Dank der Bürgerstiftung gewöhnen sich in Unnas Freibad Kinder ans Wasser, die sonst vielleicht nicht schwimmen lernen würden. Spenden aus der Unnaer Bürgerschaft machen es möglich.

Unna

, 06.08.2019, 16:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

In zwei neuen Kursen lernen Grundschüler in diesem Sommer im Bornekamp-Freibad schwimmen. Möglich macht dies die Bürgerstiftung Unna. Einmal mehr fördert die Stiftung Bewegungsangebote, für die im Schul- und Familienalltag Zeit und Geld fehlen. Im vergangenen Jahr wurden Nachmittags-Sportangebote an Unnaer Schulen ermöglicht. In diesem Jahr konzentriert sich die Stiftung auf das Schwimmenlernen. Dass der Bedarf vorhanden ist, hätten die Unnaer Schulen bestätigt, berichtet Werner Overwaul vom Vorstand der Bürgerstiftung. Teils müssten Eltern den regulären Schwimmunterricht begleiten, damit genügend Aufsichtspersonen am Becken sind. „In Schulen fehlt Personal“, sagt Jessica Mense vom Bornekamp-Verein. Sie höre öfter von Eltern, dass es im Schulunterricht kaum möglich sei, aus Nichtschwimmern Schwimmer zu machen.

Zielgruppe: Kinder aus sozial benachteiligten Familien

So arbeitete die Bürgerstiftung auch bei diesem Projekt wieder mit Unnaer Grundschulen zusammen. Die Schulen nannten Kinder, die für die Sommerkurse infrage kommen. Besonders Schüler aus sozial benachteiligten Familien hat die Stiftung dabei im Blick. Sie müssen für dieses Angebot nichts bezahlen. Die Stiftung überweist dem Freibadverein eine Spende, dieser organisiert die Schwimmkurse mit eigenen Leuten oder Ausbildern von den Schwimmfreunden.

So bringt die Bürgerstiftung Kinder in den lebensrettenden Kontakt mit dem Wasser

Die Schwimmlehrer Emmanuel Grote (l.) und Christian Kalinowski bringen Kindern die grundlegenden Bewegungsabläufe bei, die für das sichere Schwimmen nötig sind. © Udo Hennes

Manche Eltern schwer zu motivieren

Schade sei, dass gerade Eltern aus der Zielgruppe, die mit diesem Angebot angesprochen werden soll, teils schwer zu mobilisieren seien, meinen Mense und Overwaul. So gibt es in beiden Schwimmkursen, die je eine Woche dauern, Platz für zwölf Kinder, es seien aber zum ersten Kurs in dieser Woche nicht alle angemeldeten Kinder gekommen. Overwaul sieht deswegen umso mehr Bedarf für ein solch niedrigschwelliges Angebot. „Wir müssen die Kinder mitnehmen.“ Die Initiatoren des Projekts wollen sich eben besonders um die Familien bemühen, die selbst nicht motiviert oder in der Lage sind, ihre Kinder in einem regulären Schwimmkurs unterzubringen.

Ziel: „Seepferdchen“ als Grundlage

Diejenigen, die da sind im Bornekamp, haben Spaß und lernen, sich im Wasser zurecht zu finden. Das Ziel sei das „Seepferdchen“-Abzeichen nach einer Woche mit insgesamt zehn Unterrichtseinheiten, erklärt Mense. Dieses ist noch kein Schwimmerabzeichen, gilt aber als guter Einstieg, damit Kinder sich solide über Wasser halten können. Bei solchen Kursen hätten die Kinder erfahrungsgemäß sehr unterschiedliche Voraussetzungen.

Einige überschätzen sich, springen mutig vom Startblock oder tauchen los, ohne tatsächlich schwimmen zu können. Andere wiederum fürchten sich vor dem Wasser. „Manchmal ist es auch schon ein Erfolg, wenn sie nach einer Woche ohne Angst ins Becken springen“, sagt Mense. In diesem Fall würde das teilnehmende Kind keinen „Seepferdchen“-Aufnäher bekommen. Aber der wichtige Anfang wäre gemacht. Sie würde sich wünschen, dass diese Arbeit dann fortgesetzt wird, sagt Mense. Denkbar sei es, ärmeren Familien für den Winter Zugang zum Hallenbad zu ermöglichen. Mense und Overwaul wollen sich darum kümmern.

So bringt die Bürgerstiftung Kinder in den lebensrettenden Kontakt mit dem Wasser

Sie machen gemeinsame Sache, damit mehr Kinder das Schwimmen lernen: Werner Overwaul von der Bürgerstiftung Unna und Jessica Mense vom Bornekamp-Verein. © Udo Hennes

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Bahnverkehr

Sorge vor Lokführermangel: Verkehrsverbund VRR lässt Eurobahn nicht auf die S4-Linie

Hellweger Anzeiger Kampfmittelfund

Alte Granate auf dem Acker: Haubitzengeschoss in Billmerich war eine „taube Nuss“

Hellweger Anzeiger Peek und Cloppenburg

Erste Etage schon gesperrt: Textilkaufhaus in Unna wird bis Ende November leerverkauft

Meistgelesen