Sinn rechnet mit über 50 Millionen Euro Umsatzverlust wegen Corona

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Die Coronakrise hat beim Textilunternehmen Sinn zu massiven Umsatzeinbußen geführt. Frühestens 2023 rechnet Sinn auch in Unna wieder mit „normalen“ Umsätzen.

Unna

, 29.06.2020, 10:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Eröffnungsparty war geplant, die Kleiderständer voll und der Sekt kalt gestellt – doch als Sinn am 19. März sein neues Geschäft in Unna eröffnen wollte, galt in ganz Nordrhein-Westfalen bereits der Lockdown. Allein die Schließungsphase vom 18. März bis 11. Mai hat bei dem Textilunternehmen zu einem Umsatzverlust in Höhe von 33 Millionen Euro geführt. Bis Ende Juli rechnet Friedrich-Wilhelm Göbel, Generalbvevollmächtigter der Sinn-Gruppe, mit weiteren rund 20 Millionen Euro Umsatzverlust.

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Trotzdem hat Göbel eine gute Nachricht für Unna: „Unser Haus in Unna wird bleiben. Wir sind hier tatsächlich gut unterwegs. Nach und nach spüren wir, dass wir hier regen Zulauf bekommen.“ Auf 3000 Quadratmeter hat Sinn in Unna in der ehemaligen Peek und Cloppenburg-Filiale ein Zuhause gefunden. Auch das derzeit laufende Schutzschirmverfahren ändere nichts daran, dass man an dem Standort in Unna festhalte. Ende April hatte Sinn die Insolvenz in Eigenregie beantragt – als Folge der Corona-Krise. Göbel geht davon aus, dass das Verfahren im Laufe des Augusts zu einem „guten Ende“ kommen wird.

„Unser Haus in Unna wird bleiben. Wir sind hier tatsächlich gut unterwegs.“
Friedrich-Wilhelm Göbel, Generalbvevollmächtigter der Sinn-Gruppe

„Wir werden innerhalb der nächsten zwei Wochen den Insolvenzplan beim Amtsgericht Hagen vorlegen. Am 1. August wird dann offiziell die Insolvenz eröffnet“, erklärt der Chef der Sinn-Gruppe. Dieses sogenannte Schutzschirmverfahren bedeutet nicht, dass Sinn zahlungsunfähig ist, sondern vielmehr, dass das Unternehmen gute Chancen auf eine Sanierung hat – wenn die Gläubiger dem Insolvenzplan zustimmen. „Wenn alles gut läuft, könnten die Gläubiger Ende August über unseren Plan abstimmen. Stimmen sie zu, ist das Verfahren aufgehoben und wir sind wieder ein normales Unternehmen“, so Göbel.

„Normale“ Umsätze frühestens wieder 2023

Mit Umsätzen wie vor der Corona-Krise rechnet Göbel allerdings erst wieder im Jahr 2023. „Die Menschen haben einfach eine Konsumangst, viele gehen noch nicht wieder raus“, hat er festgestellt. Zumal das Shopping mit Mundschutz auch nicht gerade attraktiv sei. Sinn hatte in Unna zunächst Anfang Mai auf einer reduzierten Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern eröffnet – eine Regelung, die Göbel damals als „willkürlich“ kritisiert hatte und seinen Unmut in einem offenen Brief an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kundtat.

Die Sinn GmbH befand sich bereits 2016 in einem Schutzschirmverfahren. Aktuell beschäftigt das Unternehmen mit Stammsitz in Hagen 1400 Mitarbeiter an 22 Standorten.

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