Schnückel-Chefin Krischer gibt Beteiligung in Werdohl auf

Handel

Schnückel-Chefin Silke Krischer erfährt mit einer Beteiligung ungewohnten Misserfolg. Ihr Kaufhaus in Werdohl stellt den Betrieb ein. Für die Modehäuser in Unna und Bergkamen hat dies keine Auswirkungen.

Unna

, 30.01.2020, 17:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schnückel-Chefin Krischer gibt Beteiligung in Werdohl auf

Im Stammhaus von Schnückel in Unna hat Silke Krischer im vergangenen Jahr nochmals kräftig investiert. Ein historischer Gebäudeteil an der Massener Straße wurde modernisiert, aber zugleich auch zu seinen Ursprüngen zurückgeführt. Seitdem hat Unna eine weitere Fachwerksfassade (zurück). © Marcel Drawe

Für die erfolgreiche Kauffrau aus Unna war es ein ungewohnter und schwerer Gang: Als Geschäftsführerin und Mitgesellschafterin des „WK Warenhauses“ in Werdohl musste Silke Krischer am Mittwochabend vor die dortige Belegschaft treten und die Schließung des Traditionskaufhauses bekanntgeben.

Eine 44-jährige Unternehmensgeschichte in der Stadt an der Lenne wird im Juni ihr Ende nehmen. Krischer erklärte dies mit nachlassender Kundenfrequenz am Standort und der zunehmenden Konkurrenz durch den Online-Handel.

Die beiden Schnückel-Häuser sind „so erfolgreich wie nie zuvor“

Über die Vernetzung via Internet gelangte diese Nachricht schnell auch nach Unna und Bergkamen. Für ihre beiden dortigen Stammhäuser gibt Krischer im Gespräch mit unserer Zeitung beruhigende Ausblicke: Schnückel gehe es gut. Die beiden Modehäuser in Unna und Bergkamen hätten nun sogar das jeweils beste Geschäftsjahr ihrer Geschichte abgeschlossen.

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Die beiden Schnückel-Häuser und das „WK Warenhaus“ in Werdohl hätten praktisch nichts miteinander gemein außer der Geschäftsführerin. „Die einzige Verbindung bin ich“, erklärt Silke Krischer. „Werdohl ist ein ganz anderes Modell mit einer anderen Gesellschafterstruktur.“

In Werdohl war Krischer an einem klassischen Kaufhaus beteiligt

In dem Warenhaus in der Stadt im Märkischen Kreis stehen Krischer und ihre Brüder für eine von drei Erbengemeinschaften, denen die Gesellschaft gehört. Die Familie Krischer-Schnückel hält ein Drittel der Anteile. Krischer ist aus diesem Kreis die einzige operativ tätige Kauffrau, leitete die Geschicke des Handelshauses an der Lenne zusammen mit einem angestellten Geschäftsführer. Während Schnückel unter der Führung Krischers vom einst breit aufgestellten Warenhaus zum Modehaus mit einigen Ergänzungssortimenten umgebaut worden ist, war das Geschäft in Werdohl noch ein klassisches Kaufhaus mit Lebensmittelmarkt.

In Unna und Bergkamen seien aber auch die Standortfaktoren wesentlich stabilere, erklärt Krischer. Beide Schnückel-Häuser hätten eine gute Kundenfrequenz. In Unna sei diese auch nach dem Umbau des alten Fachwerk-Flügels an der Massener Straße noch einmal gestiegen. Profitiert habe Schnückel zudem auch von einem Sondereffekt, wie Krischer einräumt: „Die Schließung von P&C hat sich bei uns natürlich auch bemerkbar gemacht. Das wird sich sicherlich wieder beruhigen, wenn der Nachfolger Sinn sein Geschäft in Unna eröffnet.“

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