Sinn bleibt in Unna – und hofft auf die Mühle Bremme

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Das Modehaus Sinn feiert in diesen Tagen sein 120-jähriges Bestehen. In Unna startete Sinn im März 2020 unter denkbar ungünstigen Bedingungen – und trotzdem feiert Unna mit.

Unna

, 29.09.2020, 11:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sind schwierige Zeiten, um einen Geburtstag zu feiern. Als Textilhändler sind die Zeiten ungleich schwieriger. Doch das Modehaus Sinn feiert den ganzen Oktober über nicht nur seinen 120. Geburtstag; das Unternehmen gibt auch ein klares Bekenntnis zum Standort Unna.

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„Wir sind in Unna angekommen. Wir sind hier richtig; das fühlt sich gut an“, sagt Lutz Hockemeyer, Geschäftsleiter des Modehauses am Rathausplatz. Vor einem halben Jahr eröffnete Sinn in der ehemaligen Peek und Cloppenburg-Immobilie sein Modehaus auf 3000 Quadratmetern – mitten in der Corona-Krise. Ende April beantragte das Unternehmen unter dem Eindruck der Corona-Krise die sogenannte Insolvenz in Eigenregie. In diesen Tagen soll das Verfahren zu einem positiven Abschluss kommen, das heißt: Die Gläubiger haben den Insolvenzplan angenommen und Sinn geht ohne Ladenschließungen und Stellenabbau aus diesem Schutzschirmverfahren.

Sinn feiert 120 Jahre

Rabattcoupons für Stammkunden

  • Im Jahr 1900 wurde die WHG (Westdeutsche Handelsgesellschaft) durch die verschiedenen unabhängigen Modehäuser der Sinn-Familien gegründet. Aus dieser Gesellschaft ist über die vergangenen 120 Jahre die heutige Sinn GmbH entstanden.
  • Sinn möchte dieses Jubiläum im Oktober mit seinen Kunden feiern und bietet daher Stammkunden besondere Coupon-Aktionen an. Eine große Geburtstagsfeier wird es aufgrund der geltenden Corona-Beschränkungen nicht geben. „Wir möchten mit den Coupons unseren Kunden Lust auf die Herbstmode machen und hoffen, dass es viele motiviert, ein kleines bisschen mit uns zu feiern“, sagt Lutz Hockemeyer.

Für die 46 Mitarbeiter am Standort in Unna bedeutet dies die Sicherheit, dass sie sich langfristig auf die Unnaer Kundschaft einstellen können. Die Weichen dafür hat Lutz Hockemeyer bereits gestellt: „Wir sind seit kurzem auch Mitglied im City-Werbering, denn wir sehen uns als lokaler Händler in Unna“, sagt der Geschäftsleiter. Die Papier-Gutscheine des Werberings werden bei Sinn bereits entgegengenommen, in gut einem halben Jahr funktioniere dies auch mit den Online-Gutscheinen.

„Wir bereuen es definitiv nicht, nach Unna gekommen zu sein.“
Lutz Hockemeyer, Geschäftsleiter Sinn-Modehaus Unna

Trotz des erschwerten Starts – die große Eröffnungsfeier am 20. März musste wegen der Corona-Pandemie wenige Tage vorher abgesagt werden – scheint Unna ein gutes Pflaster für Sinn zu sein: „Die Rückmeldungen, die wir von den Kunden bekommen, sind sehr positiv, das freut uns sehr. Wir bereuen es definitiv nicht, nach Unna gekommen zu sein“, sagt Hockemeyer, der auch große Hoffnungen in die Stadtentwicklung rund um sein Modehaus setzt. „Natürlich verfolgen wir sehr genau, was an der Mühle Bremme passiert. Ich denke, dass die Entwicklung dort sehr wichtig für Unna ist und sicherlich auch nochmal den Bereich hier rund ums Rathaus aufwerten wird.“

Zuletzt hatte Friedrich-Wilhelm Göbel, Generalbevollmächtigter der Sinn-Gruppe, die Zustände rund ums Rathaus und damit auch direkt vor dem Sinn-Modehaus kritisiert und ein schärferes Vorgehen der Stadt gegen die dortige Trinkerszene gefordert. Lutz Hockemeyer blick unterdessen aufs Weihnachtsgeschäft: „Eine kleine Version eines Weihnachtsmarktes, vielleicht hier auf dem Rathausplatz, wäre vielleicht denkbar“, regt er an, „November und Dezember sind schließlich die umsatzstärksten Monate im Einzelhandel.“

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