Schmutz im Teich war ungiftig, Bohrfirma muss im Bornekamp aber sauberer arbeiten

dzBornekamp

Bei dem Vorfall am Donnerstag im Bornekamp ist das Gewässer nicht geschädigt worden. Was den Aufruhr um die Verschmutzung des Teichs ausgelöst hat, war aber durchaus eine schmutzige Panne.

Unna

, 27.03.2020, 16:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Passant hatte am Donnerstagabend Behörden alarmiert, weil ihm im Bornekamp etwas aufgefallen war: Graue Flüssigkeit ergoss sich in den oberen Teich. Umweltverschmutzung durch schlampig ausgeführte Bauarbeiten?

Ursprung: Bohr-Baustelle an der A44

Inzwischen ist der Fall aufgeklärt. „Von einer Umweltkatastrophe sind wir da weit entfernt. Zum Glück“, erklärt Thomas Averbeck von der Naturschutzbehörde beim Kreis Unna. Er war am Donnerstag selbst vor Ort gewesen, ebenso wie Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamts. Sie hatten die Baustelle, von der die Verschmutzung ausging, zunächst stillgelegt. Es ist ein Projekt von Straßen NRW, wie die Landesbehörde unserer Redaktion bestätigte. Sie lässt von einem Unternehmen Probebohrungen an der A44 vornehmen, um den Autobahnausbau planen zu können.

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Die Bohrfirma entnahm Wasser aus dem Kortelbach. Durch die Bohrung wurde es mit Schlamm vermischt. Getrübt floss es dann wieder in den Bach und letztlich in den Teich. Die Wasserentnahme war nicht genehmigt. Eine Information an die zuständige Behörde muss die Firma nun nachholen und dabei genau dokumentieren, wie sie mit dem Kortelbach-Wasser umgeht.

Kein Schaden entstanden

Das Gewässer sei durch die Verschmutzung nicht geschädigt worden, sagt Umweltfachmann Averbeck. Durch das Bohrverfahren wurde Wasser mit kalkhaltigem Gesteinsmehl aus dem Untergrund vermischt. Daher sei das Teichwasser nachher grau und trübe gewesen. Er habe aber entgegen Befürchtungen kein Fischsterben beobachten können, so Averbeck. „Auch die Wasservögel, die ich gesehen habe, fühlten sich weiterhin wohl.“

Eine solche deutliche Eintrübung ist nach seiner Einschätzung aber auch nicht unbedeutend. Es könne beispielsweise in solchen Fällen dazu kommen, dass Wasserpflanzen mangels Licht absterben. Bürger, die solche Verschmutzungen melden, handelten deswegen grundsätzlich richtig.

Trübes Wasser, so Averbeck, sei für das Umfeld des Kortelbachs aber auch ohne solche Zwischenfälle nicht ungewöhnlich. Regnet es stärker, kann beispielsweise von Äckern gespülte Erde das Wasser trüben. „Das ist dann typisch und natürlich.“

Firma muss Wasser vorklären und anders entsorgen

Das Wasser von der Bohr-Baustelle soll künftig vorgeklärt werden: Das aus dem Boden gespülte Gesteinsmehl soll sich erst ablagern. Das Wasser soll dann in einen Mischwasserkanal laufen oder auf einer Freifläche versickern.

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