So will die Schutzgemeinschaft Fluglärm die Verlängerung der Landebahn verhindern

dzFlughafen Dortmund

Um eine Verlängerung der Flughafenlandebahn zu verhindern, will die Schutzgemeinschaft Fluglärm sich für ein aufwendigeres Genehmigungsverfahren einsetzen. Der Verein warnt vor den neuen Flugzeugen, die über Massen landen sollen – bedrohlich tief und groß.

Unna

, 24.08.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schutzgemeinschaft Fluglärm will sich wie die Stadt und die Politik in Unna intensiv bemühen, eine Verlängerung der Landebahn zu verhindern. Wie berichtet plant der Dortmunder Flughafen, die Landeschwelle nach Osten, also in Richtung Massen zu verlegen. Hintergrund: Es sollen größere Flieger in Dortmund landen können. Schon jetzt sind vor allem die Menschen in Unna-Massen sehr nah an den landenden Flugzeugen. Geplant ist, dass neuere Airbus-Modelle in Dortmund landen dürfen, die mehr Passagiere transportieren. „Die psychologische Wirkung dieser Flugzeuge wird noch einmal eine ganz andere sein“, meint Mario Krüger. Er ist der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Fluglärm. Die Maschinen des Typs A321 neo, für die die Landebahn bisher zu kurz ist, sind mit 44,5 Metern sieben Meter länger als die bisher eingesetzten Airbus-Flugzeuge. Und sie würden rund 15 Meter tiefer über Massen niedergehen. „Man muss sich einmal vorstellen, wie drohend das wirkt“, sagt Krüger.

So will die Schutzgemeinschaft Fluglärm die Verlängerung der Landebahn verhindern

Noch tiefer als bisher würden die größeren Airbus-Flugzeuge über Massen einfliegen. Mario Krüger, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Fluglärm, will das verhindern. © Udo Hennes

Leiser allenfalls auf dem Prüfstand

Der Flughafen hat angekündigt, dass Fluglärm im Rahmen des Genehmigungsverfahrens, das bis Ende dieses Jahres angestoßen werden soll, untersucht werde. Die neuen Maschinen seien leiser als ältere, hieß es aus der Airport-Pressestelle. Das seien aber alles Prüfstandwerte, so Krüger, vergleichbar mit den Abgaswerten bei Autos. Der Lärm, den die Menschen im Einfluggebiet tatsächlich hören, sei abhängig von verschiedenen Rahmenbedingungen wie der Windrichtung und der Klappenstellung der Flugzeuge.

Schutzgemeinschaft will umfangreichere Prüfungen

Die Schutzgemeinschaft geht davon aus, dass das Verfahren bei der Bezirksregierung auf eine Plangenehmigung hinausläuft. Krüger kündigt an, die Schutzgemeinschaft werde hingegen ein Planfeststellungsverfahren fordern. Denn auch die Betriebsgenehmigung, die der Flughafen ändern lassen wolle, sei im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens entstanden. Der Vorteil für die Gegner der Landebahnverlängerung, den man sich erhofft, seien umfangreichere Prüfungen.

Airport unter Zeitdruck

Der Flughafen wird kaum Interesse an einem langen und aufwendigen Genehmigungsverfahren haben. „Wizz Air macht Druck“, meint Krüger. Die ungarische Billigfluglinie, die vor allem Ziele in Osteuropa ansteuert, ist der größte Kunde des Dortmunder Flughafens. Und dieser bestätigt auf seiner Internetseite, dass Wizz Air 110 „neo“-Maschinen schon bestellt habe. Dem Vernehmen nach sind die ersten bereits an Wizz Air ausgeliefert. Je früher die großen Flieger in Dortmund landen können, desto besser für Fluglinie und Airport. Krüger: „Je länger sich das hinzieht, desto weniger interessant ist der Standort Dortmund.“

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Kritiker: Abhängig von Billig-Fluglinien

Gleichzeitig erkennt Krüger wie andere Kritiker eine große Abhängigkeit des Flughafens von den Billiglinien. Ein kleiner Husten bei einer der Airlines könne sich für den Flughafen zu einer Lungenentzündung entwickeln. Der Flughafen werde ein Zuschussgeschäft bleiben zulasten vor allem der Dortmunder Stadtwerke, so Krüger. Die Stadtwerke sind neben der Stadt Dortmund Gesellschafter der Flughafen Dortmund GmbH. Krüger kritisiert einmal mehr, dass „die öffentliche Hand Billigflieger subventioniert“ und nicht den Öffentlichen Nahverkehr, was viel besser wäre. Die Schutzgemeinschaft führt immer wieder als ein Argument gegen den Flughafen an, dass er jährlich mit zweistelligen Millionenbeträgen subventioniert werde.

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