Regionalität und „Bio dort, wo es geht“ sind die Schwerpunkte auf dem Hofmarkt Stockum

dzHofmärkte in Unna

„Im Einklang mit der Natur“ lautet der Zusatz auf dem Schild des Hofmarktes Stockum. Und der ist Programm: Die Vielfalt an Bioprodukten auf dem Hof von Wolfgang Behmenburg ist beeindruckend.

Stockum

, 13.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wäre da nicht der großzügige Parkplatz hinter den Gebäuden auf dem Hofmarkt Stockum, die Stockumer Dorfstraße wäre wohl jeden Freitag und Samstag verstopft. Rappelvoll ist das Gelände des Hofes von Wolfgang Behmenburg, wenn die zwölf Läden ihre Türen öffnen. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie stehen für Nachhaltigkeit und Regionalität.

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Öffnungszeiten und Infos

Der Stockumer Hofmarkt

  • Freitags und Samstags hat der Stockumer Hofmarkt geöffnet; freitags von 9 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 13 Uhr. Der Markt liegt an der Stockumer Dorfstraße 24. Im Hof und hinter den Gebäuden gibt es mehrere Parkplätze.
  • Der Stockumer Hofmarkt hat auch eine eigene Facebook-Seite:www.facebook.com/hofmarktstockum

Zwei mal zwei Meter groß war der Tisch, auf dem alles angefangen hat - vor 27 Jahren. „Da haben wir Freitagnachmittags geöffnet und eigentlich haben wir mehr zugehört, was die Leute sich wünschen“, erzählt Wolfgang Behmenburg von den Anfängen seines Hofmarktes, der längst über die Grenzen Stockums und Unnas hinaus bekannt ist. Wolfgang Behmenburg war damals schon an den Punkt gekommen, der gerade die gesamte Landwirtschaft umkrempelt: „Ich stellte fest, dass ich und mein Betrieb nicht in dieses System der Maximierung, Massentierhaltung und Optimierung hineinpassten. Also musste ich einen anderen Weg gehen.“

Auch Fisch gibt es auf dem Stockumer Hofmarkt zu kaufen.

Auch Fisch gibt es auf dem Stockumer Hofmarkt zu kaufen. © Anna Gemünd

Regional geht vor Bio

Und dieser Weg setzt auf Bio-Produkte und regionale Herstellung. Oder, wie Behmenburg es selbst ausdrückt: „Ein regionales Produkt möglichst umweltschonend zu produzieren und Bio überall dort, wo es geht.“ Statt auf Hochglanz polierte Bio-Äpfel aus Neuseeland gibt es bei Wolfgang Behmenburg alte Apfelsorten - von der eigenen Obstwiese. „Klar, das sind dann die mit den Macken und Verfärbungen, die im Supermarkt keine Chance hätten. Aber sie kommen von hier und ich weiß ganz genau, was in ihrer Aufzucht drinsteckt.“

Wolfgang Behmenburg setzt auf alte Apfelsorten. Seit 15 Jahren hat er auf seinem Stockumer Hofmarkt eine eigene Mosterei.Wolfgang Behmenburg setzt auf alte Apfelsorten. Seit 15 Jahren hat er auf seinem Stockumer Hofmarkt eine eigene Mosterei.

Wolfgang Behmenburg setzt auf alte Apfelsorten. Seit 15 Jahren hat er auf seinem Stockumer Hofmarkt eine eigene Mosterei. © Anna Gemünd

Die Äpfel, sie sind Wolfgang Behmenburgs Leidenschaft. Ab Mitte August ist auf dem Stockumer Hofmarkt auch die „Apfelscheune“ geöffnet. „Hier kann man zuschauen, wie wir Apfelsaft machen, Spannendes über alte Apfelsorten lernen und dabei einen Kaffee trinken und Kuchen essen“, kündigt Behmenburg an. Die Produkte der eigenen Hofmosterei gibt es natürlich auf dem Hofmarkt auch zu kaufen.

Neu im Sortiment: Aus der eigenen Rapspresse gibt es jetzt auch Rapsöl auf dem Stockumer Hofmarkt. Hergestellt wird es auf dem Hof von Wolfgang Behmenburgs Tochter Christine Raffenberg.

Neu im Sortiment: Aus der eigenen Rapspresse gibt es jetzt auch Rapsöl auf dem Stockumer Hofmarkt. Hergestellt wird es auf dem Hof von Wolfgang Behmenburgs Tochter Christine Raffenberg. © Anna Gemünd

Eigene Bio-Metzgerei

Kartoffeln aus eigenem Anbau, Eier von eigenen Hühnern, die hofeigene Backstube und die auf dem Hof ansässige eigene Bio-Metzgerei, in der die Schweine vom Hof Raffenberg zu Fleisch- und Wurstwaren verarbeitet werden: Überall stecken Mitglieder der Familie Behmenburg dahinter. „Ich bin sehr froh, dass meine Tochter sich entschieden hat, den Markt in unserem Sinne weiterzuführen“, sagt Wolfgang Behmenburg. Tochter Christine Raffenberg führt mit ihrem Mann in Ostbüren einen eigenen Bio-Hof und verkauft die Fleisch- und Wurstwaren der dort lebenden Schweine auf dem Stockumer Hofmarkt.

Auch eine „Woll-Ecke“ gibt es auf dem Hofmarkt in Stockum. „Damit die Leute nicht nur Wurst und Gemüse sehen“, sagt Wolfgang Behmenburg.

Auch eine „Woll-Ecke“ gibt es auf dem Hofmarkt in Stockum. „Damit die Leute nicht nur Wurst und Gemüse sehen“, sagt Wolfgang Behmenburg. © Anna Gemünd

Breites Netzwerk

Doch Wolfgang Behmenburg hat sich auch ein breites Netzwerk aufgebaut: Ein Naturkostladen, die Käserei Wellie, der Hähnchenhof zur Nieden, eine Gemüsehändler und der Fischhof Baumüller verkaufen auf seinem Hofmarkt ihre Waren. „Das ist im Grunde das Ergebnis des Zuhörens: Ich wollte eine Vielfalt an Landwirten und Erzeugern, die beim Thema Bio und Regionalität genauso denken wie ich“, sagt Wolfgang Behmenburg. Und damit man „nicht nur Wurst und Gemüse sieht“, gibt es in der großen Verkaufsscheune auch eine „Woll-Ecke“: das Strickstübchen Markmann verkauft hier Wolle.

Bunte Blumensträuße, Kleidung und Deko gibt es auch auf dem Stockumer Hofmarkt zu kaufen: Seit fünf Jahren hat auch Simone Köhnemann einen Laden auf dem Hofgelände.

Bunte Blumensträuße, Kleidung und Deko gibt es auch auf dem Stockumer Hofmarkt zu kaufen: Seit fünf Jahren hat auch Simone Köhnemann einen Laden auf dem Hofgelände. © Anna Gemünd

„Und die Frauen haben sich sehr gefreut, als ich den Laden von Simone Köhnemann dazugenommen habe“, schmunzelt Behmenburg. Kleidung, Deko und farbenfrohe Blumensträuße gibt es mittlerweile seit fünf Jahren auch auf dem Hofmarkt zu kaufen.

Wolfgang Behmenburg ist stolz auf die Vielfalt auf seinem Hofmarkt. Auch wenn er sich insgeheim am meisten auf die Apfelzeit freut. Fünf Wochen noch, dann geht sie los. Dann wird es bestimmt wieder voll an der Stockumer Dorfstraße.

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