Mit Video: So sieht es bei Sinn in Unna aus - ein neues Modehaus ohne Kunden

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Leere Gänge am Eröffnungstag, bunte Frühlings-Shirts, die keiner kauft: Der Tag, an dem Sinn in Unna sein neues Modehaus öffnet, ist kein Tag zum Shoppen. In der Coronakrise bleiben die Türen zu.

Unna

, 20.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das grüne T-Shirt verspricht den Frühling. Die helle Hose schreit förmlich danach, mit ihr durch den Park zu spazieren. Doch kaufen wird sie an diesem Tag in Unna niemand. Corona hat dafür gesorgt, dass die Türen des Einzelhandels geschlossen bleiben. Die Eröffnung des neuen Modehauses von Sinn in Unna könnte kaum gespenstischer sein.

Neuer Eröffnungstermin unklar


Erlass gilt zunächst bis 19. April 2020

  • Laut dem Erlass der NRW-Landesregierung vom 17. März dürfen Geschäfte des Einzelhandels zunächst bis zum 19. April nicht wieder öffnen. Dieses Datum fällt auch mit dem Ende der Osterferien zusammen; auch die Schulen und Kindertagesstätten sind bis zu diesem Tag geschlossen.
  • Wann Sinn demnach seine Eröffnung in Unna nachholt, können die Verantwortlichen derzeit nicht sagen. „Das liegt nicht in unserer Hand“, sagt Friedrich-Wilhelm Göbel.

„Das hier ist alles Frühlingsware, der Saisonstart war ja gerade erst“, sagt Friedrich-Wilhelm Göbel. Der Generalbevollmächtigte der Sinn Gruppe ist an diesem 19. März in Unna, jenem Tag, an dem Sinn eigentlich sein Modehaus mit einem „Pre-Opening“ für Stammkunden eröffnen wollte. Eigentlich ein idealer Zeitpunkt: März, April und Mai sind die Monate, in denen die Menschen Lust auf neue Kleidung, auf Frühling und auf Veränderung haben.

„Das sind auch die Monate, in denen wir die Frühlingsmode zu den Normalpreisen verkaufen können. Danach kommen dann die Preisnachlässe, wenn die Saison ausklingt“, erklärt Göbel. Die Schließung des Einzelhandels für die kommenden vier Wochen bedeutet für Sinn demnach schon jetzt einen großen Verlust. „Wenn wir bis Mitte April geschlossen bleiben müssen, wonach es jetzt ja aussieht, dann haben wir bis dahin 30 Prozent des Frühjahrsumsatzes verloren“, bringt Göbel es auf den Punkt.

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Doch nur pessimistisch denken wollen sie in diesen Tagen bei Sinn nicht. „Wir haben gestern mit unseren Mitarbeitern mit einem Glas Sekt angestoßen - natürlich mit dem entsprechenden Abstand“, sagt Lutz Hockemeyer, Geschäftsleiter des Modehauses in Unna. Sich belohnen für die viele Arbeit, die sie in den vergangenen Wochen und Monaten in ihr neues Haus in Unna gesteckt haben, das war der Gedanke. „Unsere Belohnung sind sonst die Kunden, die mit vollen Tüten aus dem Laden gehen. Das fehlt uns jetzt natürlich“, sagt Hockemeyer.

Alles, was hier hängt und präsentiert wird, ist Frühlingsware. Wann sie verkauft werden kann, ist unklar.

Alles, was hier hängt und präsentiert wird, ist Frühlingsware. Wann sie verkauft werden kann, ist unklar. © Roland Hentsche

Was in dem neuen Geschäft definitiv nicht fehlt, ist Licht: Fast überall erreicht Tageslicht die Kleiderständer, die Fensterflächen sind um ein Vielfaches größer als noch beim Vormieter Peek und Cloppenburg. „Wir haben die Folien von den Fenstern entfernt und Umkleidekabinen anders platziert, damit alles heller und transparenter wirkt“, erklärt Friedrich-Wilhelm Göbel. Sitzecken mit Handyladeanschlüssen, bequeme Sessel und eine große Kissensitzfläche im Eckfenster über dem Haupteingang zeigen: Hier soll man sich gerne länger aufhalten.

Das Signal der Sitzecke mit Kissen ist eindeutig: Hier dürfen Kunden gerne länger verweilen.

Das Signal der Sitzecke mit Kissen ist eindeutig: Hier dürfen Kunden gerne länger verweilen. © Roland Hentsche

Was innen hell und freundlich wirkt, hat jetzt noch einen weiteren Vorteil: Durch die vielen Fensterflächen können die Kunden zumindest von außen schon mal sehen, was Unnas neues Modehaus bietet - bis sie irgendwann auch dort einkaufen können.

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