Senior-Chefin von Textilhaus Nieder feiert ihren 90. Geburtstag

dzHandel

Gardinen, Tischdecken oder Damenbekleidung: Das alles kaufte man bis 1985 in Unna beim Textilhaus Nieder. Jetzt wird die Senior-Chefin 90 Jahre alt - und freut sich auf etwas ganz Besonderes.

Unna

, 09.06.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine kleine Familienfeier, nur die engsten Verwandten und Freunde wiedersehen: Darauf freut sich Gisela Nieder an diesem Tag ganz besonders. Am heutigen 9. Juni wird die ehemalige Chefin des Textilhauses Nieder 90 Jahre alt - und begeht diesen runden Geburtstag im Kreise ihrer Liebsten. Lange war nicht klar, ob das klappen würde.

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„Das Textilhaus meiner Großeltern hat eine Generation begleitet.“
Nora Wittler, Enkelin von Gisela Nieder

„Meine Großmutter freut sich sehr darauf, dass sie endlich ihre Freunde, Familie und Verwandte im kleinen Kreise wieder sehen kann“, sagt Enkelin Nora Wittler.

Ihre Großmutter lebt mittlerweile im Hans-Jürgen-Janzen-Haus in Frömern. Die vergangenen Woche in der Corona-Krise hat sie gut überstanden - und dank der nun geltenden Lockerungen kann sie auch ihren Geburtstag mit den Menschen feiern, die ihr am nächsten stehen. „Wir sind alle sehr froh, dass es ihr so gut geht und dass diese kleine Feier an ihrem Geburtstag möglich ist“, sagt Wittler.

Das Textilhaus Nieder - das war vor allem in den 1970er-Jahren in Unna der Inbegriff für „weiße Wäsche“: Gardinen, Tischdecken und auch Damenkleidung gab es in dem Geschäft an der Bahnhofstraße. Heute befindet sich die Drogeriekette Rossmann in den Räumlichkeiten des einstigen Textilgeschäftes. 1985 schloss das alteingesessene Geschäft, das Wolfgang und Gisela Nieder gemeinsam führten, seine Türen.

Gisela Nieder wird am 9. Juni 2020 90 Jahre alt. Zusammen mit ihrem Mann Wolfgang führte sie bis 1985 das Textilhaus Nieder an der Bahnhofstraße.

Gisela Nieder wird am 9. Juni 2020 90 Jahre alt. Zusammen mit ihrem Mann Wolfgang führte sie bis 1985 das Textilhaus Nieder an der Bahnhofstraße. © privat

Dass der Name „Nieder“ noch heute für viele Unnaer ein Begriff ist, freue Gisela Nieder sehr, sagt ihre Enkelin. „Das Textilhaus meiner Großeltern hat eine Generation begleitet“, sagt Nora Wittler, „noch heute finden sich viele Textilien dieser Generation in unserem Besitz - vom Schirm bis zur Tischdecke.“ Auch nach der Geschäftsschließung hielt Gisela Nieder weiterhin den Kontakt zu ihren ehemaligen Mitarbeitern: An Treffen der ehemaligen Nieder-Mitarbeiterinnen, die auch weiterhin Kontakt untereinander hielten, nahm sie nach Möglichkeit teil - und brachte stets alte Fotos von „damals“ mit.

Gisela Nieder in Aktion - hier bei einer privaten Feier, auf der sie ein Aktionsschild des Textilhauses spontan als Hinweisschild auf ihre Waffeln umfunktionierte. „Sauerländer Waffeln“ deshalb, weil Gisela Nieder in Rüthen aufgewachsen ist.

Gisela Nieder in Aktion - hier bei einer privaten Feier, auf der sie ein Aktionsschild des Textilhauses spontan als Hinweisschild auf ihre Waffeln umfunktionierte. „Sauerländer Waffeln“ deshalb, weil Gisela Nieder in Rüthen aufgewachsen ist. © privat

Viel reisen, lange Spaziergänge im Wald, aber auch Einkaufstouren und Weihnachtsmarkt-Besuche haben Gisela Nieder fit gehalten. Und natürlich ihre Familie, mit der sie stets viel gemeinsam unternommen hat. „All diese Liebe und Aktion hat sie sicherlich zu diesem tollen erfüllten Leben gebracht“, meint Nora Wittler. Dass sie die Corona-Krise in ihrem hohen Alter so gut gemeistert hat, ist noch ein Grund mehr, zu feiern. Das tut die Familie heute auch, im kleinen Kreis. Und sicherlich mit vielen schönen Erinnerungen an das Textilhaus Nieder.

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