Scharfe Kritik an der Grundschulplanung für das Hertinger Tor

dzBündnisgrüne

Absehbare Engpässe in einer neuen Grundschule am Hertinger Tor bringen der Stadtverwaltung Kritik ein. Die Grünen sehen Unna schon im „Schwarzbuch“ des Steuerzahlerbundes.

Unna

, 29.12.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unna sucht derzeit einen Architekten für die neue Grundschule am Hertinger Tor. In ihr sollen Falk- und Nicolaischule zusammengeführt werden. Problem dabei: Die beiden Schulen haben heute zusammen vier Klassen pro Jahrgang. Den geplanten Neubau soll der Architekt aber nur für drei Klassen pro Jahrgang auslegen. Dabei hatte eine Schulentwicklungsplanerin der Stadt vor kurzem sogar einen Anstieg der Schülerzahlen vorausgesagt, der sich auch und gerade in der Innenstadt bemerkbar machen werde.

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Die Bündnisgrüne Fraktionsvorsitzende Charlotte Kunert äußert vor diesem Hintergrund scharfe Kritik an der Stadtverwaltung. Die Ausschreibung, die die Stadt nun veröffentlicht hat, gehe an den Realitäten vorbei. Kunert wirft die Frage auf, ob Schulverwaltung und Bauverwaltung im Rathaus überhaupt in einem Dialog stünden. Zugleich erkennt sie aber, dass die Rahmendaten für den Architektenauftrag bei den Schulexperten der Stadt bekannt sind und gebilligt würden. „Die zuständige Beigeordnete reagierte in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses, als diese Frage aufgeworfen wurde, mit Achselzucken. Und das Baudezernat bringt ohne weiteres Hinterfragen die bereits jetzt schon überholte Ausschreibug auf den Weg. Das ist kein abgestimmtes Verwaltungshandeln“, so Kunert. Einen Schulneubau in dieser Form auszuschreiben, wenn jetzt bereits absehbar sei, dass die Räume nicht ausreichen, mache Unna zu einem Fall für den Bund der Steuerzahler.

Gutachterin sieht steigende Schülerzahlen voraus

Die Planung einer neuen Grundschule am Hertinger Tor beschäftigt Unna schon seit einigen Jahren. Und in dieser Zeit haben sich die Zahlen der Schüler beziehungsweise Kinder auf nicht erwartete Weise entwickelt. Gingen Planer zwischenzeitlich von sinkenden Geburtenzahlen aus, hatten sich die Zahlen zuletzt stabilisiert. Ein aktuelles Gutachten im Rahmen der Schulentwicklungsplanung sieht sogar eine regelrechte Schülerwelle voraus, die zunächst auf die Grundschulen zurolle und dann durchs gesamte Bildungssysten laufen werde. In diesem Szenario könnte es in der Innenstadt bereits mit dem aktuellen Angebot von drei getrennten Grundschulen eng werden. Falk- und Nicolaischule sieht die Verfasserin der Studie dauerhaft zweizügig. An der konfessionsgebundenen Katharinenschule könnte sogar Nachfrage nach einer weiteren Klasse pro Jahrgang entstehen. Sie hat zurzeit drei.

Über den Schulneubau berät Unna seit Jahren

Das Konzept einer dreizügigen Grundschule am Hertinger Tor war über mehrere Jahre der Beratung hinweg gewachsen. Ganz am Anfang stand die Überlegung für ein Grundschulzentrum, das alle drei Innenstadtgrundschulen aufnehmen würde. Dagegen formierte sich allerdings eine Bürgerinitiative („Kurze Beine, kurze Wege“). Danach präsentierte die Stadtverwaltung Pläne für einen Neubau, der allein der Falkschule dienen und ihr Platz für zwei Klassen pro Jahrgang bieten sollte. Allerdings kamen auch Bedenken an diesem Konzept auf, würde der Neubau doch die Bedingungen der beiden städtischen Schulen in der Innenstadt sehr ungleich gestalten. In einem weiteren Schritt entschied sich die Stadt, Falk- und Nicolaischule in dem Neubau zusammenzuführen. Dass dieser dafür mit drei Stadt zwei Klassenzügen geplant wird, spiegelt die Anmeldesituation der zurückliegenden Jahre wieder. Inzwischen allerdings bildet die bereits als Auslaufmodell geführte Nicolaischule wieder zwei Eingangsklassen.

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