So bringt „Musik in Gärten“ sogar Touristen nach Lünern

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Zum Projekt für das ganze Dorf ist die „Musik in Gärten“ mittlerweile geworden. Am Sonntag lockten Konzerte Nachbarn aber auch immer mehr Auswärtige in Lünerner Gärten.

von Sebastian Pähler

lünern

, 02.09.2019, 12:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Richtiges Glück hatten die Lünerner in diesem Jahr bei ihrem Projekt „Musik in Gärten“: Trotz des angekündigten Unwetters war es nur das Mitmach-Trommelkonzert für Kinder, das aufgrund des Regens nicht im Garten der Familie Habbes stattfinden konnte und ins Alte Lehrerhaus verlegt werden musste.

Danach rissen die Wolken auf und zum Nachmittag hin wurde es sogar sonnig in Unnas Osten. So konnten sich die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer über abwechslungsreiche Unterhaltung an einem schönen Spätsommertag freuen.

So bringt „Musik in Gärten“ sogar Touristen nach Lünern

Trommler Joseph Mahame musste zwar wegen des Regens vom Garten ins Alte Lehrerhaus umziehen, konnte den Lünerner Kindern aber auch dort das Trommeln beibringen. © Sebastian Pähler

„Mehr als Nasswerden kann nicht passieren“, stellte Initiator Acki Schröter fest, der trotz des morgendlichen Regens zum Klassikkonzert in seinen Garten eingeladen hatte. Die Entscheidung erwies sich als richtig, denn von da ab wurde das Wetter immer besser. Für Schröter ist die „Musik in Gärten“, ein Beweis, „dass man mit ungewöhnlichen Dingen Menschen erreichen kann, man muss es nur machen“. Das sah der Lünerner auch stellvertretend für das gesamte Dorfleben. So berichtete er etwa über die positive Entwicklung des geplanten Dorfladen-Projektes und andere Veränderungen in Lünern.

So bringt „Musik in Gärten“ sogar Touristen nach Lünern

Das Interesse an der „Musik in Gärten“ war auch in diesem Jahr groß. Zahlreiche Besucher aus Lünern, Unna und der Region fanden ihren Weg auf den Hof der Familie Walter und zu den anderen Spielorten. © Sebastian Pähler

Aber mittlerweile hat die Veranstaltung auch eine Wirkung über das Dorf hinaus. So kommen inzwischen Besucher aus der ganzen Region, um der Veranstaltung beizuwohnen. „Es hat schon einen Ruf bekommen“, so Schröter, den es immer noch erstaunt, was nach sieben Jahren aus dem kleinen Dorffest mit Freunden und Familien im kleinsten Rahmen geworden ist. „Das nur, weil das Dorf bereit ist, das mitzumachen“.

Etwas für jeden Geschmack

Den Anfang machte Joseph Mahame, der mit Tanz, seinen Trommeln und anderen afrikanischen Instrumenten den Lünerner Kindern im Alten Lehrerhaus nicht nur Rhythmusgefühl vermittelte, sondern auch Lieder aus Uganda vorstellte. So zeigte er ihnen etwa „Schokolade für die Ohren“, kleine Glöckchen, die er ganz besonders mag, oder brachte ihnen das Lied „Singa Mbuuse“ bei.

Klassisch wurde es danach nur ein paar Meter weiter an der Lünerner Bachstraße, wo die Mezzosopranistin Cordula Boy unter dem Titel „Natur und Liebe“, Lieder aus der Romantik vortrug. Begleitet wurde sie dabei von Klaus Bertram am Klavier. Kompositionen von Edvard Grieg durften dabei genau so wenig fehlen wie Stücke von Robert Schumann oder Carl Maria von Weber.

So bringt „Musik in Gärten“ sogar Touristen nach Lünern

Zum geselligen Höhepunkt wurde auch in diesem Jahr das Konzert auf dem Hof der Familie Walter. Diesmal spielte dort die VHS- und JKS- Bigband „Jazzpark“. © Sebastian Pähler

Den jazzigen Teil der Veranstaltung brachte die VHS- und JKS-Bigband „Jazzpark“ auf den Hof der Familie Walter Im Stillen Winkel. Dort konnten sich die Besucher mit einer Wurst vom Grill stärken, während Bandleader Jörg Budde beschwingt mit seinen Musikern Jazzklassiker und Raritäten präsentierte.

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Einen Ausflug in die Romantik machten die Teilnehmer der „Musik in Gärten“ am Sonntag mit Cordula Boy. Das kleine Konzert passte unter dem Titel „Natur und Liebe“ besonders gut in das Programm der Freiluftveranstaltung. © Sebastian Pähler

Für einen lauten Abschluss sorgte schließlich die Gruppe „Tisch17“ aus Essen an der Lünerner Schulstraße. Im vergangenen Jahr hatte Hausherrin Jennifer Schmidt ein Wohnzimmerkonzert mit der Jazz- und Punkband gewonnen und dieses dann in die „Musik in Gärten“ integriert. Den Musikern gefiel das so gut, dass sie auch 2019 wieder dabei waren.

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Künstlerin Agnes Pester öffnete für die „Musik in Gärten“ am Sonntag ihr Atelier. © Sebastian Pähler

Offene Ateliers

Begleitet wurde die Musik diesmal von gleich drei bildenden Künstlern. Im Atelier von Fotograf Thomas Kersten zeigte dieser nicht nur eigene Fotografien, wie seine Bilderreihe „Väter und Söhne“ oder Aufnahmen der Stadtkirche, sondern bot auch einen Platz für die charakterstarken und charismatischen Skulpturen von Sibyll Möbius. Malerin Agnes Pester stellte in ihrem Atelier ihre neusten Arbeiten unter dem Titel „Short Stories“ vor. So war die „Musik in Gärten“ im siebten Jahr die vielschichtigste Ausgabe dieses Dorfprojektes.

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Sibyll Möbius und Thomas Kersten präsentierten anlässlich der „Musik in Gärten“ Fotos und Skulpturen. © Sebastian Pähler

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