Katharinen-Krankenhaus hat Schmerzpatienten an externe Ärzte verwiesen

dzMedizin

Wirklich alle Schmerzpatienten durchgängig weiter zu betreuen, scheint nach der Trennung von Dr. Martin Kelbel ein Problem gewesen zu sein am Katharinen-Hospital. Einige wurden weiterverwiesen.

Unna

, 28.10.2020, 15:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Beteuerung, dass Schmerzpatienten in den Krankenhäusern des Hospitalverbunds Hellweg auch nach dem Bruch mit Chefarzt Dr. Martin Kelbel durchweg versorgt worden seien, stößt mitunter auf Skepsis. Mindestens zwei Fälle, die unserer Redaktion bekannt sind, stellen dies infrage.

„Ich war Patient bei Herrn Dr. Kelbel. Mein nächster Gesprächstermin nach zirka vier Monaten wäre der 8. Oktober gewesen. Ende September bekam ich eine schriftliche Mitteilung, dass der Termin aus organisatorischen Gründen nicht eingehalten werden kann. Als Anhang bekam ich eine Liste von anerkannten Schmerzeinrichtungen, an die ich mich wenden könnte“, berichtet ein Leser unserer Zeitung. Offenkundig hat ihm das Katharinen-Hospital keine Weiterbehandlung im Haus angeboten, sondern an andere Adressen verwiesen.

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Das Katharinen-Hospital räumt dies ein, sieht aber keinen wirklichen Widerspruch zu der Aussage, dass die Patienten des Hauses vorsorgt gewesen seien. Kelbel hatte die Patienten im Haus in unterschiedlichen Vertragsverhältnissen behandelt: Einmal als Chefarzt und zudem in einer sogenannten „Schmerzambulanz“.

Übergangsphase im ambulanten Angebot

Ambulante Versorgung ist an und für sich nicht Aufgabe der Krankenhäuser, sondern der niedergelassenen Ärzte, erklärt Krankenhaussprecherin Karin Riedel. Die Schmerzambulanz, die im Katharinen-Hospital zweimal wöchentlich angeboten wird, ist eine eigens mit der Kassenärztlichen Vereinigung ausgehandelte Ausnahme – jene „persönliche Ermächtigung“, von der das KK bereits berichtet hat. Stark vereinfacht erklärt, war Kelbel in der Schmerzambulanz so etwas wie ein niedergelassener Arzt unter dem Dach seines Arbeitgebers.

Weil dieses Modell an Kelbel persönlich gebunden war, musste das Katharinen-Hospital zwischenzeitlich Verhandlungen mit der KV führen, um eine neue Lösung zu finden. „Wir sind in Kontakt mit allen Patientinnen und Patienten, die sich im Zusammenhang mit der Umstrukturierung und Terminen im Nachgang zu den angesprochenen Info-Briefen bei uns gemeldet haben“, erklärt Karin Riedel. „Die Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung berichten, dass dies sehr engagiert und freundlich passiert.“

Wichtig sei dem KK, nochmals zu betonen, dass es hier lediglich um die ambulante Schmerzbehandlung gehe. „Die stationäre Behandlung war und ist jederzeit gewährleistet“, so Riedel.

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