Staugefahr an der Unfallstelle: Polizistin muss auf der A1 Gaffer wegbrüllen

dzAutobahnunfall

Einsatzkräfte haben mit einem umgekippten Lastwagen auf der Autobahn alle Hände voll zu tun – und mit Gaffern. Unbeteiligte, die sogar mit Handys filmen, waren auch in diesem Fall wieder gefährlich.

Unna

, 15.11.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein Sattelzug, der auf die Seite kippt und drei Fahrspuren blockiert: Diese Einsatzlage auf der A1 bei Unna forderte am Samstagnachmittag Polizei und Feuerwehr, den Abschleppdienst bis in die Nacht. Gefährliche Staus entstanden nicht nur durch die Sperrung von Fahrspuren, sondern auch durch Gaffer.

Auch der Fahrer dieses Luxus-Mercedes nutzte die Gelegenheit für Handy-Aufnahmen über die zermalmte Leitplanke hinweg.

Auch der Fahrer dieses Luxus-Mercedes nutzte die Gelegenheit für Handy-Aufnahmen über die zermalmte Leitplanke hinweg. © Neumann

Autofahrer filmen Unfallszene mit Handys

Während der schwierigen Bergungs- und Aufräumarbeiten in Fahrtrichtung Bremen konnte der Verkehr in Fahrtrichtung Köln zumindest auf zwei Fahrspuren an der Unfallstelle vorbeifließen. Eine Polizistin war allerdings geraume Zeit damit beschäftigt, Fahrer von Autos und Lastern in dieser Richtung zum Weiterfahren zu bewegen.

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Zwischenzeitlich sah sie sich gezwungen, die Fahrer anzubrüllen. Einige fuhren extrem langsam an der Unfallstelle vorbei, wie unser Reporter am Ort des Geschehens beobachten musste. Es waren auch Handys zu sehen, mit denen Fahrer dreist das Geschehen durch Front- oder Seitenfenster filmten oder fotografierten.

Nach einiger Zeit ließ die Polizei diesen Sichtschutz aufbauen, damit Fahrer auf der Gegenfahrbahn sich nicht zum Langsamfahren und Gaffen hinreißen ließen.

Nach einiger Zeit ließ die Polizei diesen Sichtschutz aufbauen, damit Fahrer auf der Gegenfahrbahn sich nicht zum Langsamfahren und Gaffen hinreißen ließen. © Neumann

Sichtschutzzaun gegen Gaffer

„Das ist ein immer wiederkehrendes Phänomen bei solchen Unfällen“, kommentierte ein Mitarbeiter der Polizeileitstelle. Die Gefahr liegt nicht nur darin, dass intime Aufnahmen von Verletzten via Internet in Umlauf geraten. Nicht selten bildet sich durch die langsam fahrenden Gaffer ein Stau, an dessen Ende ein weiterer Unfall passiert. Um das zu verhindern, baute die Polizei während der Bergungsarbeiten am Samstagnachmittag einen Sichtschutzzaun auf, um die Unfallstelle abzuschirmen.

Auf der Autobahn 1 im Bereich Unna hatte es am Samstag zwei unterschiedliche Unfälle gegeben. Am Mittag war der Lastzug umgekippt, dessen spektakuläres Unfallbild und aufwendige Bergung besagte Gaffer auf den Plan rief. Nach der Einrichtung des Sichtschutzes soll der Verkehr wieder deutlich flüssiger die Unfallstelle passiert haben.

Am Abend krachte es dann auf der A1 ein Stück weiter südlich, in Fahrtrichtung Köln: Ein Autofahrer vollzog einen unüberlegten Spurwechsel, wodurch ein anderes Auto ins Schleudern geriet. Dessen drei Insassen wurden leicht verletzt.

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