Siebziger-Jahre: Horst Weckelmann beteiligt sich an Buchprojekt

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Der Massener Horst Weckelmann weiß viel zu berichten über die Bergbaugeschichte. Dieses Wissen gibt er nun in einem Buch weiter, das sich mit den 1970er-Jahren im Ruhrgebiet befasst.

Unna

, 19.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Bergbau und insbesondere der Kampf für die Anliegen der Beschäftigten spielen im Leben von Horst Weckelmann eine große Rolle. Er hat sich in der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie (IGBE) engagiert. Seine Erfahrungen teilt er gerne mit anderen – jetzt wieder mit einem Buchprojekt, an dem er sich beteiligt.

„Disco, Willy und Flokati“ heißt das Buch, das jetzt im Klartext-Verlag erschienen ist. Es sammelt Erinnerungen an die 1970er-Jahre im Ruhrgebiet. Zahlreiche Menschen haben daran mitgearbeitet – und eben auch Horst Weckelmann. Zwei Beiträge liefert er für das Buch.

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„Das ist schon das achte Buch dieser Art, in dem Texte von mir erscheinen“, freut sich Weckelmann. Als die Anfrage zum Thema „1970er-Jahre im Ruhrgebiet“ gekommen sei, habe er nicht lange überlegen müssen.

Im ersten Text geht es um den Ehrenteller, den die IGBE langjährigen Mitarbeitern als Dank und Anerkennung überreichte. „Es sollte etwas sein, was der Bergmann schätzte und in Ehren hielt“, erklärt Weckelmann, wie es zur Entscheidung kam, exklusive Teller der Porzellanmanufaktur Fürstenberg an Jubilare zu übergeben.

„Diese Teller gab es nicht im Handel. Sie waren und sind etwas Besonderes. Und sie sind so schön, dass sie auch einen Platz in den Wohnzimmern fanden.“

Das Buch

Zeitreise auf 176 Seiten

Das Buch „Disco, Willy und Flokati“ ist als Hardcover im Klartext-Verlag erschienen. Herausgeber sind Ulrich Homann und Achim Nöllenheidt. Das Buch umfasst 176 Seiten und kostet 16,95 Euro. Bezogen werden kann es über die ISBN 978-3-8375-2014-9.

Inzwischen sind solche Teller auch schon weitervererbt worden, teils landen sie auch auf Trödelmärkten. Allerdings betont Weckelmann, dass zu den Tellern auch eine Schachtel und ein Zertifikat gehörten. Der Massener ist selbst schon seit sieben Jahrzehnten Mitglied in der IGBCE, wie sie inzwischen heißt. Er bewahrt die Teller gut auf, sie haben einen Ehrenplatz.

Der zweite Text, den Weckelmann für das Buch verfasst hat, befasst sich mit politischen Rahmenbedingungen der Zeit. Als Bezirksjugendsekretär der IGBE kämpfte er selbst für ein Wahlrecht mit 18 Jahren, später machte er sich in anderer Funktion zum Beispiel dafür stark, dass Bergleute, die Opfer von Zechenschließungen wurden, nicht zum Arbeitsamt mussten.

„Sie bekamen ein Anpassungsgeld, wenn sie über 50 Jahre alt waren und mindestens 25 Jahre im Bergbau gearbeitet hatten“, erklärt Weckelmann. Damit waren sie sozial abgesichert, bis sie ihre Rente antraten – getreu dem Motto „Kein Bergmann darf ins Bergfreie fallen“. Ein weiteres wichtiges Anliegen war Weckelmann die Verbesserung der Ausbildungssituation.

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