Online-Systeme für Behörden, Kommunen und Länder erleichtern deren tägliche Arbeit. Die Nachfrage steigt enorm – und damit auch die Auftragslage für Kommunix. Das Unternehmen aus Unna wächst.

Königsborn

, 17.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schnell und einfach einen Termin beim Bürgerservice machen, Anträge zur Einbürgerung verwalten und das alles ohne komplizierte Technik: Seit fast 30 Jahren entwickelt das Unnaer Unternehmen Kommunix Software-Lösungen für den kommunalen Verwaltungsbereich. Die Nachfrage ist so groß, dass Kommunix sich erweitert – und das am Heimat- und Wunschstandort Unna.

Jetzt lesen

„Wir brauchen Platz und wir wollten sehr gerne hier in Unna bleiben.“
Kommunix-Geschäftsführer Joseph Bunten

Genau genommen, sind es keine 50 Meter zwischen dem Sitz des Unternehmens und der Baustelle, wo gerade die Vorarbeiten für den Neubau begonnen haben: An der Friedrich-Ebert-Straße, direkt gegenüber des Amtsgerichts, sitzt Kommunix. Und genau hier wird auch der zweite Standort des Unternehmens entstehen – auf dem Gelände des Förderzentrums Unna.

„Wir haben einen Teilbereich des Grundstücks von der Stadt Unna gekauft“, bestätigt Geschäftsführer Joseph Bunten im Gespräch mit unserer Redaktion, „wir brauchen Platz und wir wollten sehr gerne hier in Unna bleiben, vor allem auch gerade hier am Standort.“ Denn die Lage an der Friedrich-Ebert-Straße biete für die Mitarbeiter viele Vorteile: „Sie können gegenüber im Amtsgericht Mittag essen, der Kurpark ist für eine Pause schön und entlang der Straße gibt es weitere Essensangebote.“

Entsprechend groß war die Freude, als der Rat der Stadt Unna dem Verkauf des Teilstücks des Schulgeländes zustimmte. Das Förderzentrum Unna, das sich derzeit noch in den Schulgebäuden befindet, wird mit Fertigstellung des Bildungscampus Königsborn absehbar im Sommer/Herbst 2021 dorthin umziehen. Das Interesse an dem dann frei werdenden Gelände ist groß: Erst kürzlich hatte das Lebenszentrum Königsborn angekündigt, mit der Stadt Unna Gespräche über einen Kauf des Grundstücks führen zu wollen. Für das Lebenszentrum würde dies die Möglichkeit eröffnen, das Haus Königsborn als Wohnstätte für mehrfach behinderte Erwachsene in fußläufiger Entfernung zum Lebenszentrum selbst neu bauen zu können.

Jetzt lesen

„Die alten Bäume vor der Aula werden stehen bleiben, den Bereich haben wir gar nicht gekauft.“
Kommunix-Geschäftsführer Joseph Bunten

Kommunix ist bereits einen Schritt weiter: Weil der Neubau, in dem bis zu 35 Mitarbeiter Platz finden sollen, auf der Fläche vor dem derzeit noch genutzten Schulgebäude entsteht, laufen bereits jetzt die ersten Vorarbeiten. „Wir bauen quasi zwischen der Aula und den alten Bäumen, die vor der Schule stehen“, erklärt Joseph Bunten und betont: „Die Bäume werden stehen bleiben, den Bereich haben wir gar nicht gekauft.“

Die Sträucher auf dem Grünstreifen vor der Aula werden jedoch weichen müssen. Hier wird der neue Fluchtweg für die Schüler des Förderzentrums angelegt. „Auch die Feuerwehrzufahrt wird verlegt, weil wir in dem Bereich der aktuellen Zufahrt bauen“, sagt Bunten, „dies passiert als Erstes, damit die Zufahrt zur Schule natürlich jederzeit sichergestellt ist.“

Kanalanschlüsse sind bereits gelegt, in Kürze sollen die tatsächlichen Bauarbeiten losgehen. „Wir rechnen mit einigen Überraschungen“, sagt Kommunix-Geschäftsführer Bunten, „offenbar befinden sich im Erdreich in gut 30 Zentimetern Tiefe Reste der Altgebäude, die hier mal gestanden haben.“ Schotter statt Erdboden erwartet die Bauarbeiter wohl auf einigen Metern, die sie ins Erdreich graben. An der Stelle des Förderzentrums Unna stand einst das Badehaus der Kuranlagen von Königsborn.

Für Kommunix ist die Chance, bereits jetzt mit dem Bau beginnen zu können, dringend nötig: „Aktuell arbeiten zehn Mitarbeiter übergangsweise schon gegenüber in Büros, weil wir hier keinen Platz mehr haben“, sagt Joseph Bunten. Sobald der Neubau fertiggestellt ist, werden sie dorthin umziehen. 40 Mitarbeiter hat Kommunix derzeit; der Neubau ist durchaus „luftig“ geplant.

„Wenn die Leute auf dem Markt wären, könnte ich sofort zwei bis drei neue Leute einstellen. Wir brauche Software-Entwickler, weil unsere Produkte gerade sehr gut gekauft werden“, sagt Bunten. Aktuell arbeitet Kommunix daran, alle seine Angebote so anzubieten, dass sie nicht mehr von einem bestimmten Betriebssystem abhängig sind, sondern von Webbrowsern aus angesteuert werden können. Kunden sind unter anderem die Stadt Dortmund, das Land Bremen und ein kommunales Rechenzentrum in Hessen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Gesellschaft
Quatschen unter Gleichgesinnten: Am Stammtisch haben „Fake News“ keine Chance
Hellweger Anzeiger Landwirtschaft
„Ganz Massen-Nord erstickt in Gülle“: Unnaerin beschwert sich über massiven Gestank