Radfahrer warnen vor gefährlichem Durcheinander am Königsborner Tor

dzMühle Bremme

Ein neues Einkaufszentrum auf dem Gelände der Mühle Bremme würde auch den Verkehr in Unna verändern. Vorschläge für das Königsborner Tor bereiten dem Fahrradclub ADFC großes Unbehagen.

Unna

, 16.09.2019, 16:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der ADFC warnt vor einer höheren Unfallgefahr in der Bahnunterführung am Königsborner Tor. Ein geplantes „Durcheinander“ von Radfahrern und Fußgängern sei mindestens unkomfortabel für den Radverkehr, vielleicht aber sogar ein Risiko für beide Arten von Verkehr.

Pläne für ein neues Einkaufszentrum auf dem Gelände der alten Mühle Bremme sollen auch die Unterführung berühren. Die trennende Böschung zwischen der Rampe zur Unterführung und dem Mühlenkomplex soll durch eine Freitreppe ersetzt werden, die den Bereich städtebaulich verbessert, aber auch die Laufwege der Fußgänger verändern dürfte.

Im Königsborner Tor soll die heutige Spurtrennung von Rad- und Fußverkehr aufgegeben werden. Die Absperrbügel verschwinden. Die großen Stufen für die Fußgänger werden durch eine Schräge ersetzt. Dadurch entsteht auf voller Breite des Weges eine Rampe, die sich Radfahrer und Fußgänger rücksichtsvoll teilen sollen.

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„Ich halte das für problematisch“, erklärte nun Ortsgruppensprecher Helmut Papenberg für den ADFC in Unna. Radfahrer müssten ihre Fahrt bergab in den Tunnel hinein abbremsen und zwischen Passanten herrollen. Zu kritischen Situationen könne es überdies auch dann kommen, wenn über die Treppe zu den Bahngleisen plötzlich Fußgänger in den Tunnel kommen, die dann seitlich in die Fahrspur der Radfahrer gelangen. Heute schaffen die Trennbügel einen Sicherheitsabstand, da die Radfahrer auf der gegenüberliegenden Seite durch den Tunnel fahren.

ADFC vermisst Umdenken in der Verkehrspolitik

Die Idee für einen Umbau war auch politisch mit Skepsis begleitet worden. ADFC-Sprecher Helmut Papenberg sieht in der Planung für den Tunnelumbau ein Zeichen für eine falsche Prioritätensetzung in der Verkehrspolitik, da der Radverkehr ein weiteres Mal gehemmt werde.

Der ADFC hatte schon die Verlegung der Radfahrerfurt über die Viktoriastraße am Kreishauskreisel kritisiert, die ebenfalls die Fahrradachse zwischen der Innenstadt und dem Bereich um Kurpark und Bildungscampus in Königsborn betrifft.

„Alles wird der Mühle Bremme untergeordnet“, bedauert Papenberg. „Es ist in Unna kein Umdenken zu erkennen, dem Radverkehr wirklich Vorrang zu gewähren. Bei den Fridays-for-future-Kundgebungen stehen unsere Stadtväter am Rand und applaudieren, aber eigentlich haben sie nichts verstanden.“ Der ADFC hingegen fordert bessere Bedingungen für das Verkehrsmittel Fahrrad.

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