Premiere gelungen „Radio Ruhrpott“ sorgt in Unna für Ohrwurmgarantie

Redakteur
„Radio Ruhrpot Sam Maldock (Potlako Mokgadi)
Auf Frequenz 103,7 sendet „Radio Ruhrpott“ den „Sound von hier“. Sam Maldock (Potlako Mokgadi) präsentierte am Wochenende zwei Mal aus dem Studio in Unna die größten Hits aus dem Ruhrgebiet. © Dirk Becker
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Als „Radio Ruhrpott“ im Mai 2019 in Castrop-Rauxel an den Start ging, da hatte das Team zwar gehofft, dass das Musical die Menschen im Ruhrgebiet begeistern würde. Wie groß der Erfolg dann war, mag aber doch überrascht haben. Der Wunsch, den Pott mit seiner Vielfältigkeit und dem besonderen Zugehörigkeitsgefühl zu präsentieren, war ein Volltreffer – zunächst für acht Monate. Dann kam Corona: eine jähe Zäsur. „Diese Zeit hat aber gereicht, uns zu zeigen, dass ,Radio Ruhrpott“ gebaucht wird“, erinnert sich Geschäftsführer Michael Kloßek.

Nun ist Corona nicht vorbei, aber Veranstaltungen auch in größerem Rahmen sind wieder möglich – und „Radio Ruhrpott“ hat ein großes Ziel: Das Ruhrgebiet soll von Unna aus erobert werden, die Ruhrical-Welle über den ganzen Pott rollen. Und deshalb gab es in der Stadthalle eine Premiere. Am Freitag und Samstag (11. und 12. November) war „Radio Ruhrpott“ erstmals auf Tour zu erleben. Am 16. und 17. Dezember wird das Musical auch in Witten aufgeführt. In Unna ist „Radio Ruhrpott“ wieder am 31. März und am 1. April 2023 zu Gast.

Radio Ruhrpott Petra (Romi Göhlich) und Ritchie (Markus Psotta)
Die Liebe zwischen Petra (Romi Göhlich) und Ritchie (Markus Psotta) steht im Mittelpunkt des Ruhricals. © Dirk Becker

Nach den Aufführungen in Unna steht fest: „Radio Ruhrpott“ funktioniert wohl überall im Pott. Die Liebesgeschichte von Petra und Ritchie, die Ruhrpott-Hits und die unglaublich gute Stimmung werden allen Gästen in Erinnerung bleiben. Und niemand dürfte ohne Ohrwurm die Heimreise angetreten haben. Ob das Steigerlied, „Wir sind das Ruhrgebiet“, „Der Mond von Wanne-Eickel“ oder die eigens für das Ruhrgebiets-Musical geschriebenen Hits – „Radio Ruhrpott“ hallte nach.

Drei Stunden lang alles draußen lassen: Ärger, Krieg, Corona – „Radio Ruhrpott“ ist eine Medizin, die gute Stimmung garantiert. Und sie macht süchtig. Viele dürften sich wiederholt von der Ruhrical-Welle ergreifen lassen. „Wir sind wie Starlight“, bemerkt Michael Kloßek dazu mit einem Augenzwinkern. Natürlich ist „Radio Ruhrpott“ noch viel kleiner, aber das Herzblut, das jeder in dieses Projekt investiert – vom Darsteller über die Techniker bis zum Kostüm – ist einzigartig. Den Zusammenhalt, den das Ruhrical vermitteln will, lebt das Team vor.

Radio Ruhrpott Beatboxer Kevin O'Neil
Beatboxer Kevin O’Neil begeisterte das Publikum auch in Unna. Kein Wunder: Er gilt als einer der Besten seiner Zunft. © Dirk Becker

Begeisternd ist dabei, wie groß die musikalische Facette ist. „Radio Ruhrpott“ ist nicht nur etwas für Schlager- oder Popfans. Das Musical bietet alles, was das Ruhrgebiet hergibt. Und das ist jede Menge. Insbesondere Beatboxer Kevin O‘Neil gelang es, das Publikum mit seiner ungewöhnlichen Art zu begeistern – junge Menschen ebenso wie ältere.

Die Kulisse mit dem bunten Radiostudio, dem riesigen Radio, in dem die Band – anders als in anderen Musicals – immer zu sehen ist, und der Wohnzimmer-Szenerie geben das Gefühl zuhause zu sein. Zuhause im Pott.

Radio Ruhrpott Frieden für die Ukraine Regenbogen
„Radio Ruhrpott“ will den Zusammenhalt im Ruhrgebiet betonen. Eine Botschaft: Zusammen müssen wir auch für den Frieden einstehen. © Dirk Becker

Dass „Radio Ruhrpott“ aber nicht nur ein festes Programm abspult, zeigt sich auch. So setzte das Team auch ein Zeichen für den Frieden in Europa und insbesondere in der Ukraine. So waren bei Nenas „99 Luftballons“ Soldaten zu sehen. Einer von ihnen schwenkte die ukrainische Flagge. Auf der Leinwand leuchtete ein „Peace“-Zeichen in Regenbogenfarben. Ruhrpott bedeutet eben auch, den anderen zu nehmen, wie er ist, und tolerant zu sein.