So unfair werden Handys hergestellt: Schulprojekt weckt Mitleid und Verständnis

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Mit Geschichten über Ressourcen und mit den Menschen, die dahinter stehen, befassten sich Schüler der Peter-Weiss-Gesamtschule. Es ging um den fairen Umgang mit Elektronikgeräten.

von Sebastian Pähler

Unna

, 27.09.2019, 11:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Bewusstsein für die Themen Nachhaltigkeit und Fairtrade im Zusammenhang mit Elektronik schufen die Verbraucherzentrale und das Umweltamt am Donnerstag mit einer Aktion an der Peter-Weiss-Gesamtschule. „Unser Konsum hat Folgen“, lautete das Credo, unter dem Schülerinnen und Schüler sich mit fair produzierten Elektrogeräten beschäftigten.

Rollenspiel für mehr Verständnis

Durchaus augenöffnend war ein Rollenspiel, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Rolle gleichaltriger und doch sehr unterschiedlicher Jugendlicher schlüpften. Uta Wippermann-Wegener von der Verbraucherzentrale Unna gab ihnen dabei sehr unterschiedliche Hinweise, wie ihr fiktives Leben aussieht. Während der eine sich gerade über sein neues Handy freut, muss die andere für einen Hungerlohn in einer Fabrik eben genau diese Handys zusammensetzen.

Denn der eine spielte einen Jugendlichen von hier, die andere eine Jugendliche aus China. „Faire Bananen und Schokolade kennen die meisten ja schon. Wir wollten uns einmal dem Thema faire Elektronik widmen“, erläuterte Wippermann-Wegener. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Martina Bahde und Nicole Katsigiannis vom städtischen Umweltamt klärte sie im Rahmen der Projektwoche für Fairness über die Arbeitsbedingungen und die Umweltverträglichkeit von Elektronik auf.

Es ist ein schwieriges Thema, denn selten sind die Lieferketten transparent genug, um die Versprechen von Unternehmen nachzuprüfen, so Katsigiannis. Als Beispiel wurde an einem Schulcomputer etwa eine nachhaltig produzierte Computermaus installiert, in der Hoffnung das das Beispiel Nachahmer findet.

Filme für die Fairness

Um das Thema aufzuarbeiten, drehten die Teilnehmer selbst Filme. So genannnte Ressourcengeschichten wurden dabei erzählt. In einem Film zeigten die Schüler etwa, unter welchen Bedingungen im Kongo Kinder für Rohstoffe in Mienen arbeiten. „Die taten mir so leid“, stellte etwa Niklas (14) fest. Seine Mitschülerin May-Marie ergänzte: „Wir wollen zeigen, wie die Leute da leben, damit die hier sehen, wie gut sie es haben.“ Auch Eric war davon überrascht, wie viele Rohstoffe in einem einzelnen Handy stecken. „Man denkt, wenn das Handy kaputt ist, dann ist es kaputt“, erklärte er. Dass sich aber etwa Gold und Kupfer aus einem Handy gewinnen lassen, das dann nicht mehr unter fragwürdigen Bedingungen gefördert werden muss, war auch den anderen in seinem Team nicht klar. Deswegen beschäftigen diese Schüler in ihrem Film vor allem mit dem Nachhaltigkeitsaspekt.

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