Schüler im Kreis Unna haben Lust auf Technik-Berufe

dzPerspektive Technik

Hunderte von Schülern haben „Lust auf Zukunft“. Unter diesem Motto stand der „Praxistag Perspektive Technik“, zu dem am Freitag die Wirtschaftsförderung Kreis Unna eingeladen hatte

von Sebastian Pähler

Unna

, 29.11.2019, 15:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Naturwissenschaftlich-Technischen Zentrum des Hellweg Berufskolleg Unna boten 31 Unternehmen aus dem Kreis 38 Workshops an, um auf der einen Seite Schülerinnen und Schüler bei der Berufsorientierung zu helfen, aber auch um Arbeitgeber im Kreis mit potenziellen Nachwuchskräften in Kontakt zu bringen.

Berufswunsch im Praxistest

„Ich möchte anderen Schülern helfen, ihren Weg in den Beruf zu finden, da ich in dem Alter selbst Problem hatte, den richtigen Beruf zu finden.“
Isabell Schwiger, angehende Informatikerin

Was ist drin in unserem Essen? Dieser Frage gingen unter anderem Kyra Ravensberg und Destiny Römer in einem Workshop nach, der beim Praxistag vom Freiherr-vom-Stein Berufskolleg aus Werne angeboten wurde. Das Experimentieren und Hantieren mit Reagenzgläsern liegt beiden Schülerinnen des Anne-Frank-Gymnasium Werne. Darum hat der Workshop sie in ihrer angestrebten Berufswahl bestärkt.

Die beiden sind ein Beispiel für einen Trend, denn auch wenn sie immer noch unterrepräsentiert sind, interessieren sich immer mehr junge Frauen für naturwissenschaftlich geprägte Berufe.

So etwa auch Isabell Schwiger. Die angehende Informatikerin von Remondis in Lünen hatte zusammen mit anderen Auszubildenden einen Workshop entwickelt, in dem die Teilnehmer selbst einfache Programme schreiben konnten. „Ich möchte anderen Schülern helfen, ihren Weg in den Beruf zu finden, da ich in dem Alter selbst Problem hatte, den richtigen Beruf zu finden“. Gerade Mädchen möchte sie mit ihrem Beispiel ermutigen, es einmal mit Informatik zu versuchen.

Schüler im Kreis Unna haben Lust auf Technik-Berufe

Der „Praxistag Perspektive Technik 2019“ war nicht nur für Schüler und Unternehmen des Kreises eine Gelegenheit einander kennen zu lernen, sondern auch für Pädagogen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft eine Möglichkeit festzustellen, wie gut der Übergang von Schule in naturwissenschaftlich geprägte Berufe klappt. © Sebastian Pähler

Chancen für die Region

Die Richtung stimmt schon, bestätigt auch, Kerstin Heidler, Unnas Beigeordnete für das Ressort Bildung. Dass sich bei dem Praxistag rund 40 Prozent Schülerinnen angemeldet hatten, zeige, dass Naturwissenschaft und Technik auch für Mädchen interessant seien. Aber auch für alle Schüler sieht sie in dem Angebot einen großen Vorteil. „Wichtig finde ich, dass man hier die Chance hat, sich einen Eindruck von möglichen Arbeitsstellen zu machen, und wir dadurch hoffentlich auch Irrwege in der Ausbildung vermeiden“.

Welche Chancen der Praxistag für Unternehmen bietet, erläuterte Michael Makiolla. „Für mich ist es ein Anliegen, dass immer mehr junge Menschen Interesse an technischen und naturwissenschaftlichen Berufen bekommen, weil wir doch immer noch eine Region sind, wo der Anteil der Unternehmen vergleichsweise hoch ist“, so der Landrat, „daher müssen wir immer dafür sorgen, dass diese Unternehmen ausreichend Arbeitskräfte haben“.

Das das Konzept aufgeht zeigte die überwältigende Beteiligung. 800 Workshopplätze waren in kürzester Zeit vergeben. Hier wurde etwa gelötet, programmiert oder Gewinde gedreht.

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