Rossinis „kleine Messe“ bringt einen großen Lichtblick

dzUnnaer Abendmusiken

Es wäre eng geworden für Chor und ein Orchester. Dass das Herbstoratorium Rossinis „kleine Messe“ erklingen lässt, ist aber nicht nur angesichts der Gebäudesituation ein Glücksfall.

Unna

, 02.11.2018, 14:06 Uhr / Lesedauer: 1 min

Manchmal fügen sich die Dinge auf wundersame Weise. Das Herbstoratorium der Unnaer Abendmusiken braucht in diesem Jahr vergleichsweise wenig Platz, keinen Chor und keine Orgel. Im Jahr der Dauerbaustelle in der Evangelischen Stadtkirche scheint Rossinis „Petite Messe Solenelle“ eine perfekte Notlösung zu sein.

Dabei hatte Kirchenmusikdirektorin Hannelore Höft das Stück schon vor dem Gebäudeschaden durch den Sturm Friederike ausgewählt. Dass es die Verlegung zu den katholischen Nachbarn der Katharinenkirche auch noch etwas leichter macht, ist natürlich ein willkommener Vorteil dieses Stückes.

Rossinis „kleine Messe“ ist eines von zwei bedeutenden Werken, die der Italiener zur Kirchenmusik beitrug. „Klein“ ist das rund anderthalbstündige Werk hinsichtlich der Zahl der Akteure, die für die Aufführung nötig sind. Rossini schrieb das Werk für die Einweihung einer kleinen Kapelle in der Nähe von Paris. Ein ganzer Chor und ein Orchester hätten die räumlichen Gegebenheiten gesprengt. So schrieb er die instrumentalen Teile des Werkes für zwei Klaviere und ein Harmonium. Den Gesang leisten allein die vier Solisten in Sopran-, Mezzosopran-, Tenor- und Basslage.

Vorverkauf läuft

Rossinis „kleine“ Kirchenmusik

Gioachini Rossini: „Petite Messe Solenelle“ in der Urfassung für Sänger, Klavier und Harmonium. Das Konzert erklingt am Samstag, 10. November, um 20 Uhr in der katholischen Kirche St. Katharina. Karten gibt es in drei Kategorien. Sie kosten 15, 20 oder 25 Euro an der Abendkasse, 12, 17 oder 22 Uhr im Vorverkauf. Der Vorverkauf läuft in der kommenden Woche werktäglich von 10 bis 12 Uhr im Martin-Luther-Haus.

Anna-Maria Palii, Dorothée Rabsch, Stefan Sbonnik und Gerrit Miehlke als Gesangsstimmen, Vadym Palii und Daria Burlak am Klavier sowie Christian Gerharz am Harmonium führen die kleine Messe auf.

Instrumente organisiert die Stadtkirchengemeinde als Leihgabe: Zwei Flügel stammen vom Händler in Kamen, das Harmonium aus der Sammlung des Mannes einer Freundin von Hannelore Höft, der Orgelbauer ist und als Hobby auch historische Tasteninstrumente restauriert.

Die „Petite Messe Solenelle“ ist ein elegantes, bisweilen fröhliches Werk, indem Rossini seine Wurzeln in der Opernkomposition nicht verbergen kann oder will. Der Gesang klingt nach Belcanto. Und 34 Jahre nach seiner letzten Oper, schien Rossini Krankheit und Lebenskrisen abgeschüttelt, seinen bekannten Humor wiedergefunden zu haben. Die „Petite Messe Solenelle“ ist ein großer Lichtblick im Grau des Novembers.

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