Andreas Förster vom NABU richtet den Krötenschutzzaun aus, der die Kröten daran hindern soll, auf der Buschstraße ein Opfer der Autoreifen zu werden. © Udo Hennes
Natur

Schutzzaun steht: Kröten können in Billmerich jetzt sicher wandern

Eigentlich ist es jedes Jahr ein großes Spektakel, wenn der Krötenschutzzaun an der Buschstraße aufgebaut wird. Doch die Grundschulkinder konnten dieses Mal nicht dabei sein.

Wenn es im Frühjahr warm und feucht wird, dann wandern die Kröten. Daran ändert auch die Corona-Krise nichts. Für die Helfer, die jedes Frühjahr den Krötenschutzzaun entlang der Buschstraße aufbauen, bedeutet die Pandemie allerdings einen deutlichen Einschnitt: Die Zahl der helfenden Hände ist geringer als sonst.

Ein halbes Dutzend Helfer hatte Andreas Förster vom NABU am Samstag als Unterstützung – kein Vergleich zu den Vorjahren, wo zahlreiche Eltern der Liedbach-Grundschüler mit anpackten, um den Kröten einen sicheren Weg zu ihren Laichgewässern zu ermöglichen. „Das geht in diesem Jahr nun mal nicht, aber wir werden es auch so schaffen“, sagte Förster. Seit 1983, als die Krötenschutz-Gruppe der VHS die ersten Kröten in dem Bereich der Buschstraße entdeckte, ist er mit dabei, wenn es gilt, den Amphibien sicher zu ihrem Zielort zu verhelfen. Drei Gewässer südlich der Buschstraße sind jedes Jahr das Ziel der Kröten, sobald es wärmer wird.

Jedes Jahr 80 bis 250 Kröten

Doch dazwischen liegt die Buschstraße – ein gefährliches Pflaster für Kröten. Damit die Amphibien nicht beim Versuch der Straßenquerung von Autos zerquetscht werden, hindert der Krötenschutzzaun sie daran, überhaupt erst auf die Straße zu gelangen. „Alle paar Meter befindet sich entlang des Zauns ein Eimer, den wir mit Moos auskleiden. Die Kröten wandern seitwärts, wenn sie an ein Hindernis stoßen und fallen so irgendwann in einen der Eimer“, erklärt Förster das Prinzip.

Jürgen Willutzki füllt Moos in einen „Krötenfangeimer“: Hier landen die Amphibien zwangsläufig. Wenn sie an den Zaun stoßen, wandern sie seitwärts - und fallen auf diese Weise irgendwann in einen der Eimer.
Jürgen Willutzki füllt Moos in einen „Krötenfangeimer“: Hier landen die Amphibien zwangsläufig. Wenn sie an den Zaun stoßen, wandern sie seitwärts – und fallen auf diese Weise irgendwann in einen der Eimer. © Udo Hennes © Udo Hennes

Unter der Woche sammeln die Schulkinder der Liedbachschule die Kröten aus den Eimern, zählen sie und setzen sie anschließend in einer Mulde auf der anderen Seite der Buschstraße ab. Von dort können die Kröten gefahrlos weiter in Richtung ihrer Laichgewässer wandern.

Erstmals seit Ende der 1980er-Jahre waren am Samstag keine Grundschüler und Eltern an der Aktion beteiligt. „Üblicherweise sammeln die Kinder das Moos für die Eimer, während die Eltern das Graben der Eimer-Löcher und das Befestigen des Zauns übernehmen“, erklärt Andreas Förster, wie die Kooperation mit der Liedbachschule in Corona-freien Zeiten läuft.

80 bis 250 Kröten sind es jedes Jahr im Durchschnitt, die dank der freiwilligen Helfer in den Eimern landen und so sicher zu ihren Laichgewässern kommen. „Eine absolute Hochphase hatten wir mal in den 90ern; da waren es über 300 Kröten in einem Jahr“, erinnert sich Förster. Egal, wie viele Kröten dieses Jahr wandern: In Billmerich kommen sie jetzt sicher an ihrem Ziel an.

Über die Autorin
Redaktion Unna
Sauerländerin, Jahrgang 1986. Dorfkind. Liebt tolle Geschichten, spannende Menschen und Großbritannien. Am liebsten draußen unterwegs und nah am Geschehen.
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Anna Gemünd
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