Prachtvolle Fülle - Thorsten Ahlrichs eröffnet Unnaer Orgeltage

dzKultur

„Man kann schon von einer kleinen Tradition sprechen“, meinte Pfarrer Mandelkow in seiner Begrüßung zu den dritten Unnaer Orgeltagen, die am Sonntag in St. Katharina eröffnet wurden.

von Rainer Ehmanns

Unna

, 24.06.2019, 10:05 Uhr / Lesedauer: 1 min

Thorsten Ahlrichs aus Wilhelmshaven ist dazu kurzfristig für den erkrankten Matthias Zangerle eingesprungen. Der mittelalterliche Hymnus „Ave maris stella“ bildet den thematischen Rahmen des Programms. Es beginnt mit Buxtehudes „Praeludium ex e“, dessen Kombination von freier Form, Rezitativ und drei Fugen keineswegs „verstaubt“ wirkt.

Spieltechnische Möglichkeiten der Orgel ausgelotet

Als interessanten Klangkontrast dazu mischt Thorsten Ahlrichs in Wolfgang Linders „Ave maris stella - Choral und Arabesque“ farbige Register, macht aber durch sie hindurch das Thema des Hymnus hörbar. Ferdinand Thieriots anmutige „Passacaglia in freier Form“ fächert sich über dem Basso ostinato bis in opulente Klänge des Plenum auf, um danach wieder leise zu enden.

UNNAER ORGELTAGE

DAS weitere PROGRAMM

  • Donnerstag, 27. Juni, 19.30 Uhr: Léon Berben (Köln)
  • Sonntag, 30. Juni, 16.30 Uhr: Thomas Schmitz (Münster)
  • Donnerstag, 4. Juli, 19.30 Uhr: Prof. Daniel Beckmann (Mainz)
  • Sonntag, 7. Juli, 16.30 Uhr DKM Simon Daubhäußer (Dortmund)
  • Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei.

Bachs Übertragung des Concerto a-moll von Antonio Vivaldi ist nicht nur quasi eine Hommage, sondern lotet eher die spieltechnischen Möglichkeiten der Orgel aus, die die Streicherklänge zwar weniger transparent vermittelt, dafür in den Allegri mit lebhafter Motorik und im Adagio mit stetigem Schreiten in präsenten Klängen voller Register dahinfließt.

Meditative Anmutung

Jürgen Essls „Récit de tierce“, die Hommage an Louis Couperin, überzeugt mit meditativer Anmutung im langsamen Grundtempo, den ostinaten Linien und gewöhnungsbedürftigen Klängen das Ohr eher weniger. Im Vergleich dazu bleibt Gustav Merkels „Fantasie im freien Stil“ mit traditionelleren Harmonien und Linien nahezu „brav“. Opulent wird´s, wenn der Hymnus „Ave maris stella“ von Nicolas de Grigny aus Reims Thorsten Ahlrichs Gelegenheit gibt, das neue Auxiliar-Werk zur Klangverstärkung einzubinden. Machtvolle Klänge der vollen Register brausen durch die Kirche.

Dem steht Bachs abschließende prachtvolle Fuga „sopra il Magnificat“ BWV 733 in nichts nach, sodass bei aller Wertschätzung des abwechslungsreichen Programms der Eindruck bleibt, dass Bachs Orgelwerke auch in der Gegenwart nichts von ihrer Faszination verloren haben - wenn sie denn so überzeugend gespielt werden wie von Thorsten Ahlrichs.

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