therapeutenmangel: So schwer finden Depressive in Unna psychologische Hilfe

Hellweger Anzeiger Weihnachtsmarkt Unna

Mit interaktiver Karte: Für den Weihnachtsmarkt zieht der Wochenmarkt um