Eine Bürgermeisterin für Unna: Katja Schuon soll die Kolter-Nachfolge antreten

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Für die Bürgermeisterwahl 2020 hat die SPD eine mögliche Kandidatin: Katja Schuon soll sich bei den Wählerinnen und Wählern in Unna um die Nachfolge von Werner Kolter bewerben.

Unna

, 27.09.2019, 14:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem einstimmigen Votum des Vorstandes hat der Stadtverband der SPD in Unna Katja Schuon als Kandidatin für die Wahl zur Bürgermeisterin vorgestellt. Die 45-Jährige soll sich im kommenden Jahr bei den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt für die Nachfolge von Amtsinhaber Werner Kolter bewerben, der nach 16 Jahren im Amt in Ruhestand geht.

Katja Schuon hat ihre politische Heimat in Unna im mitgliederstärksten Ortsverein der Oberstadt, von dem sie auch vorgeschlagen worden war. Verwaltungs- und Führungserfahrung hat sie beim Kreis Unna gesammelt, wo sie vor 26 Jahren ihre Berufslaufbahn begonnen hat und heute den Fachbereich „Familie und Jugend“ leitet. Schuon war im Kreishaus bereits Büroleiterin des Landrates, Bürgerbeauftragte und Personalrätin.

Schuon sieht ihre Stärke in der Familienpolitik

Einen Arbeitsschwerpunkt sieht die Mutter von zwei Kindern für sich im Bereich der Familienpolitik. Davon abgeleitet nennt sie Wohnraum, Kinderbetreuung, Schulbildung und Mobilität als Themenschwerpunkte für ihre mögliche Arbeit als Bürgermeisterin – so sie es denn wird.

Aktuell ist die Personalie zunächst als Vorschlag des Stadtverbandsvorstandes zu verstehen. Die endgültige Aufstellung der Kandidatur erfolgt im Dezember auf einem Parteitag. 62 Delegierte aus den Ortsvereinen und den Arbeitsgemeinschaften der SPD bestimmen darüber, wer für die SPD ins Rennen um das Bürgermeisteramt in Unna geht.

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„Tür-zu-Tür-Wahlkampf“ für mehr Bekanntheit

Zuvor will Schuon sich in den Ortsvereinen der Partei vorstellen. Außerhalb der Oberstadt-SPD, in der sie stellvertretende Vorsitzende ist, bekleidet Katja Schuon kein öffentliches Amt. Sie werde einen „Tür-zu-Tür-Wahlkampf“ betreiben müssen, um sich bekannter zu machen, räumt Schuon ein.

Dafür verkörpert sie in gewisser Weise auch einen Neuanfang: Sowohl Schuon als auch der Parteivorsitzende Sebastian Laaser nutzten die Kandidatenvorstellung, um die internen Probleme in der Sozialdemokratie in Unna für beendet zu erklären. „Wir haben beim Bürger viel Vertrauen verloren, und das völlig zu recht“, sagt Schuon. „Nun müssen wir zeigen, dass wir kein wilder Haufen sind, der sich immer nur prügelt.“

Eine Bürgermeisterin für Unna: Katja Schuon soll die Kolter-Nachfolge antreten

Katja Schuon inmitten der Stadtverbandsvorsitzenden Sebastian Laaser und Anke Limbacher. Die nächsten Wochen werden in der SPD davon geprägt sein, die Bürgermeisterkandidatin bekannt zu machen und ihr ein inhaltliches Profil zu verleihen. © Michael Neumann

Mitbewerber von CDU und Grünen sind noch unbekannt

Mit welchen Gegenkandidaten es Katja Schuon im Wahlkampf zu tun bekommt, steht noch nicht fest. CDU und Bündnisgrüne haben zwar angekündigt, jemanden zur Wahl zu stellen, die Besetzung dafür aber noch offen gelassen. Was einen Namen und ein Gesicht angeht, tut die SPD in Sachen Bürgermeisterwahl den ersten Schritt.

Programmatisch muss sie sich noch aufstellen. Was inhaltliche Fragen angeht, werde sie so kurz nach ihrer Nominierung noch öfters auf ihre Partei verweisen, sagt auch Schuon. Deren Stadtverbandsvorsitzender Sebastian Laaser will für die Arbeit an einem Wahlprogramm der SPD mit neuen Methoden arbeiten: „Früher waren wir die Stadt für alles. Jetzt haben wir uns vier Themenfelder gesetzt, die sehr dialogorientiert mit dem Bürger gefüllt werden sollen: Sauberkeit und Sicherheit, Bauen und Wohnen, Bildung und Inklusion, Umwelt und Mobilität.“

Erste große Rede beim Neujahrsempfang

Bis zum Jahresende will die SPD ihr Profil deutlich schärfen. Der Neujahrsempfang der Sozialdemokraten im Januar soll der Bürgermeisterkandidatin den Rahmen für einen ersten Auftritt vor größerem Publikum geben.

Von der Anfrage der SPD, ob sie sich diese Kandidatur vorstellen könne, sei sie zunächst durchaus überrascht worden, so Katja Schuon. „Warum ich? Das war das erste, was mir durch den Kopf ging“, sagt sie. Beim Blick auf ihren Lebenslauf sei ihr die Überlegung dann aber schlüssig geworden.

Parteichef Laaser sieht in Katja Schuon einen „profunden Vorschlag mit Verwaltungsprofil, viel menschlicher Ausstrahlung und lokaler Verwurzelung“.

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