Die Polizei hat am 23. September 2020 bei Kontrollen (hier an der Kantstraße in Unna) zahlreiche Verstöße geahndet. Ein immer wiederkehrendes Problem war dabei die Handynutzung am Steuer. © Kreispolizeibehörde Unna

Polizei zieht bittere Bilanz: Viele Autofahrer nutzen das Handy am Steuer

Fast alle modernen Autos verfügen inzwischen über Freisprecheinrichtungen. Das Handy nutzen Fahrer aber immer noch, wenn sie unterwegs sind – und zwar nicht nur zum Telefonieren.

Schon wieder hat der Verkehrsdienst der Polizei bei Kontrollen in Unna zahlreiche Verstöße gegen grundlegende Sicherheitsregeln beim Autofahren ahnden müssen. Nur wenige Tage nach der groß angelegten Schwerpunktkontrolle „Tuning, Drogen, Alkohol und Geschwindigkeit“ am 18. September verstießen erneut viele Autofahrer gegen bekannte Regeln.

Gemeinsamer Einsatz in drei Städten

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Hamm und Soest hat der Verkehrsdienst der Kreispolizeibehörde Unna am Mittwoch einen Kooperationseinsatz zum Thema „Bekämpfung der Unfallursachen Geschwindigkeit und Ablenkung durch Mobiltelefone im Straßenverkehr“ in Schwerte, Unna und Werne durchgeführt.

Die Bilanz:

  • 42 Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Handybenutzung
  • 6 Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen überhöhter Geschwindigkeit
  • 34 Verwarnungsgelder wegen überhöhter Geschwindigkeit
  • 5 Verwarnungsgelder wegen Verstößen gegen die Anschnallpflicht
  • 4 Ordnungswidrigkeitenanzeigen u. a. wegen Erlöschen der
    Betriebserlaubnis und Fälligkeit der Hauptuntersuchung
  • 1 Fahrverbot (94 statt der erlaubten 50 km/h, Hammer Straße,
    Werne)

Polizeioberrat Stephan Werning, Leiter der Direktion Verkehr bei der Kreispolizeibehörde Unna, zieht ein ernüchterndes Einsatzfazit: „Woche für Woche stellen wir bei Kontrollen dieser Art eine Vielzahl von Handyverstößen am Steuer fest – das ist besorgniserregend. Mir ist unerklärlich, dass zahlreiche Verkehrsteilnehmer immer noch nicht verinnerlicht haben, dass die Bedienung des Mobiltelefons während der Fahrt zu den Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle gehört, die zum Teil Menschenleben fordern.“

Auch vor roten Ampeln ist die Nutzung des Handys tabu. Wer E-Mails kontrolliert oder Nachrichten schreibt, gefährdet damit sich und andere. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Bei den Kontrollen zeigt sich immer wieder, dass es bei der Handynutzung am Steuer längst nicht mehr nur ums Telefonieren geht. Smartphones sind kleine Computer – da werden Nachrichten geschrieben, E-Mails gecheckt und möglicherweise sogar Videos geschaut. Die Folge: Nicht nur die Konzentration der Fahrzeugführer leidet, ihr Blick wendet sich auch von der Straße ab. Die Folge können gravierende Unfälle sogar mit Todesopfern sein.

„Keine Push-Nachricht auf dem Smartphone darf wichtiger sein als das Leben der Menschen im Straßenverkehr.“

Polizeisprecher Christian Stein

Polizeisprecher Christian Stein macht deutlich, wie riskant die Handynutzung beim Fahren ist: „Das Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt ist genauso gefährlich wie das Fahren mit mehr als 0,8 Promille Alkohol.“ Wer eine Sekunde lang auf sein Handy schaue, lege in dieser Zeit bei 50 Stundenkilometern „etwa 14 Meter im Blindflug“ zurück.

Unser Tipp: Wer einen Drang zum Griff nach dem Handy verspürt, sollte sich selbst möglicherweise helfen, indem er es während der Fahrt außer Reichweite aufbewahrt. Außerdem sollte es lautlos gestellt sein, damit die Aufmerksamkeit nicht gestört wird.

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Redaktion Unna