Schwärmerische Kammermusiknacht im Unnaer ZIB

dzCelloherbst

Der Name des Ensembles ist Programm: Aus Istanbul kommt Cihat Askin – Violine; aus Split stammt Bratschist Wassili Kossjanenko, Pianist Roberto Issoglio ist Turiner, Cellistin Felicitas Stephan und Uli Bär am Kontrabass sind in Opherdicke zu Hause.

von Rainer Ehmanns

Unna

, 07.10.2018, 18:47 Uhr / Lesedauer: 1 min

So ist die „Klangreise durch Europa“, der sich der diesjährige Celloherbst verschrieben hat, in besten Händen. Die Fünf zaubern nicht nur virtuos auf ihren Instrumenten, sondern bieten mit den Werken des Abends wunderbare Melodien und „Ohrwürmer“, die die Zuhörer regelrecht ins Schwärmen versetzen.

Mozarts Klavierquartett g-moll KV 478 geht als ursprüngliche Auftragskomposition weit über den Anspruch und die Fähigkeiten der Musikliebhaber hinaus, da es neben dem Gefälligen schon in den ersten energischen Takten des Allegro Irritierendes enthält und besonders für den Pianisten das Niveau eines Klavierkonzerts hat.

Dem begegnet das Andante mit lieblichen Themen, die sich in einem Dialog warmer Streicherklänge entfalten, bevor das Rondo mit Trugschluss und tänzerischen Zügen überraschende Pointen setzt.

In Jose Bragatos argentinischem Klaviertrio „Milontan“ glüht das Cello über dunklen Klavierakkorden sehnsuchtsvoll auf; Synkopen reißen aus der Hingabe heraus, bevor Streicher und Piano das Thema voller Schmelz wiederholen. Bezwingend ist die Intensität des Zusammenspiels: Geläufigkeit wird Nebensache, im Vordergrund steht die Wiedergabe des Gefühls, das der Musik innewohnt. Diese Sprache der Musik ist universal.

Und auch bei Schuberts „Forellenquintett“ mit seinem lichten, hellen Klangcharakter sind sich die „Europäer“ einig. Unbeschwerte Musizierfreude, Schwung und herzhaft virtuoses Spiel veredeln das Dramatische in den Modulationen, das Aufblitzen des Scherzos, die kantablen Variationen über das Forellenthema und den furiosen Finalsatz zu einem wunderbar unbeschwerten Genuss, dem das wiederholte Scherzo als Zugabe noch ein Sahnehäubchen aufsetzt.

Weitere Informationen über den Celloherbst am Hellweg gibt es auf der Internetseite.
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Mit Bildergalerie

Noch bis Sonntag: KunstOrt Unna gibt „Künstlern zweiter Klasse“ kein Zuhause

Hellweger Anzeiger Evangelische Stadtkirche

Unnas höchstes Kirchturmdach wechselt von grün zu braun – und erst einmal verschwindet es

Hellweger Anzeiger Naturschutz

Die Stadt Unna will noch rigoroser gegen Mountainbiker-Szene im Bornekamp vorgehen

Meistgelesen