Schülerlotsen sollen Schulwege an Unnaer Grundschulen sicherer machen

dzVerkehrssicherheit

Schulwegsicherheit ist ein viel diskutiertes Thema. An einer Grundschule in Unna sind Verbesserungen geplant: ein markierter Überweg und Schülerlotsen. Der Lotsendienst könnte Schule machen.

Unna

, 04.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie kommen Kinder sicher zur Schule und zurück? Diese Frage beschäftigt alltäglich Eltern, gerade wenn die Kinder noch zur Grundschule gehen. Eventuell werden in Unna jetzt Schülerlotsendienste ins Leben gerufen. Denkbar erscheint das für das ganze Stadtgebiet, an zwei Grundschulstandorten soll es beginnen.

Verkehrshelfer ist ein Ehrenamt

Schülerlotsen oder Verkehrshelfer sind Ehrenamtliche, die Kindern sozusagen über die Straße helfen. In der Regel sind es Eltern, die diese Dienste übernehmen. Sie werden von der Verkehrswacht mit Warnweste und rot-weißer Kelle ausgestattet.

An bestimmten Stellen, wo Kinder morgens und mittags die Straße überqueren, stehen sie zu den Stoßzeiten. Kommen Kinder, stellen die Helfer sich deutlich sichtbar dem Verkehr auf der Straße in den Weg. Autos sollen dann kurz halten, damit die Schüler sicher über die Fahrbahn kommen.

Geplant in Massen und Billmerich

An der Schillerschule in Massen und der Liedbachschule in Billmerich werde die Einrichtung dieser Dienste derzeit geprüft, teilte die Stadtverwaltung nun im Schulausschuss mit. In Massen ist das Thema Sicherheit besonders seit einem Unfall auf der Tagesordnung. Im April 2019 war ein Kind von einem Auto angefahren worden.

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Daraufhin forderten Eltern Maßnahmen für mehr Sicherheit. Relativ kurzfristig hatte die Stadt Unna veranlasst, dass Piktogramme auf Bismarck- und Mittelstraße aufgetragen wurden: Großflächige Warndreiecke weisen auf Fußgänger hin.

Mit Unterstützung der Schulleitung und des Ortsvorstehers forderten Eltern zusätzlich einen Zebrastreifen für die Bismarckstraße. Die Stadt kündigte im April 2019 eine Verkehrszählung an. Dem Vernehmen nach blieb eine erste Zählung ergebnislos, da ein Zählgerät verdeckt war.

Piktogramme auf dem Asphalt weisen an der Mittel- und der Bismarckstraße in Massen auf Fußgänger hin.

Piktogramme auf dem Asphalt weisen an der Mittel- und der Bismarckstraße in Massen auf Fußgänger hin. © Udo Hennes

Fußgängerfurt für Bismarckstraße

Die Stadt bestätigte nun, dass es eine wiederholte Zählung gegeben habe. Das Ergebnis war aber nicht aussagekräftig genug: Für die Einrichtung eines Zebrastreifens auf der Bismarckstraße seien zu wenig Fahrzeuge gezählt worden, sagte Stadtsprecher Oliver Böer.

Nun gibt es einen Kompromissvorschlag. Die Stadt plant eine Fußgängerfurt für die Bismarckstraße, bestätigt Böer. Das ist sozusagen ein „Zebrastreifen light“. Fußgänger sollen zwischen zwei gestrichelten Linien die Fahrbahn überqueren. Und zusätzlich sollen Schülerlotsen eingesetzt werden.

„Wir sehen die Notwendigkeit“, sagte Matthias Landsberg, Leiter der Schillerschule. Er berichtete, dass es aus der Elternschaft Engagement für dieses Sicherheitsthema gebe. Es erscheint dort realistisch, dass die Organisation der ehrenamtlichen Lotsendienste funktionieren würde.

Bedarfsabfrage bei allen Schulen

Auch für die Liedbachschule wird laut Stadt ein Lotsendienst geprüft. Und womöglich wird es nicht bei diesen beiden Standorten bleiben. An allen Unnaer Schulen solle der Bedarf abgefragt werden, kündigte Böer an. Der punktuelle Einsatz von Schülerlotsen solle aber nicht als Ersatz für notwendige Verkehrssicherheitsmaßnahmen verstanden werden, erklärte Böer.

Verkehrssicherheit für Kinder ist ein Thema an mehreren Stellen im Stadtgebiet. So gibt es auch bereits eine Diskussion um den neuen Grundschulstandort am Hertinger Tor. Die Stadt kündigte kürzlich ein Verkehrskonzept an, das öffentlich vorgestellt werden soll, sicher auch als Reaktion auf entsprechenden öffentlichen Druck.

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