Rührender Abschied von Kommandeur Jens Grabowski

dzGlückauf-Kaserne Unna

Mit einem feierlichen Appell in der Glückauf-Kaserne ist die Verantwortung für das Versorgungsbataillon 7 an André Rosarius übergegangen. Sein Vorgänger wechselt in das Amt für Heeresentwicklung nach Köln.

Unna

, 27.09.2018, 17:31 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wenn einem gestandenen Offizier die Worte im Hals stecken bleiben und ihm Tränen in den Augen stehen, dann zeugt das von einer enormen emotionalen Belastung. Und tatsächlich hat Oberstleutnant Jens Grabowski drei Jahre erlebt, die herausfordernder kaum hätten sein können, die seine Karriere in der Bundeswehr aber auch entscheidend geprägt haben. Am Donnerstagvormittag hat Grabowski das Kommando für das Versorgungsbataillon 7, das in Unna Augustdorf und Stadtallendorf stationiert ist, abgegeben.

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Bataillonsappell zum Kommandeurwechsel

Am 27. September hat André Rosarius das Kommando über das Versorgungsbataillon 7 übernommen. Auf dem Paradeplatz der Glückauf-Kaserne wurde sein Vorgänger Jens Grabowski feierlich verabschiedet.
27.09.2018
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Oberstleutnant André Rosarius (2.v.l.) ist neuer Kommandeur des Versorgungsbataillons 7. Oberst Ansgar Meyer (Mitte) dankte Oberstleutnant Jens Grabowski, der nach drei Jahren eine neue Stelle beim Amt für Heeresentwicklung in Köln antritt.© UDO HENNES
Oberst Ansgar Meyer (l.) und der da noch amtierende Kommandant Jens Grabowski nahmen die Parade ab.© UDO HENNES
Der Bataillonsappell stand auch im Zeichen des Bergbaus. Die Knappen des Landesverbandes der Berg- und Knappenvereine NRW nahmen mit Fahnen und in Tracht daran teil.© UDO HENNES
Die Truppenfahne wurde auf den Paradeplatz getragen.© UDO HENNES
In Reih und Glied standen Soldaten und Knappen.© UDO HENNES
André Rosarius (r.) erteilte bereits im Laufe der Parade die ersten Befehle.© UDO HENNES
Das Luftwaffenmusikkorps Münster spielte auf.© UDO HENNES
Zahlreiche Märsche waren neben der deutschen Nationalhymne zu hören.© UDO HENNES
Die Besucher verfolgten die Parade von den errichteten Tribünen.© UDO HENNES
Die Soldaten kamen bei sommerlichen Temperaturen ins Schwitzen. Immerhin durften sie die warmen Jacken ablegen.© UDO HENNES
Im Gleichschritt verließen die Mitglieder der Bundeswehr den Paradeplatz.© UDO HENNES
Nach dem Bataillonsappell folgte nioch ein Empfang im Knappensaal.© UDO HENNES
Mehrere hundert Soldatinnen und Soldaten nahmen an der Parade teil.© UDO HENNES
Die Soldaten des Versorgungsbataillons 7 der Bundeswehr werden jetzt von einem neuen Kommandeur geführt.© UDO HENNES
Bei glänzendem Wetter fand der Bataillonsappell statt.© UDO HENNES
Der Bataillonsappell war die letzte Amtshandlung von Jens Grabowski als Kommandeur.© UDO HENNES
Die Knappen erschienen in ihrer Bergbau-Tracht.© UDO HENNES

Der am 19. Dezember 1974 in Stralsund geborene Oberstleutnant stand im Mittelpunkt des feierlichen Bataillonsappells auf dem Paradeplatz der Glückauf-Kaserne. Nachdem „seine“ Soldaten angetreten waren und das Luftwaffenmusikkorps Münster „Des großen Kurfürsten Reitermarsch“ gespielt hatte, hielt Grabowski seine Abschiedsrede. Und die zeugte davon, wie sehr sich Grabowski als Mitglied seiner Truppe gefühlt hat.

„Ich verzichte bewusst an dieser Stelle darauf, namentlich unsere Gäste willkommen zu heißen, da im Zentrum meiner letzten Rede als Bataillonskommandeur meine Männer und Frauen stehen sollen“, sprach Grabowski noch ins Mikrofon. Dann wurde es still. Nicht etwa, weil es ein technisches Problem gab, sondern weil den Soldaten, der drei Jahre lang die Verantwortung für das fast 1000 Mann starke Bataillon innehatte, die Gefühle übermannten. Mehrmals musste Grabowski tief schlucken, ehe er seine Rede fortsetzte.

Es war an Oberst Ansgar Meyer, Kommandeur der übergeordneten Panzerbrigade 21 „Lipperland“, zu erläutern, was die Aufgabe als Kommandeur eines Bataillons so besonders werden lässt. „Der Bataillonskommandeur ist die letzte Führungsebene, die noch sagen darf, in und mit der Truppe zu leben.“

Meyer war nach Unna gekommen, um die Führung des Bataillons an Oberstleutnant André Rosarius zu übergeben. Schon in der vergangenen Woche hatte Meyer Jens Grabowski aus dem Kreis der Kommandeure verabschiedet und ihn als Vorbild bezeichnet. Am Donnerstag setzte er in der Glückauf-Kaserne noch eins drauf. Grabowski, verheirateter Vater einer Tochter, sei für ihn selbst nicht nur ein „exzellenter fachlicher Berater“ gewesen, sondern habe sich „vor allem als ein sich immer für seine Frauen und Männer einsetzender Menschenführer ausgezeichnet“.

Die drei Jahre, in denen Grabowski das Versorgungsbataillon 7 geleitet habe, seien enorm arbeitsintensiv gewesen. Das hatte zuvor auch Grabowski deutlich gemacht. Die Einsätze in Afghanistan und im Rahmen der schnellen Eingreiftruppe der Nato in Osteuropa hätten das Bataillon gefordert, der Betrieb Inland habe „von weniger Schultern gestemmt werden“ müssen. Im Zentrum hätten die Ausbildung von Personal und der Aufbau von logistischen Fähigkeiten gestanden.

Das Versorgungsbataillon 7

Drei Standorte

Das Versorgungsbataillon 7 hat seinen Hauptsitz in der Glückauf-Kaserne in Unna-Königsborn. Weitere Standorte sind Augustdorf und Stadtallendorf. Es dient dem gesamten Heer als logistische Einheit. Das Bataillon gehört zu den Eingreifkräften der Bundeswehr. Dem Versorgungsbataillon gehören aktuell 969 Soldatinnen und Soldaten an. Bis 2020 soll ihre Zahl auf 1062 steigen. Das Kommando über die Einheit wird immer für die Dauer von drei Jahren vergeben. Im Jahr 2021 wird André Rosarius es wieder abgeben und ein Nachfolger bestimmt.
Rührender Abschied von Kommandeur Jens Grabowski

Grabowski machte auch deutlich, wie wichtig ihm die Familien der Soldaten immer waren. Er forderte Haltung und langfristige Planung. „Notwendige Entscheidungen zu treffen, nach vorangehender gründlicher, kritischer Diskussion, ist (...) zwingende Voraussetzung, um die Zukunft aktiv zu gestalten. Ebenso notwendig ist es, zu diesen Entscheidungen auch zu stehen.“ Soldaten, ihre Familien und Freunde hätten „ein recht auf eine belastbare, auf Vertrauen basierende, Planung“.

Einfluss darauf hat Oberstleutnant Jens Grabowski in Unna nun nicht mehr. Er tritt eine neue Stelle beim Amt für Heeresentwicklung in Köln an. Das bedeutet Veränderungen für die Soldatinnen und Soldaten des Versorgungsbataillons 7. Sie werden sich an einen neuen Kommandeur gewöhnen müssen, der möglicherweise andere Schwerpunkte setzt.

Oberst Ansgar Meyer erklärte, Oberstleutnant André Rosarius, 1974 geboren und 1993 als Offizieranwärter in die Bundeswehr eingetreten, sei ein „ausgezeichnet vorbereiteter Offizier“, der über umfangreiche Einsatzerfahrung auf dem Balkan und in Afghanistan verfüge. Als Symbol für die Kommandoübergabe diente die Übergabe der Truppenfahne an Rosarius.

Rührender Abschied von Kommandeur Jens Grabowski

Der Bataillonsappell stand auch im Zeichen des Bergbaus. Die Knappen des Landesverbandes der Berg- und Knappenvereine NRW nahmen mit Fahnen und in Tracht daran teil. © UDO HENNES

Im Anschluss erklang das Steigerlied als Zeichen der Verbundenheit des Versorgungsbataillons 7 mit der Bergbautradition. Die Moderatorin der Zeremonie wies auf das Ende des Bergbaus in NRW in diesem Jahr hin, wenn die letzte Zeche geschlossen werde. Die Bundeswehr freute sich auch, dass die Knappen des Landesverbandes der Berg- und Knappenvereine NRW mit Fahnen an dem Bataillonsappell und dem folgenden Empfang im Knappensaal der Glückauf-Kaserne teilnahmen.

Im Rahmen des Bataillonsappells beförderte Oberst Ansgar Meyer den Hauptmann Gereon Steinau zum Major.
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