Nach Prozess wegen Straßenrennen: Unnaer fährt ohne Führerschein zum Gerichtstermin

Verkehrssünder

Nach einem illegalen Rennen inklusive Unfall in Königsborn kommen zwei junge Männer glimpflich davon. Einer aber wird später noch einmal hinterm Steuer erwischt: ohne Fahrerlaubnis auf dem Weg zum Gericht.

von Jana Peuckert

Unna

, 09.08.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach Prozess wegen Straßenrennen: Unnaer fährt ohne Führerschein zum Gerichtstermin

Vor diesem Baum an der Zechenstraße war die wilde Fahrt zu Ende. Ein Rennen seien sie nicht gefahren, hatten die beiden Fahrer vor Gericht beteuert. © UDO HENNES

Am Abend des 6. Februar 2018 sollen sich zwei Männer auf dem Rewe-Parkplatz nahe der Nelkenstraße in Königsborn zu einem illegalen Autorennen verabredet haben. Zeugen wollen beobachtet haben, wie die Autos – BMW und Mercedes – mit quietschenden Reifen das Supermarktgelände verließen. An der Ecke Nelkenstraße/Zechenstraße war die Fahrt zu Ende: Ein Auto fuhr gegen einen Baum.

Kein Rennen: Autos waren nur „laut“

In dem dafür angesetzten Gerichtsverfahren stritten beide Männer ab, ein Rennen gefahren zu sein. Ihre Autos seien eben einfach laut, hatten sie erklärt. Die Zeugen waren zu weit weg gewesen, um detaillierte Angaben zum Hergang zu machen. Für einen Freispruch reichte es damals nicht, da die beiden Männer auf jeden Fall zu schnell waren. Das Verfahren wurde vorläufig eingestellt. Als Auflage musste einer der beiden 200 Euro zahlen und an einem Fahrsicherheitstraining teilnehmen.

Ohne Führerschein zum Gericht gefahren

Das Geld bezahlte er, das Training ließ er hingegen sausen. Und so kam es zu einem weiteren Prozess am 10. Mai. An diesem Tag unterlief dem Angeklagten ein böser Fehler. Einen Tag zuvor war ihm seine Fahrerlaubnis abgenommen worden. Und wie kam der 19-Jährige zum Amtsgericht Unna? Mit dem Auto! Und das, obwohl er nur knapp einen Kilometer vom Gericht entfernt wohnt. Jedenfalls wurde der Mann bei der verbotenen Fahrt erwischt. Ergebnis: Prozess Nummer drei. Auf der Tagesordnung zwei Punkte: Das Autorennen wegen der nicht erfüllten Auflage und das Fahren ohne Fahrerlaubnis vom 10. Mai.

Bezüglich des versäumten Fahrsicherheitstrainings gab der Unnaer an, kein eigenes Auto gehabt zu haben. Das sei tatsächlich erforderlich, gab die Jugendrichterin zu. Allerdings hätte der Angeklagte sich melden müssen und die Sache nicht einfach im Sande verlaufen lassen dürfen. Was die verbotene Fahrt ohne Fahrerlaubnis betraf, versuchte sich der 19-Jährige herauszureden: Er habe gedacht, er dürfte nach Abgabe des Führerscheins noch drei Tage fahren.

Richterin: „Dummheit schützt vor Strafe nicht“

„Dummheit schützt vor Strafe nicht“, bemerkte die Richterin. Am Ende stellte das Gericht den Vorwurf der Teilnahme an einem illegalen Rennen endgültig ein - wegen der zu erwartenden Strafe für das Fahren ohne Führerschein. Für die Fahrt zum Gericht gab es nach Jugendstrafrecht eine Geldbuße von 1000 Euro an den Kinderhospizdienst und eine neunmonatige Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis.

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