Ein Überraschungsbaby, eine neue Synagoge, engagierte Schüler und ein Popstar zu Besuch: In Unna gab es 2019 viel Positives. Wir präsentieren eine Auswahl der schönsten Geschichten, die Unna Mut machen.

Unna

, 30.12.2019, 13:47 Uhr / Lesedauer: 4 min

2019 war ein Jahr des Protests und der Demonstrationen, ein Jahr, in dem Bürger die Belange, die ihnen wichtig sind, selbst in die Hand nahmen – das gilt nicht nur weltweit; auch in Unna zeigten sich die Bürger meinungsfreudig und selbstbewusst wie lange nicht mehr.

Demonstrieren für den Klimaschutz

Den Anfang machen die Jüngsten: Am 17. Januar demonstrieren knapp 300 Schüler für den Klimaschutz. Es ist ein Freitag; die globale Umweltbewegung „Fridays for Future“ ist in Unna angekommen.

Positive Nachrichten: Das war 2019 richtig gut in Unna

Unnas Schüler machen mobil für besseren Klimaschutz. © Archiv

Der Protestzug vor dem Rathaus ist erst der Anfang: Immer wieder gibt es im Laufe des Jahres Aktionen zum Klimaschutz, die von den Schülern organisiert werden – Höhepunkt ist der Demozug Ende November durch die Innenstadt, an dem sich längst nicht nur Schüler beteiligen.

Unnas Jüdische Gemeinde hat wieder eine Synagoge

4. Juli 2019, 11 Uhr: Eine kunstvolle Lichtinstallation hält die Sternenkonstellation über Massen zu diesem Zeitpunkt fest. Der Grund: An diesem Tag wird die Unnaer Synagoge eingeweiht. Im ehemaligen Bodelschwingh-Haus findet die Gemeinde „ha Kochaw“ 74 Jahre nach dem Ende des Holocausts und nach langer Umbau-Phase endlich wieder ein Zuhause.

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Hunderte Menschen sind dabei, als am 4. Juli 2019 die Synagoge der Jüdischen Gemeinde „ha Kochaw“ in Massen eingeweiht wird. © Raulf

Ein Zuhause, das hell, freundlich und einladend wirkt – und genau das will die Gemeinde auch sein. Zur Einweihung und in den folgenden Monaten kommen Tausende Besucher.

Ein Popstar aus der Nachbarschaft zu Besuch

Wer Ende der 1990er Teenager war, kam an ihm nicht vorbei: 18 Chartsingles hat Popstar Sasha im Laufe seiner Karriere bisher veröffentlicht, zu seinem Hit „If you believe“ dürften unzählige Liebesgeschichten begonnen haben – im August kam Sasha nach Unna.

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Popstar Sasha begeistert Unna bei seinem Konzert auf dem Platz der Kulturen. © Marcel Drawe

Die Lindenbrauerei hatte den Musiker aus Soest auf den Platz der Kulturen geholt, nachdem im Vorjahr bereits Gregor Meyle dort ein Gastspiel gegeben hatte. Sasha kam, präsentierte sein neues Album „Schlüsselkind“, aber natürlich gab es auch seine alten Hits zu hören.

Bürgerwille setzt sich durch

Der 26. Mai geht in die Geschichtsbücher der Stadt Unna ein: 59 Prozent der Wahlberechtigten sprechen sich in einem Bürgerentscheid für den Erhalt der seit Sommer 2018 geschlossenen Eissporthalle aus.

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Große Freude herrscht am 26. Mai bei den Mitgliedern des Vereins „Unna braucht Eis“: Fast 60 Prozent der Unnaer wollen die Eissporthalle erhalten. © Udo Hennes

Monatelang hat der Verein „Unna braucht Eis“ dafür gekämpft, auf diesem Wege die Entscheidung des Rates, die Halle zu schließen und abzureißen, zu kippen. Unabhängig davon, wie man zu dem Ausgang des Bürgerentscheids steht: An diesem Tag hat der Bürgerwille gesiegt.

Senioren stürmen das Unnaer Kino

Es ist der Kino-Hit des Jahres – und einer, der dauerhaft auf Rekordkurs zu sein scheint: Mit dem Seniorenkino trifft das Kinorama einen Nerv. Ein Kinonachmittag, der mit einem Glas Sekt, Kaffee und Gebäck eingeleitet wird und an dem Filme gezeigt werden, die das Publikum vorher selbst ausgewählt hat – das kommt an, nicht nur bei Unnas Senioren.

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Andrang beim Sektempfang: Das Seniorenkino trifft einen Nerv. © Udo Hennes

Und so „mogeln“ sich im Laufe des Jahres immer öfter auch Jüngere ins Seniorenkino. Höhepunkt ist die Vorführung des Udo-Jürgens-Films „Ich war noch niemals in New York“ im November: Alle sechs Säle sind ausverkauft, über 1200 Besucher strömen ins Seniorenkino.

Überraschungsbaby im Evangelischen Krankenhaus

Knapp drei Kilo wiegt der kleine Junge, der am 9. März um 3.07 Uhr in Unna das Licht der Welt erblickt. Klingt nicht ungewöhnlich, wenn da nicht der Geburtsort wäre: Der junge Mann kommt im Evangelischen Krankenhaus (EK) zur Welt – obwohl die Geburtshilfe dort seit mehr als zehn Jahren geschlossen ist. Seine Eltern „stranden“ in der Hektik der Wehen in der Notaufnahme des EK. Dort helfen eine Ärztin und zwei Krankenschwestern dem eiligen Jungen auf die Welt, der anschließend putzmunter in das Katharinen-Hospital und die dortige Geburtshilfe-Station verlegt wird.

Schönheit kennt kein Alter

Pressemitteilungen erreichen uns jeden Tag. Aus der Flut der E-Mails zaubert uns im März eine ein Lächeln aufs Gesicht: Therese Fiebranz hat ihren ersten Model-Auftritt absolviert – mit 104 Jahren.

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Therese Fiebranz hat sichtlich Spaß an dem Modeljob, den sie im Seniorenzentrum "Agaplesion Bethesda" übernahm. © modemobil

Ganz spontan stellt sich die Bewohnerin des Seniorenzentrums „Agaplesion Bethesda“ zur Verfügung, als Petra Feller mit ihrer mobilen Boutique „Modemobil“ das Seniorenzentrum besucht. In der aktuellen Frühjahrskollektion strahlt sie in die Kamera – und nicht nur wir in der Redaktion freuen uns über so viel Lebensfreude.

Selbstbewusst aus Hartz IV zurück in den Job

Jeden Monat berichten wir über die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt: Wie viele Arbeitslose gibt es, wie hat sich die Lage verändert? Hinter diesen Zahlen stehen Menschen. Menschen wie Cornelia Lushaj, die es geschafft hat: Lange Zeit war sie arbeitslos, erhielt Hartz IV und das mit über 50 Jahren.

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Cornelia Lushaj (2. von links) arbeitet seit Anfang Juli fest angestellt im „Fässchen“. © Anna Gemünd

Doch Cornelia Lushaj will das ändern – und sie tut es. Über das Werkstatt-Programm „Soziale Teilhabe“ bekommt sie einen Job im Seniorentreff „Fässchen“; heute ist sie dort in der Cafeteria nicht mehr wegzudenken: „Man muss sich nur bewegen.“

Unnas Innenstadt wird schön

Bis die Unnaer Fußgängerzone saniert wird, dauert es noch. Trotzdem wird die Innenstadt 2019 ein bisschen schöner – den Bürgern sei Dank. Das Künstlerpaar Frauke und Dietmar Nowodworski macht im Frühjahr den Anfang: Sie verschönern die städtische Grünfläche an der Wilhelm-Sternfeld-Gasse und zaubern mit „Garten Mille Fiori“ einen Garten der 1000 Blumen.

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Im Garten „Mille Fiori“ des Künstlerpaars Nowodworski gibt es auch eine „Naschecke“ für Liebhaber süßer Beeren. © arthaus:nowodworski

Im Sommer gibt es nicht nur einzelne Nachahmer an weiteren Stellen in der Innenstadt, das Schöne ist auch: Der Garten bleibt in seiner Schönheit bestehen, Vandalismus scheint kein Thema zu sein – zum Glück.

Der „Bildungscampus“ nimmt Gestalt an

Ein Stadtviertel im Umbruch: Mit dem „Bildungscampus“ verändert Königsborn sein Gesicht. Während auf dem Gelände der Anne-Frank-Realschule im April die Abrissbagger noch in Wartestellung stehen, wird wenige hundert Meter weiter bereits der erste Baustein offiziell eröffnet: Die neue Kreissporthalle hat Pflanzen auf dem Dach und eine Kletterwand.

Positive Nachrichten: Das war 2019 richtig gut in Unna

Die neue Kreissporthalle in Unna wurde am 22. März eröffnet. © Anna Gemünd

Der „ganz große Brocken“ folgt kurz vor Jahresende: Mit dem offiziellen Spatenstich für den Bildungscampus ist kurz vor Weihnachten die Anne-Frank-Realschule aus dem Stadtbild verschwunden. In zwei Jahren wird das Gelände komplett anders aussehen: Förderzentrum, Weiterbildungskolleg und ein Kindergarten sollen hier ihren Platz finden.

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Kurz vor Weihnachten erfolgt der offizielle Spatenstich für den Bildungscampus auf dem ehemaligen Gelände der Anne-Frank-Realschule. © Udo Hennes

Unnaer als herzliche Gastgeber

100.000 Gäste aus ganz Deutschland kommen im Juni nach Dortmund: Der Evangelische Kirchentag bietet mehr als 2000 Veranstaltungen. Die vielen Besucher müssen irgendwo übernachten, doch Dortmunds Kapazitäten sind schnell erschöpft. Lünern und Hemmerde erweisen sich als ideale Unterkunftsorte, liegen sie doch direkt an der Bahn nach Dortmund. Und die Dörfer wollen mehr sein als „nur“ Schlafstelle für die Besucher: Die Kirchengemeinde nimmt die Gäste mit offenen Armen auf, gemeinsames Frühstück und Grillabend rund um die Kirche inklusive.

Alte Fachwerkkunst ist wieder sichtbar

Werden alte Häuser renoviert, bleibt alte Baukunst allzu oft auf der Strecke. Nicht so bei Unnas Traditionskaufhaus: Über 150 Jahre lag die historische Fassade vom Kaufhaus Schnückel an der Massener Straße hinter Putz verborgen; seit dem Frühjahr 2019 sind die alten Fachwerkbalken wieder zu sehen.

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Die Fassade des zum Kaufhaus Schnückel gehörenden Gebäudes an der Massener Straße zeigt zum ersten Mal seit über 150 Jahren wieder die historische Fachwerkstruktur. © Anna Gemünd

Im Zuge eines Umbaus entschied sich Geschäftsführerin Silke Krischer-Schnückel, die alte Fassade freizulegen. Das Ergebnis: Bevor man den Laden betritt, lohnt jetzt der Blick nach oben.

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