Schnelles Handeln von Passanten rettet Frank Jaeschke das Leben

dzSpontane Hilfsbereitschaft

Es passiert mitten in der Fußgängerzone: Frank Jaeschke bricht plötzlich mit einem Kreislaufkollaps zusammen. Für das, was dann passiert, sind Jaeschke und seine Lebensgefährtin einfach nur dankbar.

Unna

, 27.02.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Annegret Gerken ist noch immer gerührt. Über eine Woche ist es jetzt her, dass ihr Lebensgefährte Frank Jaeschke in der Unnaer Fußgängerzone aus heiterem Himmel einen Kreislaufkollaps erlitt und bewusstlos zusammensackte. In dieser schlimmen Situation erfuhren die beiden eine Hilfsbereitschaft, mit der sie in dem Ausmaß gar nicht gerechnet hatten – und für die sie einfach „Danke“ sagen wollen.

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„Da waren einfach so viele, die spontan einfach geholfen haben.“
Annegret Gerken

Es war Montag, 17. Februar, kurz vor 15.30 Uhr: „Das war eine so plötzliche Situation, in der man so völlig überfordert ist“, erinnert sich Annegret Gerken an den Moment, als Frank Jaeschke auf der Bahnhofstraße plötzlich zusammenbrach. Nach bereits zwei Herzinfarkten, die er erlitten hatte, war die Unnaerin völlig verzweifelt, als ihr Lebensgefährte plötzlich bewusstlos zusammensackte. Sie konnte ihn gerade noch auf eine Bank vor der Sparkasse schleppen, rief dort verzweifelt um Hilfe.

Ohne zu zögern griffen mehrere Passanten, die das Geschehen in der Nähe der Sparkasse mitbekamen, sofort ein. „Da war eine Frau, die gleich ihr Fahrrad hinstellte und die 112 anrief; da waren ein junger Mann und eine junge Frau, die mithalfen, meinen Partner in stabiler Seitenlage auf die Bank zu legen und da war eine junge Mutter, die eine Decke zur Unterstützung des Kopfes aus ihrem Kinderwagen nahm. Das waren einfach so viele, die einfach geholfen haben“, sagt Annegret Gerken voller Dankbarkeit. Weitere Passanten holten Hilfe aus der Apotheke und einer Arztpraxis, beruhigten sie und warteten mit ihr, bis der Rettungswagen kam.

„Bei all den schlimmen Berichten, die man über Behinderungen bei Unfällen und Rettungsaktionen liest und hört, ist das einfach schön zu sehen, dass es auch noch so etwas wie Zivilcourage gibt.“
Annegret Gerken

Dass so viele Menschen so spontan halfen, halten die beiden nicht für selbstverständlich. „Das muss man auch erstmal machen. Bei all den schlimmen Berichten, die man über Behinderungen bei Unfällen und Rettungsaktionen liest und hört, ist das einfach schön zu sehen, dass es auch noch so etwas wie Zivilcourage gibt.“ Frank Jaeschke liegt noch im Krankenhaus, befindet sich aber auf dem Wege der Besserung.

Er und seine Lebensgefährtin waren sich schnell einig, dass sie ihre Freude darüber, dass sie nicht alleine waren, als sie dringend Hilfe brauchten, gerne öffentlich zum Ausdruck bringen wollen. „Es geht hier nicht um unsere Geschichte, sondern um die Menschen, die uns geholfen haben“, betont Annegret Gerken. „Durch das, was sie getan haben, war der Sensationslust und den Gaffern der Boden entzogen.“

Auch das Team des Rettungswagens und die Notärztin, die Frank Jaeschke versorgte, schließen die beiden in ihren Dank mit ein. „Sie sind rasend schnell erschienen und haben meinen Partner gut versorgt. Gerade sie haben auch mal ein Danke verdient, wo man doch so oft hört, dass Rettungskräfte beschimpft oder bespuckt werden“, sagt Annegret Gerken.

Die beiden hoffen, dass möglichst viele der Helfer von ihrem Dank erfahren. „Denn alle diese Menschen, deren Namen wir nicht kennen, haben dazu beigetragen, das das Leben meines Partners gerettet werden konnte und er sich im Krankenhaus erholen kann“, ist Annegret Gerken überzeugt.

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