Kanalrohr gebrochen: Plötzlicher Planwechsel bei Sperrung am Ostring in Unna

dzVerkehr

Der Ostring wird heute zum Nadelöhr – aber anders als vorgesehen. Denn ein plötzlicher Rohrschaden an einem Abwasserkanal wirft in Unna die Pläne durcheinander. Die Folgen sind schwer absehbar.

Unna

, 27.01.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf dem Ostring in Unna wird ab heute eine der Fahrspuren gesperrt. Diese Meldung aus der vergangenen Woche ist zwar immer noch richtig, aber Gründe und Details haben sich plötzlich verändert.

Die Sperrung der linken Spur am Morgentor wird zurückgestellt. Stattdessen gibt es eine Sperrung der rechten Spur kurz hinter der Kreuzung von Ostring und Morgenstraße. Beide Sperrungen gleichzeitig hätten den Verkehr vermutlich zu sehr gestört.

Rohrbruch am Abwassernetz drängt sich vor

Grund für neue Baustelle und somit für die Planänderung ist ein Schaden am Abwasserkanal, der kurzfristig behoben werden muss. Das Rohr ist brüchig und die Stadt befürchtet, dass ausströmendes Abwasser den Untergrund ausspült und einen Hohlraum bildet.

Eine Fachfirma hat die Bitte der Stadt, diesen Schaden zu beheben, vorgezogen. Sie braucht die rechte Ringspur als Aufstellfläche. Die Asphaltdecke müsse aber nicht geöffnet werden: Die Kanalsanierung läuft mit der Methode des „Berst-Linings“. Dabei wird ein Berstkegel, dessen Umfang etwas größer ist als der Innendurchmesser des Kanals, durch das Rohr gezogen. Der Beton des alten Kanals wird dadurch in Stücke gebrochen, die zugleich ins Erdreich gedrückt werden. Danach wird ein neues Rohr eingezogen.

Vier Wochen lang ist am Ostring die rechte Fahrspur gesperrt

Voraussichtlich vier Wochen lang soll die Kanalsanierung am Ostring dauern. Unklar ist, welche Auswirkungen dies für die Arbeiten auf der gegenüberliegenden Straßenseite am Morgentor haben wird.

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Dort baggern Arbeiter derzeit fünf Meter Tief den Boden aus, um ihn durch Schotter zu ersetzen. Grund dafür waren Hohlräume, die bei einer Bohruntersuchung im Auftrag der Stadt gefunden worden waren. Sie sind vermutlich Reste von Gewölbekellern einer früheren Bebauung.

Folgen für den Platz am Morgentor noch unklar

An und für sich sollte für diese Arbeiten ab heute die linke Spur des Ostrings im Bereich vor der Kreuzung am Morgentor gesperrt werden. Die Arbeiter brauchen sie als Aufstellfläche. Nun hofft das Tiefbauamt, dass die Firma etwas umdisponieren kann und der Betrieb nicht gleich zur Ruhe kommt.

Ursprünglich war vorgesehen, den Bodenaustausch bis Ende März abzuschließen. Danach sollte direkt die Umgestaltung des Vorplatzes am Morgentor anlaufen. Die Stadt will dort einen Platz mit Verweilqualität errichten und den Nachbau der historischen Stadtmauer in Richtung Stadtgarten verlängern. Geplant ist dort zudem die Einrichtung eines „Shared Space“, den sich Fahrzeuge und Fußgänger teilen.

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