Rolle rückwärts: Realschulneubau nicht auf dem Freizeitbadgelände

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Unna erlebt eine überraschende Wende: Der Neubau der Hellweg-Realschule soll nun doch nicht auf dem Freizeitbadgelände geplant werden. Und er soll auch nicht klassisch entstehen.

Unna

, 20.11.2019, 20:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Standort Freizeitbadgelände für den Neubau der Hellweg-Realschule in Massen war politisch stets umstritten – nicht zuletzt wegen des Fluglärms. Jetzt sind diese Pläne quasi gestorben, die Verwaltungsspitze hat sich davon getrennt.

In der Sitzung des Schulausschuss teilte Unnas Erster Beigeordneter Jens Toschläger am Mittwochabend überraschend mit, dass der Neubau nun doch am bisherigen Standort entstehen könne.

Die anhaltenden Diskussionen seien auch an der Verwaltungsspitze nicht spurlos vorbei gegangen – und so seien die Pläne noch einmal überdacht worden. Ergebnis: Die Hellweg-Realschule soll da neu gebaut werden, wo sie jetzt ist: an der Königsborner Straße.

„Wichtig ist, dass es innerhalb einer kurzen Zeit zu einer Entscheidung kommt, auf die man sich dann auch verlassen kann.“
Gerd Nübel, 1. Konrektor der Hellweg-Realschule

Schon in der Sitzung des Schulausschusses, in dem das Thema gar nicht offiziell auf der Tagesordnung stand, zeichnete sich eine breite Mehrheit dafür ab, den alten Standort vorzuziehen.

CDU und Bündnis 90/Grüne waren seit jeher ablehnend gegenüber der Freizeitbadfläche. Nun aber zeigten sich auch Sebastian Laaser und Volker König für die SPD-Fraktion begeistert. Damit steht eine politische Entscheidung, die freilich noch intensiv vorbereitet werden muss, auf einem festeren Fundament.

„Das ist eine tolle Idee“, erklärte Laaser und bezog sich damit auch auf die Tatsache, dass der Bau nicht klassisch entstehen soll. Toschläger stellte die Möglichkeit einer Modulbauweise vor, wie sie zuletzt schon in Menden für einen Schulbau genutzt wurde. Dadurch soll der Neubau möglich sein, ohne dass die Schülerinnen und Schüler ihren jetzigen Standort verlassen müssen.

Bau von hinten nach vorne

„Wir würden im hinteren Bereich des Schulgeländes beginnen, dort abreißen und im ersten Bauabschnitt Räume errichten, in die die Schüler dann aus dem mittleren Bereich umziehen können“, erklärte Toschläger. Danach soll dieser Bereich neu bebaut werden und schließlich der unmittelbar an der Königsborner Straße.

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Mit Modulen sei es möglich, Gebäude auf einem Fundament in nur zwei Wochen zu errichten. Nach weiteren vier bis sechs Wochen Innenausbau wäre der Bau bezugsfertig, so Toschläger. Für den Umzug seien demnach nur „die Sommerferien plus x“ erforderlich.

Finanziell gebe es zwischen der Modulbauweise und einem klassischen Bau kaum Unterschiede, erklärte Toschläger, ohne Zahlen zu nennen. Herausfordernd sei auf dem Gelände die Topografie, die Fläche sei aber groß genug: „Wir brauchen nicht mehr Platz, sondern sortieren nur um.“

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