In Dortmund geht die Polizei massiv gegen illegale Autorennen vor. Das bekamen jetzt die Kollegen in Unna zu spüren: Sie mussten gegen Raser auf dem Ring vorgehen, © picture alliance/dpa

Raserszene auf dem Ring in Unna hält die Polizei in Atem

Auf dem Dortmunder Ring macht die Polizei den Rasern und Tunern das Leben schwer. Deshalb weichen die nun nach Unna aus. Aber dort ist die Polizei vorbereitet, wie sich am Freitagabend zeigte.

Die Polizei macht den Rasern auf dem Dortmunder Ring das Leben schwer, deshalb weichen die aus. Zum Beispiel auf den Ring in Unna. Allerdings ist die Kreispolizei Unna darauf vorbereitetet. Deshalb war sie nicht wirklich überrascht, als sie am Freitagabend zu einem Großeinsatz ausrückte. Die heimischen und auswärtigen Raser und Tuner trafen sich gleich an mehreren Stellen. Einer lieferte sich sogar eine Verfolgungsjagd mit einem Streifenwagen.

Den ersten Anruf bekam die Polizei gegen 22.35 Uhr

Zunächst bekam die Polizei gegen 22.35 Uhr einen Anruf von einem Zeugen, dass an der Star-Tankstelle rund 20 Autos stünden, die immer wieder Rennen führen. Als die Polizei dort eintraf, stellte sie fest, dass das Gelände völlig zugeparkt war. Als die jungen Fahrer die Polizei sahen, flohen sie. Diejenigen, die nicht rechtzeitig wegkamen, wurden kontrolliert und erhielten einen Platzverweis. Damit war der Einsatz längst noch nicht beendet.

Bereits im vergangenen September hatte es auf dem Ring eine groß angelegte Kontrolle gegen Raser und Tuner gegeben. Das Thema wird die Polizei wohl weiter beschäftigten. © Archiv/Raulf © Archiv/Raulf

Zum einen fuhren weiter etliche PS-starke und getunte Autos rund um den Ring. Zum anderen bekam die Polizei Hinweise, dass sich Raser am Hellweg-Center und an der Wasserstraße sammelten. Mit einem davon gab es eine regelrechte Verfolgungsjagd. Als eine Streifenwagenbesatzung einen schwarzen VW-Polo kontrollieren wollte, gab der Fahrer Gas. Er ignorierte zwei rote Ampeln und raste durch die Innenstadt. Die Polizisten gaben die Verfolgung schließlich auf.

Sie hätten kein Risiko für Unbeteiligte eingehen wollen, sagte Polizeipressesprecher Bernd Pentrop am Samstag. Außerdem hatten die Beamten das Kennzeichen des Polo notiert. Auf diese Weise stellten sie fest, dass der Halter des Wagens keinen Führerschein hat. Auf ihn kommt jetzt ein Strafverfahren zu.

Um weitere Rennen auf dem Ring zu verhindern, richtete die Polizei eine Kontrollstelle vor dem Tunnel ein. Da sich dort derzeit eine Baustelle befindet, waren die Bedinungen besonders gut.

Diese Autos wurden ebenfalls im September auf dem Ring kontrolliert. © Archiv/Raulf © Archiv/Raulf

Auch an dieser Stelle erteilte die Polizei mehreren Autofahrern Platzverweise. Außerdem stellte sie bei zwei Autos fest, dass die Betriebserlaubnis erloschen war. Das führte zu Bußgeldern. Ein Autofahrer, den die Polizei kontrollierte, hatte ganz offensichtlich Drogen genommen. Er musste auf der nahegelegenen Wache eine Blutprobe abgeben.

Ein weiteres Raser-Treffen am Bahnhof

Das alles konnte die Raser erst einmal nicht stoppen. Zwischendurch kamen sie auch noch auf dem Bahnhofsvorplatz zusammen. Dort waren wohl Beschleunigungsrennen geplant. Auch diese konnte die Polizei aber schließlich verhindern.

Solche Szenen will die Polizei auf dem Ring in Unna vermeiden. © Archiv © Archiv

Bis wieder Ruhe auf dem Ring herrschte, dauerte es bis tief in die Nacht. „Das hat uns mehrere Stunden beschäftigt“, sagte Pressesprecher Pentrop. Angaben dazu, wie viele Beamte im Einsatz waren, wollte er nicht machen. Offenkundig standen aber deutlich mehr Polizisten in Bereitschaft als an normalen Abenden üblich. Nachdem die Dortmunder Polizei die Raser auf dem dortigen Ring durch massive Kontrollen vertrieben hatte, waren die Kollegen in Unna vorgewarnt.

„Wir haben das Milieu bereits in der Vergangenheit im Blick gehabt – und werden auch in Zukunft mit entsprechenden Einsatzmaßnahmen auf weitere Treffen reagieren“, wird Stephan Werning, Leiter der Direktion Verkehr, in einer Pressemitteilung zitiert.

Offenbar ist die Raserszene mobil, was ja nicht weiter verwundert. Die meisten der kontrollierten und beobachteten Autos hatten nach Angaben von Pentrop auswärtige Kennzeichen: „Und die kamen nicht nur aus Dortmund.“

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
Zur Autorenseite
Johannes Brüne