Die Stadt Unna hat viel vor mit ihren Schulhöfen - aber für Umbau und Sanierung wenig Geld

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Knappe Mittel für Schulhöfe stehen teils umfangreichen Plänen gegenüber. Ein Schulleiter aus Unna erklärt, wo auf dem Außengelände seiner Schule der Schuh drückt - oder stolpert.

Unna

, 26.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unnas Schulen sollen Kindern und Jugendlichen optimale Lernbedingungen bieten, dicht sein und wenig Energie verbrauchen, gleichzeitig moderne Technik enthalten, auch Computer. Das sind immer wieder Themen für die Verantwortlichen der Stadt als Schulträger. Die Pausen wollen aber auch erholsam verbracht werden, und so rücken jetzt auch Schulhöfe in den Fokus. Von „geplanten Sanierungen mit zeitgemäßer Neugestaltung“ ist in einer Drucksache aus dem Rathaus die Rede. Und von erheblichen Kosten: So gibt es Machbarkeitsstudien für die Sanierung von Teilflächen der Schulhöfe an der Peter-Weiss-Gesamtschule, der Grillo- und der Osterfeldschule. Die Stadt rechnet mit fünf- bis sechsstelligen Beträgen je Schulhof, die investiert werden müssten. Als weiteres Beispiel nennt die Stadt den Schulhof des Ernst-Barlach-Gymnasiums, dessen Sanierung rund 600.000 Euro kosten würde.

Finanzierungstopf für Schulhöfe so gut wie leer

Zur Verfügung für solche Dinge stand der Stadt zuletzt ein Schulhof-Topf in Höhe von 440.000 Euro. Davon ist allerdings nicht mehr viel übrig: 146.000 Euro wurden bereits ausgegeben, zum Beispiel für die Sicherung eines Wiesenhangs am Hof der Liedbachschule. Stadtsprecher Christoph Ueberfeld erklärt, man habe aus dem Topf auch kleinere Baumaßnahmen und Planungsleistungen bezahlt. Was nun weiter ausgegeben werden soll und kann, hängt von weiteren Planungen ab, und die sind aktuell in Massen konkreter geworden: An der Schillerschule sollen ein Neubau für die Offene Ganztagsschule und für einen neuen Kindergarten errichtet werden. Zum geplanten Projekt gehört auch ein gemeinsam genutzter Hof, und nun steht fest, dass mehr Geld in das Projekt investiert werden muss als ursprünglich vorgesehen. Zusätzliche 200.000 Euro werden fällig für Schulhofanpassungen in Massen. Dieses Geld soll aus den Resten des Schulhof-Finanzierungstopfs genommen werden.

Regenwasser staut sich zu Riesenpfütze auf

Wann und wie die anderen Unnaer Schulhofprojekte nun umgesetzt werden, ist unklar. Am Beispiel des Ernst-Barlach-Gymnasiums wird deutlich: Es gibt aus Sicht der Schule Wünsche und Notwendigkeiten. Er habe großes Verständnis für die angespannte finanzielle Lage der Stadt, sagt Schulleiter Ulrich Schmitz. Wenn die Überschwemmungsproblematik am Nordhof endlich behoben würde, wäre man in der Schule allerdings schon froh. Zwischen den Enden des Pausenhofs liegen einige Meter Höhenunterschied. Und wenn es stärker regnet, fließe das Wasser in einer Ecke zusammen. Ein Kanaleinlauf dort sei oft verstopft, sodass sich eine riesige Pfütze bilde. „Da muss etwas passieren“, sagt Schmitz. Ein besonderer Dorn im Auge ist ihm ein holpriger Schotterstreifen, der sich über einige Meter quer durch eine Ecke des Hofes zieht. Vor Jahren habe die Stadt dort ein neues Kanalrohr verlegen lassen. Da seitdem nicht neu asphaltiert wurde, erobern Wildgräser inzwischen diesen Streifen.

Die Stadt Unna hat viel vor mit ihren Schulhöfen - aber für Umbau und Sanierung wenig Geld

Auch für den südlichen Pausenhof gibt es einige Gestaltungsideen, aber keinen so dringenden Handlungsbedarf. © Raulf

Sitzterrassen statt Rundbank um Baumstumpf

Planungen für eine komplette Neugestaltung des Hofes gibt es bereits. Dabei würde man sich den Höhenversatz zunutze machen. Auf stufigen Terrassen könnten Schüler in den Pausen Platz nehmen. Dazu dient bisher unter anderem eine in die Jahre gekommene Rundbank. Sie umschloss einmal den Stamm eines Birnbaums, von dem nur noch der verrrottende Stumpf zeugt. Eine „Sport-Arena“ mit Kunststoffbelag für den südlichen, vor allem von jüngeren Schülern genutzten Pausenhof gehört für Schmitz neben anderen Ideen eher zu Wünschen, die über das Notwendige hinausgehen.

Die Stadt Unna hat viel vor mit ihren Schulhöfen - aber für Umbau und Sanierung wenig Geld

In der Mitte dieses Sitzrondels stand einmal ein Birnbaum. Wenn der nördliche Pausenhof des EBG umgestaltet würde, könnten dort stufige Sitzterrassen angelegt werden. © Raulf

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