Weniger Anmeldungen als sonst – so funktioniert die OGS-Betreuung in den „Corona-Ferien“

dzKinderbetreuung

Die Schulen sind in den Ferien geschlossen, doch das stimmt nicht ganz: Kinderbetreuung läuft weiter. In der Corona-Lage ist die Nachfrage gering, der Aufwand trotzdem hoch.

Unna

, 16.10.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Herbstferien sind für viele Familien Gelegenheit zum Durchatmen, doch es hat nicht jeder Urlaub, und Kinderbetreuung gibt es auch während der Ferien. Vor dem Hintergrund der zugespitzten Corona-Krise scheint die Nachfrage gering. Gleichzeitig macht der notwendige Infektionsschutz die Arbeit in den Offenen Ganztagsschulen aufwendig. So funktioniert Betreuung in den „Corona-Ferien“.

Nur ein Bruchteil kommt in den Ferien

„Wir haben total niedrige Anmeldezahlen“, sagt Michael Klimziak, beim Evangelischen Kirchenkreis Unna zuständig für die Offenen Ganztagsschulen. Der Kirchenkreis ist in Unna einer von drei OGS-Trägern. Die beiden anderen sind die Arbeiterwohlfahrt (Awo) und die Sozialpädagogische Initiative (SPI). Durch den Kirchenkreis betreut werden in der ersten Ferienwoche 16 Kinder von zwei Schulen im Gebäude der Grilloschule. Angemeldet waren 25. Zum Vergleich: Außerhalb der Ferienzeiten gehen 106 Grilloschüler zur OGS, 155 Mädchen und Jungen sind es an der Katharinenschule.

Klimziak bestätigt den Eindruck, dass Familien wegen der aktuellen Situation im Zweifel ihr Kind eher nicht in die Betreuung geben. „Das hängt sicher auch mit Corona zusammen.“ Denkbar sei, dass Eltern auch Sorgen wegen eines möglichen Ansteckungsrisikos haben. Sie jetzt während der Betreuung bestmöglich zu schützen, sei aber kein Problem, so Klimziak. In der ersten Ferienwoche werden Kinder der Grilloschule und der Katharinenschule am OGS-Standort Grilloschule betreut. Sie sind in nach Schulen getrennten Gruppen. In der zweiten Ferienwoche soll ähnlich in Massen verfahren werden, mit Kindern der Sonnen- und der Schillerschule in den Räumlichkeiten der Sonnenschule. Möglich wäre es auch, dass von Grillo- oder Katharinenschule jemand in der zweiten Ferienwoche am Angebot teilnimmt. Dies, so Klimziak, würde aber im Moment nicht nachgefragt.

Trennung nach Schulen nicht komplett möglich

Je weniger Kinder aus verschiedenen Gruppen gemischt werden, umso besser erscheint es mit Blick auf den Infektionsschutz. Die Trennung nach Schulen ist aber nicht überall möglich, je nach dem, wie viele Schulen ein OGS-Träger versorgen muss. Die SPI betreut Kinder der Nicolai-, Falk-, Osterfeld- und Liedbachschule sowie der Grundschule Lünern. Insgesamt 30 waren für die erste Ferienwoche in den Räumen der Nicolaischule angemeldet, 22 für die zweite am Standort Osterfeldschule. Auch dies sind laut SPI etwas weniger als üblich.

Vor Ort würden jeweils zwei Gruppen gebildet, so SPI-Abteilungsleiterin Yvonne Gutzeit. Die Gruppen würden zwar nach Schulen sortiert, aber eine rein gruppenbezogene Betreuung nach Schulen sei nicht möglich. Bei teils nur ein bis zwei Kindern aus einer Schule sei dies „weder personell leistbar noch den Schülerinnen und Schülern zumutbar“.

Die Auswirkungen eines aktuellen Corona-Falls bleiben trotzdem bisher beschränkt: Eine Betreuungskraft ist positiv getestet worden, wie am Donnerstagabend bekannt wurde. Daraufhin mussten einige Falkschüler aus der Ferienbetreuung abgeholt werden und in Quarantäne. Schüler anderer Schulen seien nicht betroffen, da die Falkschüler in einer separaten Gruppe waren, teilte die SPI mit.

Hoher Personalaufwand

Das mit der Schulverwaltung abgestimmte Konzept sieht Betreuung mit konstantem Personal vor, die tägliche Dokumentation der Gruppenzusammensetzung sowie die Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln. „Trotzdem versuchen alle Mitarbeiterinnen den Kindern ein abwechslungsreiches Programm zu bieten, mit verschiedenen Kreativ-, Spiel-, Bewegungs- und Werkangeboten“, erklärt Gutzeit.

Grundsätzlich sei durch Corona der Verwaltungs- und Betreuungsaufwand in der OGS „extrem gestiegen“, berichtet sie. Die Gruppenzusammensetzungen müssen täglich dokumentiert werden. Die Gruppen sollen möglichst homogen gebildet werden, möglichst im Klassenverband. Dies sei sehr personalintensiv und mit dem vorhandenen Personal nur schwer umsetzbar, erklärt Gutzeit. „Daher bleibt zu hoffen, dass größere Krankheitswellen ausbleiben.“

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