Prominente Besetzung für eine rührende Geschichte in der Stadthalle Unna

Theater

Köstlich amüsiert hat sich am Mittwochabend das Publikum in der Stadthalle. „Kunst“ von Yasmina Reza stand auf dem Spielplan und viele kamen, um das preisgekrönte Theaterstück zu sehen.

von Sebastian Pähler

Unna

, 13.02.2020, 16:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Prominente Besetzung für eine rührende Geschichte in der Stadthalle Unna

Marc (Leonard Lansink/links) berichtet seinem Freund Yvan (Heinrich Schafmeister), dass Serge für ein Bild 200.000 Francs bezahlt hat. © Sebastian Pähler

Unterhaltsam wie rührend war das Stück „Kunst“ – nicht zuletzt dürfte aber auch die ausgezeichnete Besetzung mit Leonard Lansink, Luc Feit und Heinrich Schafmeister für eine ausverkaufte Stadthalle gesorgt haben

Ist das Kunst oder…

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten – aber was, wenn es eigentlich gar nichts zu sehen gibt? Ein Ölgemälde von etwa 1,60 Meter auf 1,20 Meter, weiß mit weißen Streifen, ist der Stein des Anstoßes, über den sich die langjährigen Freunde Marc und Serge verkrachen.

„Es ist nicht nichts“, betont Serge. Schließlich handelt es sich um einen echten Antrios und bei genauem Hinsehen erkennt man die Nuancen in den Streifen. „Eine Scheiße“ nennt Marc das, wofür sein Freund 200.000 Francs bezahlt hat.

Warum ihn das so aufregt, erklärt er dem Dritten im Bunde: dem naiven, aber gutmütigen Yvan, der Serge immer schon als Schöngeist und Kunstliebhaber erlebt hat. „Er ist immer schon ein Freak gewesen“, bestätigt Marc, „aber einer, mit dem man lachen konnte“. Aber von nun an gehört Serge zu den Kunstliebhabern und Marc spürt, dass ihm sein Freund entglitten ist.

Was folgt, ist ein rasanter Schlagabtausch, bei dem es nur augenscheinlich um Kunst, Geschmack und Schönheit geht. Was beginnt wie eine Neuauflage des Märchens „Des Kaisers neue Kleider“, bei dem ein Nichts als wertvolles Kunstwerk gehandelt wird, endet als Allegorie über Liebe und Freundschaft und die Schwierigkeit, beides zu pflegen.

Erstklassig

Mit ihrem dritten Theaterstück, der Dramödie „Kunst“ hat die Autorin Yasmina Reza in den 90er Jahren Furore gemacht und unter anderem den Theaterpreis „Molière“ und den „Laurence Olivier Award“ gewonnen. Eine absolut berechtigte Anerkennung, hat das Stück doch auch ein Vierteljahrhundert später nichts von seinem Witz und seiner rührenden Pointe verloren.

Das Darstellertrio fuhr unter der Regie von Fred Berndt zu Höchstleistungen auf. Leonard Lansink, nicht zuletzt bekannt als Fernseh-Ermittler Wilsberg, wusste als stichelnder, misanthropischer Marc zu überzeugen. Luc Feit, der häufig in Krimis und Serien zu sehen ist, bot ihm als Intellektueller und Schöngeist Serge die Stirn. Und Heinrich Schafmeister, dessen sympathisches Knautschgesicht schon in unzähligen Filmen und Serien zum Einsatz kam, spielte sich als leidensfähiger und liebenswerter Dussel Yvan in die Herzen des Publikums.

Nach knapp 90 Minuten war schon Schluss, dafür standen die Schauspieler den begeisterten Gästen noch für Fragen und Fotos zur Verfügung.

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