Rolli-Fahrer befürchtet zunehmend schlechteren Zustand der Straße Vor dem Holz

dzVerkehr

Wenn der zuständige Ausschuss am 25. Juni darüber berät, ob die Straße Vor dem Holz für schwere Traktoren freigegeben werden soll, ist Stephan Blank dabei. Der Rollstuhlfahrer übt Kritik.

Unna

, 25.06.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stephan Blank sitzt schon 23 Jahre im Rollstuhl und hat darin schon viel erlebt. Nun aber macht er sich Sorgen, wie mobil er demnächst noch vor seiner eigenen Haustür sein kann.

Rolli-Fahrer befürchtet zunehmend schlechteren Zustand der Straße Vor dem Holz

Immer wieder verliert ein Rad des Rollstuhls die Bodenhaftung. © Dirk Becker

Blank lebt an der Straße Vor dem Holz in Lünern, um die in der Vergangenheit immer wieder gestritten wurde. Anwohner beklagen den zunehmenden Verkehr und die Missachtung einer geltenden Tonnagebegrenzung. Alles, was mehr als 2,8 Tonnen wiegt, darf den Wirtschaftsweg nicht benutzen.

Die Stadtverwaltung schlägt der Politik nun aber die Freigabe der Strecke für den landwirtschaftlichen Verkehr vor. Der zuständige Aussschuss soll am Dienstag, 25. Juni, entscheiden. Die Verwaltung will damit den Streit beenden, der zwischen Anwohnern und Landwirten aufgekommen ist.

Mit Vorschlägen unzufrieden

Die vorgeschlagene Lösung: Der landwirtschaftliche Verkehr soll die Straße auch mit schwereren Fahrzeugen befahren dürfen, um zu den Feldern zu gelangen. Damit Fahrzeuge nicht widerrechtlich in Richtung Biogasanlage in Bönen fahren, soll es auf der Straße Hacheney eine physische Sperre geben.

Diese Maßnahmen aber reichen aus der Sicht von Blank und weiteren Anwohnern nicht aus. Sie fürchten, dass der Weg zur Biogasanlage auch künftig über die Straße Vor dem Holz führen wird. „Die Wagen nehmen dann möglicherweise die Route über die Dorfstrße und den Weg Auf dem Hacheney.“

Rolli-Fahrer befürchtet zunehmend schlechteren Zustand der Straße Vor dem Holz

Diese Bild zeigt, wie tief die Schlaglöcher auf der Straße Vor dem Holz sind. © Dirk Becker

Sollte es so kommen, wären die Anwohner nicht nur durch Lärm belastet, sie fürchten auch um den Zustand der Straße. Die Verwaltung erklärt, die Straße sei in einem optisch guten Zustand. Eine Aussage, die Blank nicht nachvollziehen kann. Schon jetzt ist es für ihn kaum möglich, den Hindernissen in Form von Schlaglöchern und hohen Kanten auszuweichen. Tut er das nicht, droht ein Sturz. Das bestätigt auch der Vorsitzende des Behindertenbeirats Christian Baran. Er war am Montag selbst vor Ort, um die Situation zu begutachten.

Rollstuhltest für Politiker

„Früher wäre ich bei einem Sturz wieder in meinen Rolli gekrabbelt und hätte mich aufrichten können. Heute müsste ich liegen bleiben und den Rettungswagen rufen“, macht Blank deutlich. Autofahrer könnten nicht erahnen, wie gravierend die Schäden sind. „Ich würde gern fünf Rollstühle besorgen, damit die Politiker hier mal selbst erfahren können, wie der Zustand der Straße ist“, sagt Blank.

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