Äußerlich wirkt die Autobahnbrücke Liedbachtal dank regelmäßiger Wartung und Überholung frisch. Und dennoch ist das im Kern 60 Jahre alte Bauwerk ein Auslaufmodell: Als die Brücke geplant wurde, waren die Lkw-Massen heutiger Tage unvorstellbar. © UDO HENNES
Autobahnbau

Sechs Jahre Baustellenlärm in der Massener Heide

Die Arbeiten an einer neuen Autobahnbrücke über das Liedbachtal sollen im Dezember in die Vollen gehen. Anliegern stehen sechs Jahre mit besonderen Belastungen bevor – auch mit Lärm.

Dass der Neubau der 60 Jahre alten Autobahnbrücke Liedbachtal nun anläuft, ist bereits seit einigen Wochen erkennbar: Es laufen „vorbereitende Maßnahmen“. Auf der Autobahn selbst zeigen sie sich durch gelbe Linien und Absperrbaken. Neben der Brücke geht auf dem Höhenniveau der Massener Heide die Baufirma mit ihrem Gerät in Stellung.

Im Dezember soll dann der eigentliche Neubau beginnen, das hatte die Autobahn-GmbH des Bundes nun auch an einem Informationsstand vor Ort angekündigt. Planer und Bauleute standen Anliegern Rede und Antwort. Ein wichtiges Thema dabei war die Belastung während der Bauzeit.

Sechs Jahre sind für den Brückenbau veranschlagt. Zum einen ist es die reine Größe des Bauwerks, die eine so lange Zeit bedingt. Für 79 Millionen Euro sollen die 300 Meter lange Autobahnbrücke Liedbachtal und ein kurzer Brückenabschnitt über die Unterführung der Straße Massener Heide erneuert werden. Zum anderen ist es das komplizierte Verfahren, das die Maßnahme noch einmal etwas „größer“ macht: Die Autobahngesellschaft baut unter fließendem Verkehr. Nach und nach sollen neue Brückenteile errichtet, alte abgerissen und die neu errichteten in der Lage verschoben werden.

Anwohner und Besucher der Massener Heide werden auf verschiedenen Ebenen davon betroffen sein. Zu den besonderen Belastungsquellen zählt neben Baustellenverkehr, Dreck und Verkehrsbeeinträchtigungen der Lärm. Dieses Problem brannte den Anliegern schon in der Planungsphase unter den Nägeln, wird die Autobahn doch auch im bisherigen Bestand als zu laut wahrgenommen. Ab Dezember ergänzen sich Fahrzeug- und Baugeräusche.

Arbeiten „fast ausschließlich tagsüber“

Die Autobahn-GmbH deutete Möglichkeiten für Schallschutzmaßnahmen an. Denkbar seien provisorische Lärmschutzwände, aber auch der Einbau von Schallschutzwänden. Dies wird jedoch individuell zu klären sein.

Zumindest in einem Punkt vernahmen Anlieger nun allerdings eine wohl beruhigende Nachricht: Die beauftragte Baufirma werde bei ihren Arbeitszeiten die Vorgaben der Baulärmvorschrift „im Regelfall beachten“, wie es hieß. Sie werde „fast ausschließlich tagsüber tätig sein“.

Die Autobahnbrücke über das Liedbachtal ist eines von unzähligen Brückenbauwerken im bundesdeutschen Autobahnnetz, das erneuert werden soll. Ihr Zustand war zwar besser als der manch anderer Brücke, aber ihr Leistungsvermögen doch sehr ausgelastet. 1961 im letzten Lückenschluss der A1 zwischen Hagen und Kamen freigegeben war sie für ein Verkehrsaufkommen ausgelegt, das von den tatsächlichen Lasten von heute deutlich übertroffen wird.

Über den Autor
Redaktion Unna
Verwurzelt und gewachsen in der Hellwegbörde. Ab 1976 Kindheit am Hellweg in Rünthe. Seit 2003 Redakteur beim Hellweger Anzeiger. Hat in Unna schon Kasernen bewacht und grüne Lastwagen gelenkt. Aktuell beäugt er das politische Geschehen dort und fährt lieber Fahrrad, natürlich auch auf dem Hellweg.
Zur Autorenseite
Sebastian Smulka

Unna am Abend

Täglich um 18.30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.