Protest-Anwohner der Hammer Straße organisieren sich als Verein

dzVerkehr und Parkplätze

Weniger Verkehr, Tempo und Lärm, mehr Parkraum und eine bessere Fahrrad-Verkehrsführung: Mit diesen Zielen gründet sich in Königsborn ein neuer Verein an der Hammer Straße.

Königsborn

, 27.11.2018, 15:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als die Stadt Unna im Sommer 2017 ankündigte, dass der breite Bürgersteig der Hammer Straße für den Fahrradverkehr geräumt werden solle, formierte sich Protest in den Reihen der Anwohner. Er gipfelte darin, dass einige sich absprachen und ihre Autos auf der Fahrbahn abstellten. Die Folge war ein absolutes Halteverbot, das die Stadt mit dem Argument der Verkehrssicherheit durchsetzte.

Diese Kerngruppe der Protestparker will sich nun organisieren. Die Gründung einer Bürgerinitiative ist geplant, wie Initiator Mario Schwiderowski erklärt. Er und seine Mitstreiter wollen erreichen, dass die aus ihrer Sicht zu hohen Geschwindigkeiten auf der Hammer Straße effektiv mit Kontrollmaßnahmen gebremst werden. Sie wollen eine deutliche Reduzierung der Lärmbelastung. Sie empfinden vor allem den Schwerlastverkehr in den Abend- und Nachtstunden als belastend.

Stadt: Kein Anlass, Halteverbot aufzuweichen

Nun sei auch das nach wie vor geltende Halteverbot belastend, argumentiert Schwiderowski. Da die Stadt Unna es weiterhin aufrecht hält, hat er schon mit verschiedenen anderen Stellen Kontakt aufgenommen, unter anderem mit Straßen NRW, dem NRW-Verkehrsministerium und der Bezirksregierung. Das Halteverbot solle zumindest eingeschränkt werden, meint er. Aus Sicht der Stadt gibt es keinen Anlass, etwas zu verändern. Zuletzt hatte der Ausschuss für Feuerschutz, Sicherheit und Ordnung einen Antrag abgelehnt, wonach das halbseitige Parken auf dem Bürgersteig erlaubt werden sollte.

Hoffnung: Fahrrad-Schutzstreifen

Außerdem, so fordert es die Initiative, soll ein Fahrrad-Schutzstreifen auf der Straße markiert werden, wie auf dem Abschnitt der Hammer Straße weiter stadteinwärts. Dadurch könnte der Radverkehr sicherer auf der Fahrbahn geführt werden, und der zumindest auf einer Seite breite Bürgersteig könne für parkende Autos genutzt werden. Die Stadt würde diesen Schutzstreifen begrüßen, ihn zu planen, erscheint aber bisher aussichtslos, wenn die Straße nicht grundlegend saniert wird.

Ein Kasse für alle Fälle

Nach Angaben von Schwiderowski soll die Initiative als eingetragener Verein (e. V.) gegründet werden. Davon erhofft man sich, Forderungen mehr Nachdruck verleihen zu können. Ein Verein habe zudem die Möglichkeit, Spenden und Mitgliederbeiträge einzunehmen. Schwiderowski deutet an, dass es sinnvoll sein könnte, auf eine Vereinskasse zugreifen zu können, sollte man sich veranlasst sehen, eine Klage einzureichen. Und er geht bereits von einer beachtlichen Größe aus. 70 Personen hätten bereits Interesse an einer Mitgliedschaft bekundet.

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