Schiebetüren, mehr Platz und weniger Stufen machen Unnas Handel behindertenfreundlicher

dzBarrierefreiheit

In der Unnaer Innenstadt muss sich einiges tun, damit Menschen mit Behinderungen besser zurechtkommen. Auch der Handel ist gefordert. Für neue Schiebetüren hat Schnückel einen Preis gewonnen. Perfekt sind aber auch diese noch nicht.

Unna

, 11.12.2019, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einer perfekten Welt könnten auch behinderte Menschen eigenständig am öffentlichen Leben teilnehmen. Doch die Welt ist nicht perfekt, und insbesondere die Unnaer Innenstadt hat Nachholbedarf in Sachen Barrierefreiheit. Das marode Pflaster in der Fußgängerzone ist ein wichtiges Thema. Doch auch die Händler selbst können mit kleinen und großen Maßnahmen vieles bewegen. Ein Projekt wurde nun ausgezeichnet.

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Schwingtüren stoppen Rollstuhlfahrer

„Durch die alten Türen wäre ich nicht durchgekommen“, sagt Christian Baran. Der Vorsitzende des Unnaer Behindertenbeirats ist selbst Rollstuhlfahrer, zudem darauf angewiesen, dass ihn ein Assistenzhund zieht. Baran berichtet, es sei schier unmöglich, gleichzeitig eine schwere gläserne Schwingtür offen zu halten und dabei Rollstuhl und Hund hindurch zu manövrieren. Die Schiebetür, die das Kaufhaus Schnückel an der Massener Straße installieren ließ, macht diesen Umstand unnötig. „Hervorragend“, lobte Baran nun im Rahmen einer Preisübergabe: Schnückel erhält den Mitdenkerpreis des Behindertenbeirats.

Vier von fünf Eingängen ebenerdig

Das Kaufhaus in der Unnaer Innenstadt hat insgesamt fünf Eingänge. Vier davon sind ebenerdig, und diese haben inzwischen Schiebetüren, berichtete Schnückel-Mitarbeiter Rainer Krischer. „Man muss ja an alle Kunden denken“, sagt er. Auch Personen mit Kinderwagen oder Rollatoren hätten mitunter Schwierigkeiten mit den alten Doppelschwingtüren gehabt.

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Glastüren besser mit Aufkleber

Einen Hinweis zur Weiterentwicklung gab es bei der Preisübergabe allerdings auch: Baran hat auch die Belange sehbehinderter Menschen im Blick. Mit eingeschränkter Sehkraft seien gläserne Türen nicht erkennbar, sagt Baran. Er empfahl deutlich sichtbare Aufkleber auf den Glasflächen.

Wunsch an Händler: mehr Platz zwischen den Waren

So gibt es aufwändige und kleinere Maßnahmen, die den Handel behindertenfreundlicher machen können. Eine Schiebetür schlägt mit rund 10.000 Euro zu Buche. Ein Handlauf, der Gehbehinderte stützt, ist womöglich günstiger zu haben. Ebenfalls hilfreich sei ausreichend Platz, sagt Baran. Er müsse Geschäfte meiden, in denen Tische und Warenständer anders als bei Schnückel zu eng stehen. Auch Höhenversätze in Gebäuden sind ein Problem. Hier wiederum ist Schnückel ein Beispiel für die Grenzen der Barrierefreiheit. In einem Teil der Geschäftsräume ließen sich Stufen nicht vermeiden, sagte Abteilungsleiter Bernfried Kleinschmidt. Das Kaufhaus ist über mehrere, teils historische Gebäude verteilt.

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