Schadstoffsuche nach Brand im Kurpark - Spaziergänger ignorieren mögliche Gefahr

dzNach Großbrand

Der Kurpark war am Dienstag in weiten Teilen abgesperrt: Männer in Schutzanzügen suchten nach Resten der abgebrannten Tennishalle, die Asbest enthalten. Grund zur Sorge besteht jedoch nicht, sagt die Stadt.

Unna

, 18.08.2020, 17:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast zwei Wochen nach dem Großbrand im Kurpark, bei dem die Tennishalle des TC Grün Weiß Unna komplett abbrannte, dauern die Reinigungsarbeiten im Umfeld der Brandstelle noch an. Mitarbeiter einer Spezialfirma suchten am Dienstag im Umfeld der einstigen Tennishalle nach Resten des abgebrannten Hallendaches. Weil das Dach Asbest enthält, waren die Mitarbeiter in kompletter Schutzausrüstung unterwegs - im Gegensatz zu vielen Spaziergängern, die die weiträumigen Absperrungen umgingen.

Dass die Luisenstraße seit dem Brand am 5. August für Autofahrer und Radfahrer abgesehen von Anliegern gesperrt ist, scheint dabei bereits seit einigen Tagen kaum noch jemanden zu interessieren: Die Absperrgitter sind zur Seite geschoben, ebenso die Absperrungen an dem Fußweg, der unmittelbar an der Brandruine der Tennishalle vorbeiführt.

Die Luisenstraße ist seit der Brandnacht am 5. August gesperrt - eigentlich. Doch die Absperrung wird seit Tagen ignoriert.

Die Luisenstraße ist seit der Brandnacht am 5. August gesperrt - eigentlich. Doch die Absperrung wird seit Tagen ignoriert. © Anna Gemünd

Am Dienstagnachmittag waren es innerhalb einer halben Stunde allein sechs Fußgänger, teilweise mit Kinderwagen oder Hund, die die Absperrungen beiseite schoben und in wenigen Metern Entfernung von den verkohlten Resten der Tennishalle vorbeigingen.

Der Fußweg führt direkt an der Brandruine der Tennishalle vorbei und ist deswegen abgesperrt. Doch die Gitter aus Plastik werden von vielen Spaziergängern beiseite geschoben. Die Stadt hat die Absperrungen nun verstärken lassen.

Der Fußweg führt direkt an der Brandruine der Tennishalle vorbei und ist deswegen abgesperrt. Doch die Gitter aus Plastik werden von vielen Spaziergängern beiseite geschoben. Die Stadt hat die Absperrungen nun verstärken lassen. © Anna Gemünd

Währenddessen waren die Mitarbeiter der Spezialfirma für Umwelttechnik auf der Wiese neben dem Circus Travados auf der Suche nach Partikeln des Hallendaches - unübersehbar in ihren blauen Schutzanzügen. Auch dieser Bereich war durch Absperrgitter eigentlich gesperrt; trotzdem waren Spaziergänger auf den Wegen nahe der Wiese unterwegs - ungeachtet der Gefahr, in die sie sich möglicherweise brachten.

Stadt: Keine neue Gefahrenlage

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hatte nach dem Brand Proben aus dem Hallendach genommen und dabei festgestellt, dass dieses gebundenes Asbest erhält. Gebundenes Asbest kommt in vielen älteren Gebäuden vor und wird erst dann für den Menschen gefährlich, wenn es gebrochen wird. Durch die große Hitze des Brandes könnten kleinere Partikel des Asbests entstanden sein, die von Menschen eingeatmet werden können.

Auch diese Absperrung am Zirkusgelände wurde von vielen Spaziergängern einfach beiseite geschoben.

Auch diese Absperrung am Zirkusgelände wurde von vielen Spaziergängern einfach beiseite geschoben. © Anna Gemünd

Unmittelbar nach dem Brand hatte die Stadtverwaltung eine Reinigungsfirma mit der Reinigung der öffentlichen Wege im Umfeld der Tennishalle und der nahe gelegenen Wiese an der JKS beauftragt. Auch der Außenbereich der Kita im Kurpark, die nur wenige Meter von der Tennishalle entfernt liegt, war zunächst gesperrt worden, bis das LANUV nach einer Probenentnahme Entwarnung gegeben hatte.

Die Stadt hat am Dienstagnachmittag kurzfristig reagiert und die Absperrungen verstärken lassen. Eine neue Gefahrenlage läge aber nicht vor, sagte Stadtsprecher Oliver Böer auf Anfrage unserer Redaktion.

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