Tauwetter ist in Sicht. Damit entstehen für Hausbesitzer noch einmal neue Gefahren. © dpa
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Schmelzwasser droht: Das können Hausbesitzer tun

Der Winter hat Unna in diesem Jahr heftig erwischt. Wenn Schnee und Eis schmelzen, ist das eigene Haus bedroht. Immobilienbesitzer können vor allem vor dem Tauwetter eingreifen.

Noch erfreuen sich viele Menschen am Schnee. Sie machen Fotos und ausgedehnte Spaziergänge, genießen die winterliche Stimmung. Immobilienbesitzer sollten im Blick behalten, dass Eis und Schnee zu Wasser werden. Und das kann das eigene Haus bedrohen.

Wer Schäden verhindern will, kann am besten eingreifen, solange kein Tauwetter einsetzt. Die wichtigste Maßnahme klingt einfach, erfordert aber doch vollen Einsatz: Schnee räumen.

Fenster und Türen frei halten

Hausbesitzer sollten darauf achten, dass sich der Schnee nicht vor Türen und Fenstern türmt. Frostschäden sind nicht ganz auszuschließen und das Wasser könnte sich den Weg ins Innere bahnen. Das gilt insbesondere auch für Abgänge zum Keller oder Kellerfenster. Schmelzwasser bahnt sich den Weg nach unten.

Auch tiefergelegene Garagen sollten davor geschützt werden, dass Schmelzwasser die Einfahrt hinab und dann unter dem Tor hindurchfließt: Es gilt also: Der Schnee muss weg.

Schnee vom Dach zu räumen, kann sinnvoll sein. Allerdings sollte dabei immer die Sicherheit an oberster Stelle stehen. © dpa © dpa

Das gilt im Übrigen auch für Dächer. Dachdecker weisen immer wieder darauf hin, dass der Schnee auf Dächern und Balkonen schneller schmilzt, Fallrohre aber noch gefroren sein können. Das Schmelzwasser sucht sich andere Wege – eine Durchfeuchtung der Wände droht. Wer also gefahrlos den Schnee vom Dach schieben kann, sollte das tun – und das gilt auch für Flachdächer, etwa von Garagen oder Anbauten.

(Un-)Wetter schon vor dem Hausbau berücksichtigen

A propos Bauen: Wer einen Hausbau plant, kann im Vorfeld Maßnahmen ergreifen. LBS-Immobilienexpertin Claudia Amelingmeyer hat sie in sieben Punkten zusammengefasst: „Immobilienbesitzer können hier oft mehr tun als sie auf den ersten Blick vielleicht vermuten. Häuslebauer sollten Unwetter bei ihren Planungen am besten gleich mit berücksichtigen.“

Schon beim Bau eines Hauses sollten Immobilienbesitzer an mögliche Wetterereignisse denken. © dpa © dpa
  • Menschen, die neu bauen, sollten schon bei der Auswahl des Bauplatzes daran denken, Hanglagen oder deutliche Vertiefungen im Gelände zu meiden. Die Gestaltung des Geländes sollte so vorgenommen werden, dass möglichst wenig Wasser nahe an das Gebäude herkommen kann. Feste Barrieren, Mauern oder Wälle können zusätzlichen Schutz bieten. Bauherren können das Haus von vornherein höher setzen.
  • Keller- und Außenwände müssen vor allem im Sockelbereich wasserdicht abgeschirmt sein. Tieferliegende Fenster und Türen sollten druckwasserdicht sein. Bei den Zu- und Ableitungen für Strom, Gas und Telefon sowie Sanitär und Heizung ist auf solides Abdichten durch den Installateur zu achten.
  • Jeder Immobilienbesitzer sollte ausreichend Fläche zum Versickern des Wassers vorhalten. Sogenannte Retentionsmulden senken das Risiko einer Überschwemmung ebenso wie wasserdurchlässige Befestigungen von Auffahrten und Wegen.
  • Unterirdische Speicher und Sammelbehälter können überschüssiges Wasser gezielt aufnehmen und entweder zeitverzögert an das Erdreich abgeben oder für eine spätere Nutzung speichern.
  • Wasser, das sich in Abwasserleitungen von Waschmaschinen, Toiletten, Duschen oder aus Kellerabläufen zurückstaut, kann erhebliche Schäden im gesamten Gebäude verursachen. Mit dem Einbau von Klappen in den Rohrleitungen können sich Immobilienbesitzer effektiv vor dieser Gefahr schützen.
  • Bei starken Niederschlägen wie Regen oder Schmelzwasser nach Schneefällen zeigen sich Hauseingänge, Kellertreppen und Lichtschächte häufig als besonders anfällig für das Eindringen von Wasser. Hier helfen vorgelagerte Stufen oder Schwellen, leichte Aufkantungen oder barrierearme Bodenschwellen.
  • Für Sturmschäden kommt, je nach Schaden, die Wohngebäude- oder die Hausratversicherung auf. Bei Schäden durch Starkregen ist darüber hinaus eine Elementarschutz-Zusatzversicherung notwendig – entweder als Baustein in der Wohngebäude- oder in der Hausratversicherung.
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Redaktion Unna
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