Schnückel bleibt geöffnet, aber nicht jeder Kunde mag es gleich glauben

dzEinzelhandel

Der Einzelhandel bleibt geöffnet, doch nicht jeder Kunde scheint diese Information erhalten zu haben. Das Kaufhaus Schnückel macht Verunsicherung aus – möglicherweise in Folge des ersten Lockdowns.

Unna

, 29.10.2020, 12:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich waren die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz vom Mittwoch in dieser Hinsicht eindeutig: Die Geschäfte bleiben geöffnet. Doch was Schnückel-Chefin Silke Krischer am Morgen danach aus ihren beiden Kaufhäusern in Unna und Bergkamen gemeldet wurde, spricht für eine deutlich geringere Klarheit. „Sehr viele Kunden haben uns gefragt, ob wir denn weiterhin geöffnet haben“, sagt Krischer.

Die Antwort im direkten Gespräch fiel den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leicht: Ja, natürlich. Anders als beim ersten Lockdown im Frühling gibt es im Einzelhandel keine Unterscheidung mehr zwischen Anbietern der Grundversorgung und allen anderen. Deswegen dürfen auch Textil- und andere Warengeschäfte im November öffnen.

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Natürlich gelten Hygienemaßnahmen, aber diese umzusetzen fällt gerade Schnückel nicht schwer. „In Unna dürften wir bis zu 600 Leute ins Haus lassen, aber davon waren wir zuletzt weit entfernt“, sagt Silke Krischer. Zählungen mit einfachen Mitteln seien in den vergangenen Tagen auf Werte eher bei 200 Kunden zur gleichen Zeit gekommen. Ab 300 oder 350 würde das Unternehmen Zugangsbeschränkungen ergreifen, zum Beispiel durch limitierte und verbindliche Einkaufstaschen für die Besucher.

Unsicherheit überrascht, ist aber erklärbar

Dass bei den Kunden des Einzelhandels Unsicherheit aufgekommen ist in Bezug auf die künftige Geschäftsöffnung, hat Silke Krischer und ihr Team an sich überrascht. Allerdings hat Krischer durchaus Vermutungen, was die Gründe angeht. Nicht jeder Mensch informiere sich selbst aus verlässlichen Quellen. Zudem seien die Corona-Regeln im Ganzen recht komplex. „Viele haben vermutlich auch die Situation aus dem Frühling noch im Hinterkopf, als Lebensmittel-, Bau- und Gartenmärkte öffnen durften, andere aber nicht.“

Inwiefern solche Unsicherheiten zusätzlich die Umsätze belasten können, ist vermutlich schwer absehbar. Wer nicht ins Geschäft kommt, den kann man auch nicht fragen, warum er nicht kommt. Nachlassende Kundenfrequenz hat Silke Krischer wie zuvor schon Unnas City-Werberingvorsitzender Thomas Weber bereits seit einiger Zeit festgestellt.

„Als die Corona-Ampel auf rot umgesprungen ist, ist es schon sehr viel ruhiger geworden“, stellt die Kauffrau fest. Weber hatte es damit erklärt, dass die Kunden in Unnas Innenstadt teils älteren Jahrgangs sind und den Empfehlungen der Regierung daheim zu bleiben eher folgen.

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